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Die Schröderianer

Foto: Pascal Andernacht
von Pascal Andernacht | 17.06.2008 | 19:51 Uhr

Bundespräsident fordert Agenda 2020 - Arbeit, Bildung, Integration

Bundespräsident Horst Köhler fordert am heutigen Tage, dem 17. Juni, in seiner Berliner Rede eine Agenda 2020, mit den drei Schlagwortzielen Arbeit, Bildung und Integration.

"Arbeit, Bildung, Integration – warum sind gerade die Ziele so
wichtig? Weil sie schöpferisch sind und Freiheit sichern. Arbeit schafft
Einkommen und sichert materielle Freiheit. Bildung schafft Selbstbewusstsein und sichert innere Freiheit. Integration schafft Zusammenhalt und sichert politische Freiheit. Wenn eins der drei fehlt, leiden auch die andern. Umgekehrt: Je mehr wir für Arbeit, für Bildung, für
Integration erreichen, desto näher kommen wir allen dreien und desto
mehr kann unser Land die ganze Kraft entfalten, die in ihm steckt. Das
lohnt die Anstrengung."

Köhler betonte auch die Bedeutung der Agenda 2010 als einen "guten Anfang".

"Darum lautet die letzte von den wichtigsten heimischen Voraussetzungen
für mehr Arbeit in Deutschland: Wir sollten das Erreichte
nicht zerreden oder gar zurückdrehen, sondern beherzt vorangehen auf
dem Weg, der sich als der richtige erwiesen hat."

"Das alles wird weitere Anstrengungen kosten, aber: Von nichts
kommt nichts. Führen wir also die Debatte darüber, wie unsere Agenda
2020 aussehen soll, und dann: Handeln wir entsprechend, mit Vernunft
und Leidenschaft!"

Zu den einzelnen Zielkategorien: Was wird gefordert?
I.: Arbeit:
1.Werbetrommel rühren, Jobs attraktiver machen, Schul- und Studienfächer interessanter und ebenfalls attraktiver machen, um den Mangeln an qualifizierten Arbeitskräften zu decken, Frauen im Beruf und Studium fördern, desweiteren eine kluge Einwanderungspolitik
2.Erhöhte Investitionen in Forschung und Produktentwicklung durch Wirtschaft und Staat
3.Unternehmen in Verantwortung nehmen! Gewinne für Schulungen der Mitarbeiter und die Entwicklung der Zukunft stecken.
Staatsschulden verringern, mehr Fördergelder durch den Staat
4.Pioniergeist schaffen!
Interessensförderung durch Schule und Universitäten an Wirtschaft.
Unterstützung von Gründern durch den Staat.
5.Weniger Vorschriften, weniger Abgaben, ein besseres Steuerrecht
6.Arbeit attraktiver machen, vorallem familienfreundlicher
Verteilungsgerechtigkeit, Zusammenhalt im Unternehmen
Neustrukturierung des Arbeitsmarktes um dauerhafte Arbeitsplätze zu schaffen

II. Bildung:
1."Im Mittelpunkt des Bemühens um Bildung stehen nicht die Bedürfnisse
von Wirtschaft und Arbeitsmarkt, sondern der einzelne
Mensch."
2."Deutschland braucht ein Klima der Begeisterung und der Anerkennung
für Bildung."
3.Gute Bildungschancen für alle!
4. Bldungsprogramme in Kindergärten und Vorschulen

"Kurz und gut: In Sachen Bildung lässt sich für alle mehr tun und
von allen mehr erwarten. So können ungezählte Menschen mehr innere
Unabhängigkeit gewinnen, mehr aus ihren Talenten machen, mehr
beitragen zum guten Miteinander in Deutschland und mehr daran teilhaben."

III. Integration

"Integration: Mit dem Wort wird vor allem das Miteinander von
Einheimischen und Zuwanderern bezeichnet; aber das ist nur ein wichtiger
Teilbereich. Integration bedeutet: aus der Vielfalt des Zusammenlebens
ein Ganzes schaffen von Jung und Alt, Stadt und Land, Arm und
Reich und wie die Begriffspaare alle lauten."

"Unsere Vielfalt hat zwei Quellen: Jede und jeder von uns ist einzigartig,
und wir sind alle gleich frei – wir haben unterschiedliche Begabungen,
Wünsche und Meinungen, und wir können frei denken, reden und handeln. Das ist unendlich fruchtbar: Wir können unser Leben
in eigener Verantwortung gestalten, mit anderen zusammenarbeiten,
uns gegenseitig helfen. So hat sich bei uns eine bunte Fülle von Lebensstilen und Gemeinschaften entwickelt."

Wettbewerb der Kulturen und Meinungen als Antriebsmotor für Deutschland.

1.Freiheit auf Bindung
2.Integration durch Regeln
"Die drei wichtigsten Regeln für die politische, wirtschaftliche
und gesellschaftliche Integration unserer Vielfalt zu einem
guten Ganzen heißen Demokratie, Soziale Marktwirtschaft und Bürgergesellschaft.
Die drei hängen tausendfach zusammen und stützen sich
gegenseitig – und alle drei sind bei uns in einem Zustand, der im Interesse der Integration verbessert werden muss."


Er sprach in seiner Rede auch über die Politikverdrossenheit der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger, die es zu bekämpfen gilt.
Er kritisiert auch das Verhalten deutscher Manager, die Gelder, die nicht im Einklang mit ihren Leistungen stehen, einstreichen würden.

"Arbeit, Bildung, Integration – lassen Sie uns gemeinsam bestimmen,
was dafür zu tun ist. Wenn wir darüber Klarheit erzielen und
dann alle zum Gelingen beitragen, dann können wir wohlgemut sein.
Ich glaube, wir bekommen das alles hin.
Ach, und eins noch – bitte denken Sie von nun an immer daran:
„ABI“ ist mehr als nur ein Schulabschluss."

"Dabei sind als Weltverbesserer gerade auch
wir Deutsche gefragt"

In seiner Rede hat der Bundespräsident viele Punkte angesprochen, die es anzupacken gilt. Also tun wir's.
Die Rede bekommt man unter untenstehenden Links.
Einen Mitschnitt der vollständigen Rede hier zum Download: http://www.podcast.de/episode/764024/Die_Berliner_Rede_des_Bundespr%C3%A4sidenten_Horst_K%C3%B6hler

Mehr zum Thema: www.bundespraesident.de/-,2.646080/Berliner-Rede-2008-von-Bundesp.htm

Material zum Beitrag

Kommentare (2)

Foto: Manfred Michael Schwirske
von Manfred Michael Schwirske | 22.06.2008 | 23:50 Uhr

Die erste "Agenda" hat uns Sozialdemokraten bekanntlich an den Abgrund (einer 20 %-Partei) gebracht. Was Köhler uns vielleicht sagen wollte: wir sollten weitere Schritte tun!
Reden wir also besser über die Ideen Gesine Schwans!

Foto: Pascal Andernacht
von Pascal Andernacht | 23.06.2008 | 14:39 Uhr

@ Manfred:
Ich habe Dir ja vorhin schon auf deine Private Nachricht geantwortet, die noch ein anderes Thema berührte. Aber zu deinem Beitrag: Köhler fordert ganz klar weitere Refomen, und das ist auch richtig so. Die große Koalition hat ihre in sie gesetzten Erwartungen in dieser Hinsicht nicht erfüllt, sie sitzt vielmehr die großen Notwendigkeiten einfach aus.