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Altonaer Blog

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von Thorsten Scheffner

Über dieses Blog

In diesem Blog werde ich mehr oder weniger regelmäßig (wie ich mich kenne weniger regelmäßig) aktuelle Themen besprechen. Natürlich absolut subjektiv.

Foto: Thorsten Scheffner
von Thorsten Scheffner | 13.12.2007 | 12:43 Uhr

Managergehälter als Ablenkungsstrategie

Es muss einem doch verdächtig vorkommen, wenn eine CDU-Kanzlerin Managerbezüge kritisiert. Entweder hat sie einen überraschenden Anfall von Moral oder sie will eine noch schlimmere Sauerei verdecken. Die Moral können wir ausschließen, denn als führendes CDU-Mitglied hat man sich davon meist schon vor sehr langer Zeit freigemacht. Was wird also so verzweifelt verborgen?

Ein heißer Kandidat könnte die Diätenerhöhung sein, die ja auch bei meinespd.net für hohe Wellen sorgte. Das Thema ist jetzt tot - kann man doch jetzt so schön auf andere (noch schlimmere) Unholde deuten. Gleichzeitig wird mal sofort darauf hingewiesen, dass man da ja nix machen könne (wolle, dürfe?).

Bei den Diäten könnten man was machen - und es käme auch sofort allen Menschen zu gute!

Vielleicht braucht aber auch Wolfgang Schäuble etwas Ruhe für seine weiteren Planungen zur Einschränkung der Bürgerrechte: Der Bundestrojaner ist nicht genug!

Oder wollte man die Erbschaftssteuerreform leise durchwinken? Das ist auf alle Fälle gelungen.

Ebenso ist es gelungen, die Erhöhung des ALG 1 für über 50jährige in das nächste Jahr zu verschieben, gegen den Willen der SPD-Führung. Wo bleibt der Aufschrei?

Vielleicht ist die Debatte der Managergehälter auch einfach nur der Versuch, kurz vor wichtigen Landtagswahlen noch schnell ein "soziales" Thema aus der Tasche zu ziehen, das niemanden weh tut. Zumindest nicht Angela Merkel und den Managern.

Kommentare (1)

Foto: Nick Mott
von Nick Mott | 30.12.2007 | 12:36 Uhr

Da wirst Du wohl recht haben - die "öffentliche Empörung" über zu hohe Managergehälter ist reine Augenwischerei.

Billige Nummer, weil:
1. Die Manager können sich gelangweilt zurücklehnen, da in der Wirtschaft moralische Appelle soviel Veränderungspotential besitzen wie eine Fliege im Jetstream.
2. Die Manager können sich gelangweilt zurücklehnen, da die Politik keinerlei rechtliches Mittel zur Verfügung stehen hat, hier Grenze zu setzen.
3. Die Manager können sich gelangweilt zurücklehnen, da ihr Gehalt vom Aufsichtsrat gebilligt werden muss, der selbst ein grosses Interesse an maximaler Ausbeute besitzt, da dessen Gewinne direkt proportional abhängig sind von der Profitmaximierung durch den Manager, dessen Gehalt wiederum in beträchtlichem Masse abhängig ist von Aktienkursen "seines" Unternehmens
4. Die Manager können sich gelangweilt zurücklehnen, da sie locker den Schwarzen Peter an die Politiker zurückgeben können, indem sie einfach nach der Verhältnismässigkeit von deren Gehalt und Effizienz fragen!
5. Die Manager können sich gelangweilt zurücklehnen, da demnächst wieder eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird und das Gedächtnis des Volkes angesichts einer Skandalinflation immer mehr Alzheimerqualitäten annimmt