Ich und die SPD

Über dieses Blog
Meine Ansichten zu aktuellen Entwicklungen in der SPD und Reformvorschläge.
Für mich ist die SPD die Partei, die am ehesten Wirtschaftspolitk mit Sozialstaat verbinden kann.
Bürgerversicherung
Bis jetzt ist doch vieles nur klein klein gemacht worden, es gab Leistungskürzungen, etc. Jetzt haben wir eine Art Kompromiss zwischen Bürgerversicherung und Kopfpauschale, was ich persönlich für sehr unzureichend halte.
Neben den Mindestlohn, sollten wir auch andere Themen, wie eben die Bürgerversicherung in den Vordergrund stellen.
Ein erster Schritt könnte es sein, indem wir in der Pflegeversicherung und in der Gesundheitsversicherung die Lohnnebenkosten abschaffen und es auf das Steuersystem umschlagen. Der Vorteil ist, dass dann alle, also auch Selbstständige, Beamte und Reiche für die Gesundheit + Pflege zahlen.
Unternehmen könnten ja weiterhin Lohnnebenkosten zahlen, die man dann bei 6,5 - 7% einfriert (ich gehe mal davon aus, dass die Politik die Unternehmenssteuern nicht erhöht, dies müsste aber geschehen, wenn man im Gegenzug die Lohnnebenkosten auch für Unternehmen abschaffen möchte. Wäre aber schon, wenn man die totale Umstellung hinkriegt, also gar keine Lohnnebenkosten mehr, dafür höhere Steuern). Dadurch erreicht man, dass die Sozialversicherung von mehreren und mehr starken Schultern getragen wird.
Ansonsten müssen wir alle 2-3 Jahre bei der Gesundheit nachbessern.
Eine große Mehrheit der Deutschen möchte die Bürgerversicherung und sie ist gegenüber allen anderen Systemen, das bessere System. Es ist nicht perfekt, aber dennoch gut.
Außerdem hat die SPD mit Karl Lauterbach einen absolut hervorragenden Experten für die Bürgerversicherung. Er redet zwar zuweilen etwas langweilig, ist aber ein Genie und absoluter Experte!
Ich finde, dass die SPD dieses Thema aufgreifen und wieder stärker in den Vordergrund rücken sollte.
P.s.: Achja, man sollte auch die Kosten transparenter gestalten, so könnte man eventuell auch noch etwas einsparen.
P.s.s.: Damit der "ganz kleine Mann" durch die höheren Steuern nicht zu stark belastet wird, sollte man die Freibeträge erhöhen.
Kommentare (10)
Hallo Thomas,
ich halte diese Einheitsversicherung für ganz großen Quatsch.
Schon heute das System der GKV an Gefräßigkeit und Verschwendungssucht kaum zu übertreffen. Warum sollte das bei einem totalen Monopol besser werden ?
Schon heute zahlen schon die Privatversicherten (indirekt über Steuern) massiv zu, und dennoch sind die Beiträge selbst für viele Geringverdiener teuerer als in der Privaten.
Die Versorgungsqualität ist ebenso miserabel wie die Honorierung der Ärzte. Von einem durchschnittlichen Stundensatz von 30,- kann ein niedergelassener Arzt nicht leben.
Das große Problem des Systems GKV ist, daß es KEINEN Wettbewerb gibt. Selbst zwischen den (noch einigermaßen effizienten) kann man dank Ausgleichsfond nicht von Wettbewerb sprechen. Bei den KV'en herrscht ganz und gar ei Monopol, sodaß diese einen riesigen, gefräßigen Bürokratieapparat nähren können, und - weil's das ja noch nicht schlimm genug ist - auch noch die Ärzten mit sinnloser Bürokratie von der Arbeit abhalten.
Ich sehe ich nicht, daß das mit einer gleichgeschalteten Einheitsversicherung besser würde.
Stattdessen sollte endlich das gesetzliche Monopol, einschließlich der Pflichtmitgliedschaft der Abhäng-Beschäftigten, fallen und der Moloch nicht weiter mit Steuergeldern subventioniert werden.
Selbstverständlich können viele Menschen sich keine vernünftige (private) Krankenversicherung leisten - ganz gleich ob angestellt oder selbstständig. Demzufolge benötigen die Betroffenen also eine entsprechend dimensionierte Stütze.
Daß im Bereich Verbraucherschutz noch einiges getan werden muß, ist wieder ein eigenes Thema.
Fazit: die GKV ist miserabel, eine Einheitsversicherung würde das nur noch schlimmer machen.
Gruß
Dies ist nicht ganz korreckt. Es wurden 4,2 Mrd. € an Bundeszuschüssen vergeben, die wurden gestrichen, ab 2009 soll es einen Zuschuss wieder von 1,5 Mrd. € geben. Das die privaten also sehr viel zahlen, stimmt so nicht.
Außerdem spreche ich nicht von einer Einheitsversicherung. Alle zahlen ein, aber man kann sich weiterhin privat versichern. Die Versicherung in einer gesetzlichen bzw. privaten steht jedem frei. Nur werden die gesetzlichen Krankenkassen (dsie noch stärker fusionieren) sollten nicht über Lohnnebenkosten, sondern über Steuern finanziert. Da kommt wesentlich mehr hinein als die 1,5 Mrd. € jährlich über den Bund (ab 2009).
Es besteht dann also weiterhin Wettbewerb mit den privaten Versicherungen.
Mehr Kostentransparenz sollte es wie gesagt auch geben. Vielleicht kann man auch noch beim Leistungskatalog etwas sparen, aber da kenne ich mich nicht gut genug aus.
Aber das Privatversicherte schon jetzt sehr viel zahlen in die Gesundheitsversorgung ist so nicht richtig, der Anteil ist relativ klein. Bei einer Bürgerversicherung wäre der Beitrag wesentlich größer.
Vielleicht ist der Name Bürgerversicherung bei mir falsch gewählt, da es bei meinen Vorstellungen keine Einheitsversicherung geben soll, aber es sollen alle ins System einzahlen über Steuern und so wird dann die Finanzierung langfristig auch sichergestellt. PKVen sollen weiterhin bestehen.
Doch Thomas, wir privat versicherten zahlen relativ viel in das System ein. Indem wir nämlich direkt den Arzt am Leben erhalten.
Ich habe meine Rechnungen gerade nicht parat, und weiss auch nicht, wie man das im GKV-Fallkatalog nachsieht, aber:
Ich bin nachts nach einer Bauchkolik einmalig zusammengeklappt. Bis auf eine leichte Diarrhoe hatte ich sonst keine Symptome. Nach ausführlicher Untersuchung durch eine Allgemeinmedizinerin (inkl. Sono) wurde ich an einen Tropf gehängt, der MCP und Buscopan enthielt. Du als GKV-ler wüsstest das noch nicht mal - ich kann Dir sagen, dass ich nach Erhalt meiner Rechnung die Ärztin ziemlich zusammengestaucht habe, da dies einen Ileus auslösen kann und gemeinhin nicht als lege artis gilt.
Wie dem auch sei: Allgemeine US + Sono + Infusion waren schlappe 240 Euro (sic!). Die hätte besagte Ärztin NIE IM LEBEN von der GKV gekriegt, obwohl sie einem GKV-ler (hoffentlich) die gleiche Behandlung hätte zukommen lassen.
Interessant, ich wusste gar nicht, dass ich davon angeblich keine Ahnung habe. Wer sagt denn, dass ich kein Privatversicherter bin? Ich war lange Zeit Privat versichert, nun gesetzlich, meine beiden Eltern sind weiterhin privat versichert.
Ich weiß, dass privatversicherte viel dazu beitragen, da so Ärzte ordentlich Gewinne machen können, aber Ärzte können auch so allein, nur durch GKVler leben. Außerdem habe ich schon gesagt, dass in meinen Vorstellungen, die PKV nicht abgeschafft werden soll, sie bleibt erhalten, es zahlen aber alle für unser Gesundheitssystem ein, man kann sich dann freiwillig in der GKV oder in der PKV versichern. Von daher ist dieser Punkt nicht wirklich relevant.
Wenn der gesetzlichen Rentenversicherung das Geld zurückgegeben würde was man ihr genommen hat um die Wiedervereinigung zu finanzieren und die Milliarden dazu die die Riester-Rente kostet und die in die Privatversicherungen fließen, stände die gesetzliche Renrtenversicherung blendend da. Im übrigen, das ganze Geschwätz von der Nichtfinanzierbarkeit der gesetztlichen Renten soll nur dazu dienen, die Gesetzliche RV zu Gunsten der Privaten abzuschaffen und denen dafür die Taschen vollzuschauffeln. Und dieses alles mit Hilfe einiger von unserem Staat alimentierter Professoren. Was mit den Privaten reihenweise geschieht: Siehe USA.
Ich möchte mich an der Stelle erstmal auf die Krankenversicherung beschränken. Da sind vorallem die Kassenärztlichen Vereinigungen mit ihren riesigen Bürokratieapparaten der größte Schädling. Nicht nur, daß die Ärzte mit teils lächerlichen Honoraren leben oder gegen jeden Honorarbescheid ein paar Jahre klagen müssen, sondern auch notwendige Behandlungen künstlich verzögern und damit Patienten direkt geschädigt werden.
Wenn der Zweck dieses Systems darin besteht, die unteren Eingkommensgruppen zu stützen und behauptet wird, daß diese weniger als in der Privaten bezahlen - warum läßt dann genau diesen Menschen nicht die Wahl ?
Warum besteht die Befreiungsmöglichkeit nur für besonders hohe Einkommen, nicht aber für die besonders geringen ?
Wo ist das sozial ?
Wäre es nicht viel sozialer, die gerade Geringverdiener auf Wunsch zu entlassen und dafür die Großverdiener mit einzubeziehen ?
Gruß
Also, zunächst einmal sind doch wohl die Privatversicherten diejenigen, die sich aus der solidarischen Finanzierung verabschiedet haben, unabhängig der Kritikpunkte am System der GKV. Steuern die möglicherweise in das System fließen werden doch wohl von allen finanziert und nicht nur von den Privatversicherten.
Ich lese hier viele Westerwelleargumente, vielleicht sollten sich einige erst mal überlegen welches Gesellschaftsmodell sie denn überhaupt wollen.
Bernd Schumann schrieb:
> Also, zunächst einmal sind doch wohl die Privatversicherten
> diejenigen, die sich aus der solidarischen Finanzierung
> verabschiedet haben, unabhängig der Kritikpunkte am
> System der GKV.
Nein, andersrum: wir Selbstständige sind überhaupt nicht mit einbezogen (wie zB. auch Beamte). Für uns ist die GKV sogar sehr teuer - UNABHÄNGIG vom Einkommen.
Im Übrigen finde ich es schon ein wenig merkwürdig, daß man noch nichtmal ein hohes Einkommen braucht, um in der GKV deutlich draufzulegen.
Ganz grobe Überschlagsrechnung:
1000,- Gehalt. 14% Beitragssatz = 140,-.
Dafür bekommt man schon eine vernünftige Private.
Der Arbeitgeber zahlt aber auch nochmal so viel.
Ergo sind wir schonmal grob beim Doppelten Preis !
Rein rechnerisch lohnt sich also nur bei einem Verdienst deutlich 1000,-
Gut, für manchen ist die Private noch etwas teurer (Krankheiten, Risikogruppen, etc), aber wäre es nicht einfach, diesen Betroffenen eine Stütze zu geben ?
> Steuern die möglicherweise in das System fließen werden
> doch wohl von allen finanziert und nicht nur von den
> Privatversicherten.
Ja, aber dann sollen bitte auch alle davon profitieren.
Als Selbstständiger werde ich hier von der GKV ausgenommen, ohne jemals irgenteinen Anspruch zu haben.
Das empfinde ich als Diskriminierung.
Gruß
>>Ganz grobe Überschlagsrechnung:
1000,- Gehalt. 14% Beitragssatz = 140,-.
Dafür bekommt man schon eine vernünftige Private.
Der Arbeitgeber zahlt aber auch nochmal so viel.
Ergo sind wir schonmal grob beim Doppelten Preis !<<
Falsch.
1.000 € Gehalt. 14 % Beitragssatz = 140 .-, aber:
Man selbst zahlt davon 70 € (um korreckt zu sein: 79 € es gibt noch einen Aifschlag für Arbeitnehmer in Höhe von 0,9 %. Der Arbeitgeber legt noch einmal 7 % rauf, also 70.- .
Die 14 % werden aufgeteilt, es ist nicht so, dass sowohl der Arbeitnehmer, als auch der Arbeitgeber 14 % zahlen, sondern beide zahlen 7 %. Okay, der Arbeitnehmer 7,9 % wegen des Zuschlages von 0,9 %.
Ich bin der Meinung, eine jeder sollte in das gesetzliche Krankenversicherungssystem einbezahlen müssen.
Man sollte das ganze System auch einmal von folgender Warte aus betrachten:
Beamte brauchen nicht in die GKV einzubezahlen.
Sie haben Anspruch auf Beihilfe.
Beamte sind staatliche Bedienstete.
Der Staat, ergo jeder Bürger, finanziert die Beihilfe der staatlichen Bediensteten.
Wird nun einer dieser Bürger krank und ist selbst GKV-versichert, so kommt er in den "Genuss" ebensolcher medizinischer Versorgung.
Wird aber ein staatlicher Bediensteter (der ja logischerweise auch ein Bediensteter des o.g. kranken GKV-versicherten Bürgers ist) krank, dann ist dieser Beamte Privatpatient und kommt in den Genuss (ohne Gänsefüsschen) einer bevorzugten medizinischen Behandlung.
Frage:
Welcher in der Privatwirtschaft beschäftigte dienstbare Geist wird denn medizinisch besser versorgt als sein Arbeitgeber?
Ich glaube nicht, dass es so etwas in der Privatwirtschaft gibt.
Man sollte auch einmal darüber nachdenken.
Und wenn sich viele Bürger in der Sache zusammentun, dann tanzt man uns vielleicht zukünftig von Beamtenseite weniger auf der Nase herum.
Weil:
der Beamte muss nun mal endlcih einfach damit fertig werden, dass er zum Dienstpersonal des Bürgers gehört.
Und dem Beamten sei die privatärztliche Versorgung ja vergönnt, aber der Bürger, der das finanziert, der sollte bitteschön gefälligst mindestens genau so gut versorgt werden.




