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Für einen neuen Kurs! Die SPD muss in die Mitte!

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von Enzo Dionisio

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Die SPD muss sich wieder in der Mitte sammeln. Wir haben Regierunsverantwortung und müssen nun langsam wieder an Glaubwürdigkeit gewinnen! Wir brauchen programatische Ideen. Auf Dauer! Wir dürfen es uns nicht leisten, heute A zu sagen und morgen B daraus zu machen!

Foto: Enzo Dionisio
von Enzo Dionisio | 11.05.2008 | 18:41 Uhr

Das Ende einer goldenen Rhetorik-Ära.

In einigen Monaten wird sich vielleicht ein politischer Wechsel durch die Bundestagswahl 2009 ereignen. Bedauerlicher aber
sind die Rückzüge aus der Politik großer Genossen unserer Partei.

Es war eine Zeit von Wortduellen, Argumentationsschlachten, prägnante Diktionen. Die Abgänge von unseren Genossen Schröder, Struck und vielleicht auch bald Müntefering bedeuten die Verabschiedung von den letzten Männern aus einer Zeit, in der noch wirklich politisch gekämpft wurde. Genossen wie Schmidt, Brandt und Wehner unterscheiden sich deutlichst von den heutigen! Der Unterschied zur heutigen Politik liegt darin, dass nicht nur um "Recht auf Arbeit" oder um die Pflegeversicherung, die Reform der Pendlerpauschale und die Verlängerung der Bezugsdauer von "Hartz IV" um ein paar Monate gestritten wurde, sondern ums Ganze: Um die allgemeine Grundausrichtung der Republik und die Perspektiven Europas! Um die Demokratie selbst und ihre künftige Ausgestaltung!


Im Spiegel heisst es:

Was fehlt, sind die Redeschlachten: Als Herbert Wehner und Rainer Barzel, Willy Brandt und Franz-Josef Strauß, Helmut Schmidt und Otto Graf Lambsdorff das Rednerpult im Bundestag zum rhetorischen Feldherrenhügel machten.
(....) gehörten sie (Schröder,Struck) noch zu jener Nachfolgegeneration, die weder Sabine Christiansen noch Anne Will kannte und das öffentliche Reden noch auf Marktplätzen, tumultösen Parteiversammlungen, in überfüllten Hörsälen und polemischen Parlamentsdebatten gelernt hat. Ihre Einschaltquote hieß Bierzelt oder Unterbezirksparteitag, und der Feind stand noch klar erkennbar auf der anderen Seite der Barrikade (...)

Weiter heisst es: Argumente wurden zu Waffen in einem Streit, der nicht einfach in der nächsten Koalitions- oder "Konsensrunde" aufgelöst werden konnte. Hinter den Kombattanten der Wortschlachten standen symbolisch noch die Armeen zur stellvertretenden Rettung vor den kommunistischen Horden aus dem Osten. Es gab noch echte Vertriebene, echte Kommunisten und echte Reaktionäre.

Genau das alles, fehlt unserer Politik. Wir vergessen mehr und mehr das wesentliche. Es gibt keine echten Debatten mehr! Wir machen große Worte auf dem Papier! Und vor dem Micro? Da werden schön formulierte Zettelchen vorgelesen. Meistens Nonsens, der übermorgen schon wieder widerrufen wird ( hoppla irgendwie muss ich da an Hessen denken)
Uns fehlen richtige Rhetoriker! Redeschlachten! Richtige Diskussionen mit dem "Feind" ( ja.. ich spreche auch von der Linkspartei) Uns fehlt ein Profil! Andere Parteien sollten unsere Politiker "fürchten" wie damals Wehner für seine Debatten gefürchtet war.

Ich fordere und wünsche meiner Partei echte und mutike Rhetoriker, den Weg zurück zu richtigen Debatten mit fähigen Leuten dazu! Nur so zeigen wir Flagge! Denn aus vergangenem kann man lernen. Ich wünschte mir, liebe Genossen, ich wäre zur Zeit Schmidts und Wehners schon auf der Welt gewesen.
Ich bin bereit.

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