meineSPD.net - Vernetz Dich in der SPD Community: Modulbezeichnung

zur SPD-Community
 

Mein Senf dazu ist....

Foto: André Dietzschke
 
von André Dietzschke

Über dieses Blog

....hier gebe ich einfach mal hin und wieder meinen Senf zu aktuellen Themen ab.

Foto: André Dietzschke
von André Dietzschke | 08.06.2008 | 21:41 Uhr

Pendlerpauschale endlich sozial Gerecht....

Liebe Genossinnen und Genossen,

seit dem Wegfall der Pendlerpauschale für die ersten 20 Kilometer ist eine heftige Diskussion über den sozialen Ausgleich des Arbeitsweges diskutiert worden. Doch, wenn man sich den Diskussionsverlauf ansieht, merkt man schnell, dass man sich ausschließlich innerhalb des Rahmens der Einkommenssteuer bewegt.

Die Tatsache, dass der Weg zur Arbeit ausschließlich denen ausgeglichen wird, die auch Steuern zahlen, ist sozial nicht haltbar. Es hat einmal das Beispiel eines Auszubildenden mit einem Arbeitsweg von 35 Kilometern in die Diskussion gebracht. Leider hat er dabei eine Kleinigkeit vergessen. Auszubildende zahlen gar keine Steuern, von denen Sie die Pendlerpauschale absetzen könnten.

Alle Einkommen unter 15.000 € im Jahr, also besonders die Einkommen, die es am meisten benötigen, sind völlig von der Pendlerpauschale ausgeschlossen.
Weiter ist die Tatsache, dass die Pendlerpauschale über die Einkommenssteuererklärung abgewickelt wird, nicht sehr zielführend. Die Menschen, die auf einen Ausgleich angewiesen sind, brauchen das Geld jeden Monat und nicht einmal im Jahr, wenn das Finanzamt die Abrechnung beendet hat.

Die Zukunft der Pendlerpauschale liegt in einem unabhängigen System. Allen Menschen muss es ermöglicht werden, die Pendlerpauschale in Anspruch zu nehmen, gestaffelt nach dem Einkommen und ab dem ersten Kilometer.

Ich würde mir endlich mal eine konstruktive Diskussion wünschen, die allen, und besonders denen die es benötigen, hilft.

Euer André

Kommentare (4)

Foto: Stefan Sommer
von Stefan Sommer | 10.06.2008 | 16:40 Uhr

Mein Problem mit der Pendlerpauschale: ich kann nicht verstehen, wieso jemand, der weit entfernt von seinem Arbeitsplatz meist günstiger wohnt, als derjenige, der näher an seinem Arbeitsplatz wohnt, zusätzlich durch eine Steuerermäßigung nochmals für das preisgünstigere, aber nicht gerade umweltfreundliche entfernte Wohnen belohnt werden soll. Müsste man dann nicht - der Gerechtigkeit willen - auch Menschen, die teurer in der Stadt wohnen, durch ihr Wohnverhalten die Umwelt aber weitaus weniger belasten, belohnen?

Foto: Marcus Ruckdeschel
von Marcus Ruckdeschel | 03.07.2008 | 21:08 Uhr

Hallo Andre,

zunächst möchte ich feststellen, dass ein 25-Jähriger, lediger Arbeitnehmer mit Bruttoarbeitslohn in Höhe von 15.000 €, bei Abzug des Werbungskostenpauschbetrages, des Sonderausgabenpauschbetrages und der Vorsorgepauschale ein zu versteuerndes Einkommen in Höhe von 12.126 € und bei Anwendung des Grundtarifs eine Einkommensteuerzahllast in Höhe von 845 € abzuführen, hat. Dies gilt auch für alle Auszubildenden, deren Ausbildungsvergütung zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit gehört und unabhängig vom Alter der Besteuerung unterliegt. Keine Steuern zahlen nur diejenigen, deren zu versteuerndes Einkommen unter dem Grundfreibetrag von 7.664  € liegt - leider (bezogen auf die Löhne, nicht auf das Steuereinkommen) sind das in Deutschland immernoch viel zu viele Menschen.

Unabhängig davon stimme ich dir zu wenn es darum geht, die Aufwendungen für Wege zwischen Wohnung und Arbeit außersteuerlich zu subventionieren. Zum Beispiel in Form von Erleichterungen beim steuerfreien Arbeitgeberzuschuß oder der USt-Ermäßigung auf Treibstoffe, damit die Menschen in Deutschland die von Ihnen geforderte Flexibilität bei der Arbeitsplatzwahl auch wieder erfüllen können.

Meine persönliche Ansicht ist, dass es sich beim Thema Wiedereinführung der Pendlerpauschale um eine rein populistische Kampagne handelt - selbst beim Spitzensteuersatz plus Reichensteuer und Solidaritätszuschlag von 47,475 %, handelt es sich, bei 220 Arbeitstagen um 2089 €, beim normalen Arbeitnehmer mit 20,4 % nur noch um 898 € und, wie du schon sagst, bei denen die es am nötigsten haben, um noch weniger - Nein den Menschen muss anders und gerechter verteilt geholfen werden. Das sollte EIN Ziel unseres Engagements und Bürgerauftrags sein.

Foto: Jakob Schmitt
von Jakob Schmitt | 04.07.2008 | 14:47 Uhr

Auch ich bin der Ansicht, dass wir unbedingt eine sozial gestaffelte Pendlerpauschale brauchen.

Denkbar wäre etwa, künftig von der zu zahlenden Einkommensteuer 10 Cent je Kilometer abzuziehen (anstatt wie früher 30 Cent vom zu versteuernde Einkommen).

Besser gestellt im Vergleich zur alten Regel würden also all diejenigen, deren Grenzsteuersatz bei weniger als 33,3% liegt, was bekanntermaßen auf die Mehrheit der Arbeitnehmerschaft zutrifft. Am meisten profitieren würden (arbeitende) Menschen, die nur wenig oder überhaupt keine Einkommensteuer zahlen.

Freilich würde eine solche Regelung aber auch deutlich mehr als 2,5 Mrd. Euro kosten. Für Steuerzahler, deren Grenzsteuersatz bei mehr als einem Drittel liegt, müsste man möglicherweise die ursprüngliche Regelung wiedereinführen, da sonst die Union vielleicht nicht mitmacht.

Foto: Silke Jobst
von Silke Jobst | 17.07.2008 | 15:56 Uhr

Immer wieder lese ich, dass die Pendlerpauschale für Pendler, die „schön und günstig im Grünen oder in Vororten“ wohnen quasi ein Ausgleich  zu den hohen Wohnungskosten wie z.B. im städtischen Bereich ist. Hat sich aber schon mal einer überlegt, dass man sich nicht immer aussuchen kann, wo man arbeitet? Ich habe in meiner gesamten beruflichen Laufbahn nicht einen Job in Heimatnähe gehabt. Ich bin immer gependelt und habe dabei von einer täglichen Kilometerleistung von 60 km über 80 km bis zu 160 km gehabt. Erst wohnte ich „upp’n Dorfe“. ÖPNV? Kann man vergessen. Also war Auto Pflicht. Jetzt wohne ich in der Stadt, aber nicht in der, in der ich arbeite. Der ÖPNV ist leider immer noch keine Alternative. Und da mein Partner einen Job vor Ort hat, werde ich bestimmt nicht umziehen. Also, man muss es immer von zwei Seiten sehen, aber das Argument mit dem „Günstig-Wohnen-auf-dem-Lande“ passt nicht wirklich.

Es grüßt recht herzlich
Eure Silke