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Christen in der SPD

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Für überzeugte und praktizierende Christen in der SPD, die sich untereinander kennenlernen wollen

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von Daniel Leitner | 15.08.2008 | 22:03 Uhr

NWZ und OZ schreiben: "Hessen wollten weder Koch noch Ypsilanti"

Der ehemalige Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke schreibt in der heutigen Ausgabe der Oldenburger "Nordwest-Zeitung" und der in Leer erscheinenden "Ostfriesen-Zeitung" folgenden interessanten Beitrag mit obiger Überschrift:

"Es ist ebenso unglaublich wie abenteuerlich, was sich seit dem Tag der Landtagswahl in Hessen vollzogen hat und vollzieht. Wir erinnern uns: Der amtierende Ministerpräsident Roland Koch hatte die Wahl und die absolute Mehrheit eindeutig verloren (36,8%; minus 12% gegenüber 2003). Votum und Wille der Hessen waren zweifelsfrei: Koch soll weg!

Die SPD mit Andrea Ypsilanti als Ministerpräsidentenkandidatin gewann zwar 7,6% hinzu, blieb aber mit 36,7% knapp hinter der CDU; und die Grünen, erklärter Koalitionspartner der SPD, verloren 2,6% an Stimmen. Also, zu folgern, es entspreche dem erklärten Wunsch der Wählerinnen und Wähler, dass Andrea Ypsilanti Ministerpräsidentin werde, ist im Grunde falsch.

Mit anderen Worten: die Hessen wollten Koch nicht (mehr), aber gleichwohl die CDU in der Verantwortung; und sie wollten auch nicht Rot/Grün mit Ypsilanti.

Auf dieser Grundlage hätte sich eines ergeben (müssen): die CDU zieht Koch zurück und bietet jemanden an, der eine Große Koalition möglich machen kann.

Spätestens als sich dann abzeichnete, dass Ypsilanti ohne Rücksicht auf das einmal gegebene Wort, ohne Rücksicht auf das Interesse der Gesamt-SPD, ja, ohne Rücksicht auf Glaubwürdigkeit - persönlich wie politisch-allgemein - bereit war, ihr Ziel, Ministerpräsidentin zu werden, durchzusetzen, spätestens als erkennbar wurde, dass Roland Koch - entgegen aller politischen Moral - im Amt bleiben will, hätte aus Gründen der Staatsräson und des gesamtpolitischen Interesses die Stunde von Beck und Merkel kommen müssen. Beck war und ist nicht in der Lage, oder nicht bereit, sich gegen jene durchzusetzen, die eine Zusammenarbeit mit der "Linken" in Kauf nehmen wollen oder gar anstreben. Und Merkel? Als CDU-Vorsitzende und als Kanzlerin könnte sich Koch ihrem Wort nicht entziehen. Warum bleibt es aus? Es liegt auf der Hand. Im Hinblick auf die Bundestagswahl 2009 kommt ihr ein entsprechendes "Verhältnis" SPD - "Die Linke" zupass.

Macht und Moral? Noch könnten Merkel und Beck handeln. Doch die Zeit drängt! Sollten sie säumen, mögen sie uns mit zweierlei verschonen: dem Gejammer über geringe Wahlbeteiligung und der Klage über mangelhafte Werte in der Gesellschaft."


Karl-Heinz, Du sprichst mir aus der Seele. Macht und Moral sollten sich nicht gegenseitig ausschließen. Macht sollte eine Moral haben und nicht jeglicher Moral entbehren.

Kommentare (2)

Gravatar von Martin
von Martin | 16.08.2008 | 16:09 Uhr

"Mit anderen Worten: die Hessen wollten Koch nicht (mehr), aber gleichwohl die CDU in der Verantwortung; und sie wollten auch nicht Rot/Grün mit Ypsilanti."

Richtig! Eine weise Erkenntnis. Der hessische Wähler wollte Koch kastrieren und ihn für die Überheblichkeit der Macht dank absoluter Mehrheit, welche zu handwerklichem Pfusch wie beim Abi nach 12 Jahren usw.  bestrafen. Eine Ypsilanti-Linkskoalition wollten sie nicht.

Den Wählerwillen korrekt interpretierend wären drei Koalitionen denkbar gewesen:

Die Große ohne Roland und Andrea, dafür z.B. mit Petra (Roth) und Jürgen (Walter).

Jamaika mit Roland am Gängelband Al-Wazirs, der seinen Spaß damit haben dürfte, die CDU zu piesacken.

Die Ampel mit einer kreidefressenden Andrea, die dann das FDP-Programm umsetzen dürfte.

Koch hat ja direkt nach der Wahl auch die Rücktrittsoption in Betracht gezogen. Daß er nun Morgenluft wittert, liegt an Andrea Ypsilanti, die ist nämlich zur Zeit in Wahlumfragen so unbeliebt, daß Koch in Hessen eine komfortable Mehrheit bekäme.

Foto: Rudolf Starosta
von Rudolf Starosta | 17.08.2008 | 09:38 Uhr

Die Mehrheit wollte Koch loswerden - ganz einfach. Das sollte Frau Ypsilanti mit den Mitteln der Demokratie nun umsetzen. "Die Linke" sehe ich als eine Kraft, die man nicht durch Verweigerung der Zusammenarbeit wieder los wird. Ich fühle mich sehr an die Anfänge "Der Grünen" erinnert.