meineSPD.net - Vernetz Dich in der SPD Community: Modulbezeichnung

zur SPD-Community
 

Das Bohnische Pendel

Foto: Thomas Bohn
 
von Thomas Bohn

Über dieses Blog

Hier wird geklärt wie die Geschichte der Anti-AKW-Bewegung vor 1920 ausgesehen hat, ob eine semantikfreie Sprache Sinn machen oder sinnfrei sind und ob die zeitgenössische sumerische Literatur noch zu retten ist.

Foto: Thomas Bohn
von Thomas Bohn | 10.07.2008 | 22:00 Uhr

Ausschreibung und Erpressung

In den USA hatte vor Kurzem der europäische Rüstungskonzern EADS einen großen Auftrag gewonnen, der Bau von Tankflugzeugen für die US Luftwaffe. Auch Boeing hatte sich, um diesen Auftrag beworben. Nach der Vergabe an EADS zeigte sich Boeing so enttäuscht, dass sie ankündigten die gesamte Produktion dieser Flugzeuge einzustellen, was natürlich zu Arbeitsplatzverlusten führen wird. In der Folge hat die US-Regierung beschlossen den Auftrag erneut auszuschreiben und ich bin mir sicher, dass Boeing dieses Mal gewinnen wird.

In Bremen wurde dieses Jahr der Auftrag für den Betrieb eines regionalen S-Bahn-Netzes ausgeschrieben. Daran nahmen neben der Deutschen Bahn, die Veolia-Tochter NordWestBahn und die Bremer Straßenbahn AG teil. Als Sieger ging die NordWestBahn vom Platz, sie soll nicht nur günstiger, sondern auch die Qualität soll besser gewesen sein. (Die Ausschreibungsunterlagen sind nicht öffentlich zugänglich.) Die NordWestBahn betreibt bereits einige Nahverkehrsstrecken in Niedersachsen und Bremen. Die Deutsche Bahn war so dermaßen enttäuscht, dass die Enttäuschung die Arbeiter vom Ausbesserungswerk Sebaldsbrück zu spüren bekommen, deren Werk soll, wenn der Auftrag nicht an die Deutsche Bahn geht, geschlossen werden. Dabei werden doch nicht einmal elektrische Triebwagen gewartet, sondern Diesellokomotiven der Baureihe 218. Hat also eigentlich nichts mit dem S-Bahn-Netz zu tun.

Boeing und Deutsche Bahn setzen die Regierung mit dem Verlust von Arbeitsplätzen unter Druck und zerstören damit die Idee der Ausschreibung, denn solange die Deutsche Bahn oder Boeing solchen Druck ausüben können, solange wird es keinen Wettbewerb geben können. Leidtragende sind am Ende die Fahrgäste oder die US-Luftwaffe, sie bekommen nicht das Beste, sondern das von dem Unternehmen, welches den größten Druck auf den Ausschreiber ausüben konnte.

Kommentare (0)