Deutschland-Dialog-Tour-Blog

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Im März hat die SPD den Deutschland-Dialog "Nah bei den Menschen" gestartet. Bei den Veranstaltungen geht es im direkten Gespräch mit der aktiven Bürgergesellschaft um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands. Hier werden wir über unsere Eindrücke von der Tour quer durch Deutschland berichten.
Nah(les) bei den Menschen
Am Nachmittag ist Andrea Nahles in Steinau an der Straße zu Gast. Die Bezeichnung stammt aus dem Mittelalter und bezeichnet den Punkt auf der Strecke zwischen Frankfurt/Main und Leipzig. Mittelalterlich bezaubernd wirkt auch das Städtchen, kein Wunder also, dass die Gebrüder Grimm hier in ihrer Kindheit inspiriert wurden und viele Märchen von den Reisenden zu hören bekamen. Bei dem Eintrag ins Gästebuch von Steinau werden mit den Lokalpolitikern wie dem Bürgermeister Walter Strauch und dem Landtagsabgeordneten Heinz Lotz die Fortschritte gezeigt. Andrea ist begeistert, sie freut sich auf weitere Einladungen und möchte Steinau gern noch einmal besuchen.
Die Umgebung im Amtshof sieht nach einem verschlafenen Rittersitz aus - füllt sich aber schnell mit Leben als die Menschen in den Hof strömen. Andreas Aufgabe wird es sein, bei der Veranstaltung des Deutschland-Dialogs auf Anfragen und Anregungen zu reagieren und den Leuten Antworten auf ihre Fragen zu geben. Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Dr. Sascha Rabe nimmt sie sich den Themen Bildung, Lebenshilfe und soziale Sicherheit an. Nach einem kurzen Überblick geht die Diskussion zunächst zögerlich los. Doch schnell zeigen die Themen, mit welchen unterschiedlichen Erwartungen Andrea Nahles als stellvertretende Parteivorsitzende konfrontiert wird: Wehrpflicht, Gesundheitsreform, Mindestlohn für das Pflegepersonal oder auch Palliativmedizin. Andrea und Sascha nehmen die Anregungen auf und zeigen deutlich, was in den letzten 10 Jahren erreicht wurde und das manchmal Änderungen eben viel Zeit benötigen, weil viel bedacht und beachtet werden muss. Aber selbst so ein langer Zeitraum entmutigt nicht, sondern spornt an, weil man eben weiß, dass es besser gehen kann.
Andrea Nahles diskutierte bei der Firma Inosoft in Marburg, wie man Fachkräfte engagiert und gute Auszubildende findet. Die Firma hat für dieses Jahr keine Auszubildende eingestellt, zu sehr lagen die firmeneigenen Ansprüche und das Angebot an qualifizierten Bewerbern auseinander. Inosoft vertraut auf seine Mitarbeiter, die im Außendienst stehen und hochwertige Produkte rund um die Informationstechnik vertreiben. Mit einem kleinen "silbernen Ufo" lassen sich mittlerweile ebenso Voice-Over-IP Telefonate durchführen wie Videokonferenzen zusammenschalten. Ich staune darüber, was alles möglich ist. Interessiert lauschen der Bundestagsabgeordnete Sören Bartol und Andrea den Ausführungen über Mitarbeiterbeteiligung im Betrieb und der ausgezeichneten Familienfreundlichkeit bei Inosoft.
Kann man Armut sehen?
Am Vormittag ist Andrea Nahles in Rotenburg an der Jakob-Grimm-Schule (wieder mal die Gebrüder Grimm) und fährt weiter zur Kindertafel nach Stadtallendorf. Auf den ersten Blick haben beide Termine nicht viel gemeinsam. Doch Bildung und Zukunftschancen sind untrennbar miteinander verbunden. In der Schule werden die siebten Klassen bereits durch einen Jobcoach angehalten, Bewerbungen zu schreiben, sich Gedanken zum Berufsweg zu machen und Praktika gezielt anzugehen. Darüber hinaus ist die Schule sensibilisiert für Umweltfragen bzw. Umweltschutz. In der Jakob-Grimm-Schule will man auf die oft diskutierte Kinderarmut reagieren und bietet gesondert Hilfe an, bpsw. mit einer kostenlosen Schulspeisung. Die Lehrer sehen die Bedürftigkeiten der Kinder und können die Sorgen und Anstrengungen mancher Schüler doch nur erahnen. Denn die Scham und die Hemmschwelle offen nach Hilfe zu rufen ist immer noch sehr hoch.
Einen möglichen Weg zeigt die Kindertafel in Stadtallendorf auf. Hier gibt es für Kinder gesunde und kindgerechte Lebensmittel für das Wochenende. Man hofft, dass die wöchentliche Schulspeisung gut genutzt wird und die Ergänzung für das Wochenende ausreichend ist. Doch was ist bei Ferien? Dann gibt es sechs Wochen lang keine Schulspeisung und nur jeden Freitag eine Hilfe. Dass die Fragen zahlreich sind, erfahren Andrea Nahles und Sören Bartol gleich im Austausch. Eine Bitte gibt Ernst Waldheim als Ansprechpartner für die Kindertafel mit. Um eine gesunde Ernährung der Kinder zu gewährleisten reichen die wechselnden Lebensmittelspenden nicht aus, man muss Milchprodukte oder Obst dazukaufen. Die Krux daran, werden die Spenden zum Zukauf verwendet fällt die Umsatzsteuer an. Da Andrea bei der Bundestagung der Tafeln teilnimmt, hat sie sich dieses Themas sofort angenommen.
Meine kleinen Anmerkungen:
Nachdem meine Fotokamera mich ohne Objektiv erreicht hat, bin ich weiter auf die Hilfe der Kolleginnen und Kollegen vor Ort angewiesen. Das klappt bis jetzt prima und verdient ein großes Lob. Schön, Sozialdemokratin zu sein!!!
Die Zeit rast, ein Termin muss zeitnah erreicht werden und Zeit für den Austausch mit den Menschen bleiben. Alle Informationen aktuell einzupflegen setzt einiges voraus: Ruhe, gute UMTS Verbindung, Ideen und schnelle Finger. Leider ist meist nicht alles beieinander. So kann ich meine geliebten Städte Lieblos und Linsengericht nur von der Autobahn sehen. Eigentlich wollte ich mal durchfahren, wo ich doch viele Male bei Bürgerbriefen und Kommunalwahlergebnissen über diese Städtchen gestolpert bin. Nun gut, der Aktualität zuliebe bleibt nur ein Blick nach rechts bei der Autobahnabfahrt Gründau-Lieblos übrig. Und so bleibt dieser "Traum" leider unerfüllt, aber man muss ja auch noch Ziele haben.


