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Wahl 2.0

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von Ute Pannen

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Soziale Netzwerkseiten haben Potential für den deutschen Wahlkampf. Wie können MeineSPD.de, StudiVZ, Facebook oder MySpace als Instrumente in den Wahlkampf eingebunden werden? Welche Rolle spielen Blogs  im Wahlkampf? Wie kann man YouTube-Videos effektiv einsetzen und cross-medial verbreiten ?

Foto: Ute Pannen
von Ute Pannen | 26.03.2008 | 09:40 Uhr

Merci McCain

Pünktlich zu John McCains Frankreich Besuch lancierte die linke „Campaign for America’s Future“ am Wochenende ein Video im Internet . In trashiger Collage-Ästhetik untermalt von Akkordeonklängen eines Pariser Straßencafés präsentiert der Anti-Campagning-Spot John McCain vor dem Triumphbogen und am Fuße des Eiffelturms wandelnd. Eine Off-Stimme bedankt sich in französischer Sprache bei McCain für die zehntausendetausenden Arbeitsplätze, die durch seine Beihilfe nun an die französiche Firma Airbus gingen und nicht and den amerikanischen Konkurrenten Boing.

Ursprünglich hatte die Air Force die Tankflugzeuge bei Boing leasen wollen, für teure 20 Milliarden Dollar. Jenen überteuerten Deal hatte McCain vor Jahren platzen lassen. Das habe, so erinnert McCain gerne in seinen Wahlkampfreden, dem US-Steuerzahler satte 6,2 Milliarden Dollar gespart.
Boing Lobbyisten werfen McCain nun vor, Mitarbeiter seiner Kampagne hätten für Airbus die Strippen gezogen. Nach Berichten der Süddeutschen Zeitung bestreitet McCain erbost irgendeine Form von Unterstützung für Airbus geleistet zu haben.
Das Ziel dieser Attacke ist eindeutig: McCains Image des Kriegshelden und Patrioten soll angekratzt werden. Mit über 30.00 Clicks auf You Tube hat das Video schon seine Spuren in der Öffentlichkeit hinterlassen.

Mehr zum Thema: www.apparentpolitics.com

Kommentare (1)

Foto: Oliver Breitfelder
von Oliver Breitfelder | 26.03.2008 | 13:04 Uhr

In diesem Wahlkampf ist es wie im Krieg und in der Liebe... Es wird benutzt was hilft und was gefällt.

Interessanter finde ich, dass aber gerade nicht die Web 2.0-Inhalte oder die in den Videobörsen lancierten, extra angefertigten Videos den größten Nachhall finden. Nein, es sind einfache Dokumente, nicht in erster Linie für das Internet hergestellt. Dokumente wie bspw. Obamas Rede in dieser Woche, niedergeschrieben auf Papier, eingespiegelt in einen Teleprompter, abgelesen und nuanciert von Obama, ausgestrahlt im Fernsehen. Daraus wiederum ein Video - und dieses wird Renner in YouTube.

Ganz altmodisch, ganz klassisch. :-)