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Foto: Saskia Wiese
 
von Saskia Wiese

Über dieses Blog

Das Leben in Frankfurt! Wo ist die Basis, das Wahlvolk, der Bevölkerungsdurchschnitt - steig in eine S-Bahn oder Straßenbahn, und Du kannst Dich nicht mehr entziehen, bist mittendrin im Leben und hast auch noch Zeit, anhand täglich erlebter Beispiele über unsere Gesellschaft nachzudenken.

Foto: Saskia Wiese
von Saskia Wiese | 05.09.2008 | 10:49 Uhr

Stinking-Express

Fast jede Bahn hat eine eigene, schwache oder leider nicht so schwache Duftnote. Die drei Hauptrichtungen sind P...e, Sch...e und K...e.

Heute morgen war es eine Sch...-S-Bahn. Über die Bahnbetreiber beschwere ich mich dennoch nicht, der ÖPNV ist teuer genug, daher braucht man das Putzen nicht zu übertreiben.

Dazu dann die individuellen menschlichen Gerüche, manchmal unfaßbar stark. Ich will mich nicht negativ über Menschen äußern, die sehr deutlich ungut riechen. Ich frage mich nur immer nach dem Warum. Es gibt, zumindest in der Straßenbahn, einfach auffallend viele Beispiele. Und damit meine ich nicht die Wohnungslosen - zumindest sehen die, die ich meine, keineswegs wohnungslos aus.

Das Prinzip Eigenverantwortung ist nicht mehr uneingeschränkt anwendbar auf jemanden, der sich selbst bereits aufgegeben hat und auch keinen Wert darauf mehr legt, gesellschaftlich akzeptiert zu werden. Dessen Leben so verlaufen ist, dass sich zu waschen an den äußersten Rand des Interesses gedrängt wurde.

Wenn ich zwei Meter gegen den Wind stinke, dann nimmt mich wenigstens jemand wahr. Muss mich wahrnehmen, es geht nicht anders. Unsichtbare Menschen am Rande der Gesellschaft greifen vielleicht unbewußt zu solchen Mitteln. Verbunden mit Resignation und Selbstaufgabe. Kann man für sie noch etwas tun? Ich glaube, auf staatlich-regulatorischer Ebene nicht, sondern höchstens im Bereich karitativen, ehrenamtlichen, sehr persönlichen Einsatzes, etwa in der Nachbarschaft.

 

Kommentare (2)

Foto: Manfred Michael Schwirske
von Manfred Michael Schwirske | 05.09.2008 | 21:56 Uhr

PARIA

Ein zorniges NEIN zu der Meinung, diejenigen "am Rande der Gesellschaft" karitativem, "sehr persönlichem Einsatz" zu überantworten.

Sozialdemokratische Politik dankt ab?  Ein noch zornigeres NEIN.  Denn am Anfang aller sozialdemokratischen Politik stehen menschenrechtliche und humanistische Motive. Und dass Politik (!) auch die hier angesprochen, offenbar anrüchigen Mitmenschen nicht nur  erreichen muss, sondern auch kann, das ist vor allem durch die sozialdemokratische Geschichte der Nachkriegszeit bestens belegt.

Mich interessiert drum zuletzt noch ein anderes Warum. Was nämlich die Motive für diesen kulturellen Beitrag waren. Ich fürchte, hier spielten bürgerliche Vorurteile eine erste Geige.

Gravatar von simone
von simone | 06.09.2008 | 09:35 Uhr

Guten Tag, bin hier zufällig reingeraten beim Surfen, dann interessiert, was der Titel mit SPD zu tun habn könnte ... und finde den Beitrag von Saskia sehr ambivalent... wie da ausgehend vom persönlich- Belästigfühlen durch das Erscheinungsbild anderer das hehre Prinzip Eigenverantwortung heraufbeschworen wird... dies wiederum solle darin bestehen, "gesellschaftlich akzeptiert zu werden" , also, so läßt der Text vermuten, äußerlich konfom und angepasst (und gewaschen) zu sein...

"Kann man für sie noch etwas tun? Ich glaube, auf staatlich-regulatorischer Ebene nicht, sondern höchstens im Bereich karitativen, ehrenamtlichen, sehr persönlichen Einsatzes, etwa in der Nachbarschaft." ...also ich vernehme hier den unterschwelligen Ruf nach einer staatlichen Geruchspolizei flankiert von, durch S-Bahnen und Wohngebiete patrollierenden, Bürgerwehren ... ;-)

(liebe Saskia, ich polemisiere nurfür die Diskussion, das ist natürlich nicht persönlich gemeint!)
simone