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Jesus Christus

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von Rudolf Starosta

Über dieses Blog

Was glauben Menschen?

Jesus sagte: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben (Joh 14, 6)". Was passiert, wenn ich das wörtlich nehme und mich darauf einlasse?

Im Hamburger Programm bekennt sich die SPD zu ihren Wurzeln im Christen- und Judentum. Jesus Christus war Jude - passt doppelt!

Foto: Rudolf Starosta
von Rudolf Starosta | 30.03.2008 | 09:15 Uhr

Quasimodogeniti, Katholisch versus Evangelisch

Wenn ich in meinen Juso-Erinnerungen schwelge, fällt mir wie im letzten Beitrag schon berichtet sofort B. ein.

Ich war auch damals schon bekennender Christ und wurde von den Genossen damit wie ein Exot behandelt. In den Diskussionen speziell mit B. ging es allerdings weniger um Jesus. Jesus war sogar eher der Sympathieträger, der von einer machtgierigen Kirche für ihre Zwecke missbraucht wird. Der Mensch Jesus als Revolutionär und Fürsprecher für Unterprivilegierte in seiner Zeit war auch für B. akzeptabel. Aussagen, wie dass er Gottes Sohn sei, waren natürlich nicht diskutabel für jemanden, der nicht an Gott glaubt.

In der Literatur, mit der mich B. versorgte, wurden vor allem die Zustände und Strukturen in der katholischen Kirche angeprangert. Fazit war für mich war damals, dass die katholischen Gläubigen über die Jahrhunderte bis dato von einer geldgierigen, intriganten, undemokratischen Organisation verdummt wurden, an deren Spitze der Papst stand. Ich war heilfroh evangelisch zu sein. Das war für B. zwar auch nicht besser, da beide Kirchen für ihn von denselben falschen Grundannahmen ausgingen – sie hatten schließlich seit Jesus eine rund 1.500-jährige gemeinsame Zeit hinter sich, als die Spaltung in Katholisch und Evangelisch erfolgte. Immerhin ich war mit meinem Glauben aus der Schusslinie, da B. sich in der evangelischen Kirche nicht so gut auskannte. "Seine katholische Kindheit muss grausam gewesen sein.", dachte ich, um mich selbst zu trösten.

B. verließ übrigens schon während der ersten Hälfte der 90er Jahre die SPD. Sie war ihm nicht links genug. Aus heutiger Sicht war er also schon damals Teil der Auflösungserscheinungen am linken Flügel der SPD, die sich bis heute fortsetzen. Ich konnte seinen Austritt gut verstehen. Nicht verstehen kann ich das Gerangel um die bürgerliche Mitte. Ich möchte bei der nächsten Wahl zwischen links und rechts entscheiden können. Wenn alles „mitte“ ist, kann ich auch zu Hause bleiben oder kann womöglich meine eigene Partei nicht wählen.

Mehr zum Thema: www.meinespd.net/weblogs/beitrag/1027

Kommentare (6)

Foto: Jens Martin
von Jens Martin | 30.03.2008 | 16:38 Uhr

Moin,

ich bin auch Christ, arbeite im hiesigen Gesprächskreis "SPD und Kirchen" mit, der den (beiderseits) eingeschlafenen Kontakt zwischen SPD und Kirchen wieder herzustellen.

Christentum und ganz weit links sein ist nicht ein- und dasselbe. Ganz weit links sein nützt nämlich wenig, wenn man dafür keine Mehrheit hat. - Ich glaube, dass wir in einer Gemeinschaft leben, in der Kompromisse gemacht werden müssen. Jesus hat auch keinem seinen Glauben aufgezwungen oder auch nur, unter dessen Bedingungen zu leben.

Es kommt auf die Zielsetzung an. Wenn man die nicht aus dem Auge verliert, darf man auch manchmal Umwege machen. Jesus ist auch nicht am ersten Tag nach Jerusalem gezogen, um den Pharisäern die Leviten zu lesen.

Und: Mir fehlen bei dem häufig wiederholten Vorwurf, die SPD sei nicht mehr "links" zwei Definitionen: 1. Was ist denn "links" heutzutage? 2. Was ist gerecht? Ehe das nicht geklärt ist, ist der Vorwurf nicht belegt.

Zu dem zweiten Punkt sollte man z.B. die Aspekte der Generationengerechtigkeit beachten (Unsere Kinder können nix dafür, dass sie so wenige sind und sollen uns trotzdem inklusive Rentenerhöhung durchfüttern, bis sie nichts mehr für die eigene Zukunft übrig haben? Ich beglückwünsche meine eigenen Jungs zur Rente mit 67!) und ebenso den Zeitfaktor von Gerechtigkeit: Jesus wollte keine schnelle Revolution, er wollte überzeugen.

Wenn wir in Tippelschritten zum Demokratischen Sozialismus kommen, blamieren wir uns nicht. Auch nichts als Christen in der SPD.

Jens

Gravatar von Peter Weigelt
von Peter Weigelt | 01.04.2008 | 17:02 Uhr

Unfassbar, wie die Propaganda der Reaktionären schon in der SPD Einzug gehalten hat.

Da sind sie wieder die Sprüche von den Wenigen, die die vielen Rentner durchfüttern - unglaublich.

Mensch 1960 haben 5 Arbeiter einen Rentner ernährt und 2030 sollen es zwei tun - und? Die zwei schaffen 2030 locker die Leistung von 20 Produktiven in in 1960 - weil der Produktionsfortschritt nicht aufzuhalten ist.

Was man aufhalten kann, dass ist die Teilhabe der Produzenten an diesem Fortschritt - und SPDler, die das akzeptieren oder für normal halten, die sind wahrlich in der falschen Partei - oder?

Wann wird dieses reaktionäre Gerede endlich beendet?

Es gibt keine Problem mit der Bevölkerungspyramide es gibt ein Problem mit der Verteilung gesellschaftlichen Reichtums.

Selbst wenn alle Rentner von den Zinsen ihrer Ersparnisse leben würden, wer erwitschaftet dann die Zinsen? Mensch - Mensch - wehrt euch endlich gegen die Propaganda der Medien - bezahlt von den Medien-Besitzern.

Foto: Jens Martin
von Jens Martin | 04.04.2008 | 15:49 Uhr

Es ist mir schleierhaft, warum Leute, sobald sie "Rente mit 67" lesen, sofort drauf anspringen und natürlich sofort genau wissen, was "gerecht" ist. Das Produktivitäts-Argument würde im übrigen nur dann hinhauen, wenn die Rentner auch nur den Satz von 1960 bekommen würden. Hört sich irgendwie auch nicht gerecht an...

Außerdem vermisse ich in dem vorigen Kommentar irgendeinen Bezug zu der eingangs gestellten Frage, wie es mit Christsein und SPD steht.

Beste Grüße,

Jens

Foto: Rudolf Starosta
von Rudolf Starosta | 05.04.2008 | 15:15 Uhr

@ Kommentar 2 und 3:

Wie wir bei der Rentendiskussion gelandet sind, wo ich doch über meine frühsozialistischen Erfahrungen berichtet habe, ist mir auch nicht ganz klar, jedenfalls habe ich in der Gemeinde Kontakt zu mehreren älteren Damen, die mit einer Winzigrente auskommen müssen. Sie passen herrlich in das Klischee: zeitlebens im Haushalt für Mann und Kinder zurückgesteckt und nun quasi mittellos.

Ich habe keine klare Vorstellung, wie viel Rente in Euro ausgedrückt gerecht ist. Mir hat es aber doch einen Stich versetzt, wie diese Damen ihren Einkaufsalltag auf Discounter und Sonderangebote abstellen und ein Brot aus dem Reformhaus für sie schon unerreichbaren Luxus darstellt. Komisches Deutschland.

@ Kommentar 1:

Das gewichtige Argument der Mehrheitsfähigkeit sehe ich in meinem Blog als nachrangig an. Im Parlament und in politischer Verantwortung brauche ich sie, aber sie hilft kaum, um mir über grundsätzliche Fragen klar zu werden. Im Gegenteil, was in den vergangenen Jahrzehnten in der SPD alles so mehrheitsfähig war, lässt mich eher gruseln; man nehme z.B. die Einstellung zur Atomkraft.

Gravatar von Peter Weigelt
von Peter Weigelt | 08.04.2008 | 10:07 Uhr

Lieber Jens,

woher nimmst du denn deine Schlußfolgerung? Aus dem Bauch?

Wenn ich den Eingangspost lese, dann sehe ich meinen Beitrag nur bestätigt. In dem Beitrag ging es doch wohl um "links sein", oder?

Wer das reaktionäre Gerede über die Alterspyramide verteidigt und nicht sieht, oder nicht sehen will, dass die reaktionären Gesetze gerade während der Rot Grünen Koalition geradewges in die Armut führen, der ist ganz weit rechts gelandet.

Ganz schlimm wird es, wenn der SPD Vorsitzende oder eine Frau Kraft davon sprechen, dass bei 28 Prozent Rentenbeitrag - wie von der Linken gefordert - der Arbeiter dann nicht mehr in Urlaub fahren könnte.

Wohl wissend, dass der Arbeiter bereits heute 14 Prozent zahlen muß, will er nicht auf Sozialhilfe landen. Der Lügen-Beitragssatz von 20 Prozent entlastet nur die Arbeitgeber. Die Zahlen nur 10 Prozent.

Gleiches gilt für die Krankenkasse. Der Krankenkassensatz ist nur deshalb bei 15 Prozent, weil die Bemessungsgrenze so gering ist und sich immer mehr Junge aus dem System verabschieden. Ein Gutverdiener mit 5000 Euro kann die Krankenkasse seiner Ehefrau durch zwei Schlechtverdiener mit je 2500 Euro bezahlen lassen. Denn die zahlen nahezu das Doppelte ins soziale Netz der Krankenversicherung.

Ganz zu schweigen von der Zuzahlung und der Arztgebühr. Die  selbstverständlich auch nur zur Entlastung des Arbeitgeberanteils und damit zur Abschaffung der paritätischen Sozialgemeinschaft führt.

Das sind die wirklichen Ursachen für die Klage, die im Eingangspost geführt wird.

Foto: Rudolf Starosta
von Rudolf Starosta | 11.04.2008 | 21:28 Uhr

Von den ganzen Prozentangaben ist mir etwas schwindelig, aber dass ich als gesetzlich Versicherter mehr bezahle als so mancher privat Versicherte und dafür im Krankenhaus das Dreibettzimmer bekomme, während der privat Versicherte im Einzelzimmer liegt, ist eins der großen Mysterien unseres Gesundheitssystems. Ich hoffe Ulla Schmidt wird es richten.