meineSPD.net - Vernetz Dich in der SPD Community: Modulbezeichnung

zur SPD-Community
 

Achtung! Könnte Nüsse enthalten.

Foto: Sascha Voß
 
von Sascha Voß

Über dieses Blog

Es geht oft um Freiheit.
Manchmal geht es um Gerechtigkeit.
Solidarität kommt auch vor.

Vor allem aber geht es um den Unterschied zwischen Freisinn und Sinnfreiheit, meine Hoffnungen und Ziele für Deutschland und die SPD.

Foto: Sascha Voß
von Sascha Voß | 11.05.2008 | 12:17 Uhr

Strohfeuer Managergehälter

Firmen zahlen Managern nicht viel zu viel Geld, weil sie nicht wissen, wohin mit dem Geld. Sie tun es, weil sie das viele Geld haben, die betreffenden Posten sehr wichtig für die Gesamtzukunft des Unternehmens sind und daher mit den möglichst besten besetzt werden sollen.

Der Skandal ist auch nicht, dass der Manager soviel Geld bekommt. Der Skandal ist, dass die anderen Angestellten so wenig bekommen.

Lösung? Mindestlohn und Sonderzahlungen.
Für ganz unten braucht man einen Mindestlohn. Gerade in Phasen wie der jetztigen, mit vielen Arbeitslosen, ist es einfach für die Firmen, unten zu sparen. Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen, direkt an den Löhnen, wems nicht gefällt, der kann ja kündigen.
Das Unternehmen wird Kirche und predigt den freien Willen, Hartz IV und Langzeitarbeitslosigkeit sind die Fegefeuer einer diesseitsbezogenen Gesellschaft und Ablass wird damals wie heute erkauft.

Die Abschreckwirkung des Agenda 2010, insbesondere des ALG II, war Teil des Kalküls, der stinkende Motor der "Fordern"- Seite.
Aber wenn irgendwo nachgebessert wird, dann nicht zuerst an Bezugsdauern oder Beihilfesätzen, sondern an den Aufweichungen der Pflichten auf Arbeitgeberseite, Kündigungsschutz und Zeitarbeit.

Die Gewerkschaften können ihren Part in der vielbeschworenen Tarifautonomie nicht spielen, wenn ihre Mitglieder und Sympatisanten auf z.T. kriminelle Art und Weise an der Organisation gehindert werden, mit allen juristischen Tricks und eben auch darüber hinaus [Ausgliederung, Zersplitterung, Abhörvorgänge, Funktionärsbestechungen].

Aus dem gleichen Grund gibt es Probleme im Mittelbau. Menschen, die in erfolgreichen Unternehmen fest angestellt sind irgendwo zwischen dem Oberen Management und den Positionen, die durch die einfache Verfügbarkeit neuer Arbeitskräfte NICHT direkt bedroht ist.
Der bröckelnde Mittelstand. Die sind natürlich vom Mindestlohn nicht betroffen.
Unter normalen Umständen könnten die Gewerkschaften in erfolgreichen Zeiten also hier höhere Löhne verlangen. Klappt, wenn sie es drauf anlegen. Wie bei der Bahn.
Warum muss eine Teilgewerkschaft eigentlich den radikalen und sturen machen, das große Risiko eines einzelnen Streiks gegen den Willen ihrer Schwestergewerkschaften eingehen, nur um nach dem Sieg festzustellen, dass der Chef einer dieser Schwestergewerkschaften, die sich lautstark gegen den Streik der Lokführer ausgeprochen und ihnen die Spaltung der Arbeitnehmerschaft vorgeworfen hat, seinen Schafspelz abgibt und endlich auch offiziell auf Arbeitgeberseite steht?

Vielleicht würde es reichen, die Gewerkschaften irgendwie strukturell zu stärken, ich weiß nur nicht, wie.
Eine andere Möglichkeit wäre, Unternehmen generell zu verpflichten, ab einer bestimmten Gewinnsumme Geld an die Mitarbeiter auszuschütten.
Das darf natürlich nicht die Gewinnsumme im betriebswirtschaftlichen Sinn sein. Dann könnten sich die Vorstände überlegen, ob sie das Geld dem Pöbel oder einem gegelten Strahlemann geben, für sie ist es verloren. Vielmehr müsste das Geld vorher verteilt werden, so dass die Vorstände weniger zur Disposition haben.

Da die Mitarbeiter von dem Geld allerdings wohl eh nicht viel hätten, ist vielleicht eine Begrenzung der Abzugsfähigkeit von Mangergehältern ein guter, nicht-radikaler Schritt, da man nur im Steuergesetz ein bisschen schrauben muss, das verwurstet genug ist, anstatt ein "Umverteilungsgesetz" durch das Parlament und die Länderkammer wuchten zu müssen, was vielleicht in seiner Polarisierung helfen würde, das Profil der SPD endlich ins richtige Licht zu rücken, aber auch zu einem heroischen Scheitern führen könnte.

Gleichzeitig ist eine Stärkung der Gewerkschaften nötig, da müssen wir mehr tun. Bei Fällen wie Lidl, BurgerKing und Co. muss der Staat die Arbeitnehmerrechte schützen, anstatt sie nur zuzulassen.

Die Mangergehälter sind ein Nebenkriegsschauplatz. Höchstens. Ein Ablenkungsmanöver, wie Zumwinkel und Lichtenstein.

Wir dürfen nicht den Fokus von Symptom zu Sympton schwenken.
Wir müssen uns auf die Krankheit konzentrieren.

Kommentare (0)