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Life, Socialdemocracy and everything - Aktuell: Clement, Hessen

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von Sebastian Finsel

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Hier geht es um Sozialdemokratie, das Leben im Allgemeinen und all die Dinge die sonst noch so passieren. Natürlich immer mit einem (kritischen) Blick nicht nur auf die SPD. Welche Themen mich am meisten interessieren könnt ihr ja beim Lesen herausfinden

Foto: Sebastian Finsel
von Sebastian Finsel | 05.07.2008 | 11:41 Uhr

Hat Wolfgang Clement keinen Charakter?

Die SPD hat "zur Zeit keinen Charakter". Das stellt jedenfalls Wolfgang Clement, einst Minister im Kabinett Schröder, fest. Das Hamburger Programm der SPD nennt er "ein politisches Wortspiel, eine politische Phrasensammlung".

Genosse Clement: muß das denn sein, das ständige, beinahe querulantengleiche öffentliche Herumgemeckere über den Kurs der SPD?

Kritik ist erlaubt. Dafür gibt es die Parteigremien. Aber du suchst doch immer wieder die Öffentlichkeit für deine Kommentare. Andere wurden schon für weniger aus der Partei geworfen - du kassiertest nur eine Rüge und selbst die bekämpfst du noch.

Dein ständiges öffentliches Gemecker hat der Partei in der Vergangenheit nicht geholfen, es tut es heute auch nicht. Beteilige dich an der innerparteilichen Diskussion - in deinem Ortsverein, Unterbezirk, den Arbeitsgemeinschaften. So macht die Mehrheit von deinen ParteigenossInnen das auch. Weil es der richtige Weg ist.

Im übrigen: eine Mehrheit hat das Hamburger Programm beschlossen. Es ist jetzt auch dein Parteiprogramm. Um dieses wurde intensiv gerungen. Nun solltest auch du helfen, dieses Programm unserer Partei mitzutragen. Das nennt sich Solidarität. Charakter, lieber Genosse Clement, zeigt mensch auch und gerade dadurch, wie mensch mit Niederlagen umgeht. Also zeige doch den Charakter, den du bei der SPD momentan vermisst. Die Partei wird es dir danken.

Mehr zum Thema: de.news.yahoo.com/ap/20080704/tde-clement-kritisiert-spd-erneut-scharf-32ddaa5.html

Kommentare (6)

Gravatar von petra
von petra | 06.07.2008 | 10:59 Uhr

Ich bin, dank der Agenda2010 und der mit Hilfe der SPD durchgeführten Rumänisierung des deutschen Arbeitsmarktes, kein SPD-Wähler. Aber eines verstehe ich bei Euch nicht. Warum schmeisst Ihr den RWE- und DIS-Lobbyisten sowie INSM-Sprahrohr Clement nicht raus aus der Partei. Selbst bei mir als  zukünftige Wählerin der Linkspartei ,kommt ja  schon Mitleid mit der SPD auf, das einer aus ihren Reihen sich allergrößte Mühe gibt die SPD und auch Beck öffentlichkeitswirksam hinzurichten. Ist das Masochismus oder Dummheit?

Gravatar von Martin
von Martin | 06.07.2008 | 12:31 Uhr

"Ist das Masochismus oder Dummheit?"

Masochismus ist eher die Anbiederung an die Populisten von der Rinks-Lechts-Partei, in völliger Mißachtung der Nöte des klassichen SPD-Wählers, des "kleinen Arbeitnehmers".

Aktuell ist eines der größten Armutsrisiken die gestiegenen Energiepreise. Um langfristig bezahlbare Versorgungssicherheit zu haben, will Deutschland den Umstieg auf erneuerbare Energien. Das ist gut und richtig. Nur ist das Instrument, das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz), eben auch eines der größten Umverteilungsprogramme von unten nach oben.

Aktuell kommt die Meldung über den Ticker "Offshore-Windparks für 30 Milliarden geplant, Investoren stehen Schlange". Na klar, ist doch die Kassiererin bei LIDL verpflichtet, die Zeche zu zahlen. Gleichzeitig wirbt der zentrale Autor des EEG, Scheer, für ein Bündniss mit den Rinks-Lechts-Populisten, die genau aus dieser Verunsicherung in der Bevölkerung ihr Wählerpotential schöpfen.

Charakter wäre es, dem Wähler zu sagen: Ja, wir haben euch gef*ckt, aber aus gutem Grund: Damit es Eure Kinder besser haben. Diese Ehrlichkeit war einst eine der großen Stärken der SPD.

Davon ist heute nichts mehr zu sehen, stattdessen Kratzbuckeln vor Lafontaine. Aber leider fallen ja immer Wähler auf diese Schaumschläger und Nebelwerfer rein, siehe Petra.

Gravatar von petra
von petra | 06.07.2008 | 23:43 Uhr

@Martin
Das größte Armutsrisiko ist die Agenda 2010 und Hartz4. Und auch deswegen laufen euch die Wähler in Massen davon.  Die SPD mit ihren neoliberalen Lautsprechern wie RWE- und Zeitarbeitslobbyist Clement, Seeheimer Kreis usw. haben das Vertrauen der „kleinen Arbeitnehmer“ auf lange Zeit oder ewig verspielt. Es war die SPD unter Clement und Schröder die massiv und sehr effektiv daran gearbeitet haben, dass viele Arbeitnehmer in Deutschland für Hungerlöhne arbeiten müssen.

Ihre habt die Wähler nicht gef..kt, damit ihre Kinder es besser haben. Nie war die Kinderarmut in Deutschland so hoch wie seit dieser unsäglichen rot/grünen Regierungszeit. Gelohnt hat sich dieser Kurs finanziell allerdings für viele ehemalige SPDMinister nach ihrem Ausscheiden. Sind ja einige finanziell gut gepolstert als Neoliberale Lobbyisten untergekommen. Und ein Clement darf als Sprachrohr des Konvent für Deutschland und der INSM weiterhin aktiv an der Abschaffung des Sozialstaates, für Armutslöhne und Versklavung durch perspektivlose Sklavenarbeit agieren. Bei der SPD von Ehrlichkeit zu sprechen ist ein Hohn. Während Eurer Regierungszeit habt Ihr mit Schilly und Schäuble einen Überwachungsstaat aufgebaut.

Die Wähler aber auch die von der SPD missbrauchten „kleinen Arbeitnehmer“ werden das nicht vergessen!Die Wähler haben (Niedersachsen ;-) und werden zukünftig die Antwort geben und das ist nicht nur begrenzt auf die BW 09. Wer braucht noch eine SPD, wenn sie nicht mehr von der CDU zu unterscheiden ist.

Gravatar von Peter Weigelt
von Peter Weigelt | 07.07.2008 | 17:10 Uhr

Petra,

grundsätzlich volle Zustimmung.

Was aber im allgemeinen immer untergeht, es ist tatsächlich der sogenannte "Mittelstand", der von den Hartz gesetzen voll getroffen wird.

Wenn die Frau Arbeit hat, dann geht der Mann bei diesen Hartz Gesetzen voll unter - gilt natürlich auch umgekehrt. Da ist nichts mit Hartz, der bzw die geht entweder für jeden Lohn arbeiten oder er verschwindet aus der Statistik und aus dem "irrealen Weltbild" dieser Republik und seiner Medien Macher. Aus diesem Grund sinken natürlich auch die Löhne für bisher relativ gut bezahlte Jobs.

Und diese Leute haben nunmehr endgültig die Schnautze voll.

Die so bezeichneten "Armen" haben in der Regel schon vorher aufgegeben. Und wenn es die Linke nicht packt, dann wird es dunkel. ;-)

Gravatar von Peter Weigelt
von Peter Weigelt | 15.07.2008 | 08:18 Uhr

Nun ist es amtlich. Clement ist nur ein Teil der Untergrund SPD - die die Partei fest im Griff hat.

Steinbrück wagt es jetzt sogar schon aus dem Untergrund hervorzutreten - was für eine Demonstration der Macht. Das ist ungefähr so, als würde ein Dieb seine Tat auffzeichnen und das Filmmaterial an die Zeitungen verschicken.

Unglaublich - wie lange lassen sich die SPDler noch am Nasenring durch den Zirkus ziehen?

Gravatar von Marie
von Marie | 21.07.2008 | 11:25 Uhr

Den Ausführungen von Petra ist nur voll zuzustimmen! Diejenigen, die sich hier so engagiert für die SPD ins Zeug legen, haben offenbar noch nicht so richtig kapiert, dass es die "Tante SPD" von Wehner und Brandt nicht mehr gibt! Nicht die CDU, die ja aus ihren politischen Absichten nie ein Hehl gemacht hat, sondern die "neue" SPD, auf Kurs gebracht von Schröder und seiner unsäglichen Agenda-Politik , hat sich einer massiven Wählertäuschung schuldig gemacht, links geblinkt und rechts abgebogen sozusagen! Auch der Versuch, sich mit Hilfe solcher Foren für neue Mitglieder attraktiv  darzustellen, wird letztlich den massiven Mitgliederschwund nicht stoppen können, solange diese Partei die Interessen ihrer eigenen Klientel mit Füßen tritt!  Leute wie W. Clement, W.Riester, O.Schily, G. Schröder sind die Totengräber der SPD!