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Christen in der SPD

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von Daniel Leitner

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Für überzeugte und praktizierende Christen in der SPD, die sich untereinander kennenlernen wollen

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von Daniel Leitner | 07.09.2008 | 22:03 Uhr

Gedanken zum Rücktritt von Kurt Beck, zur Kanzlerkandidatur von Frank Walter Steinmeier und dem Comeback von Franz Müntefering

Ich bedaure den Rücktritt von Kurt Beck als Parteivorsitzendem. Als ich vor fast einem Jahr in Phoenix seine Rede vom Hamburger Parteitag live mitverfolgte, überzeugte mich das, der Partei beizutreten, die ich bei fast jeder Wahl, seit dem ich wahlberechtigt bin, gewählt habe. Als ich Kurt dann auf einer Wahlveranstaltung zur Niedersachsenwahl zusammen mit Wolfgang Jüttner und Garrelt Duin in Leer live erlebte, begeisterte und motivierte er mich durch seine fröhliche, aber bestimmte Art.

Diese bestimmte Art vermisste ich, was den Umgang mit der Linkspartei angeht, und das Brechen von gegebenen Wahlversprechen, worauf die enttäuschten Wähler sehr sensibel reagieren. Dadurch wirkte die SPD wie ein Kindergarten mit sich um die Richtung prügelnden Kindern. Und der Erzieher (die Parteiführung) stand daneben, schaute zu und sagte, jeder muss selbst entscheiden, in welche Richtung er gehen will. Ich bin Erzieher und weiß, wie gut es für Kinder ist, wenn sie auch mal ein "Schluss jetzt!" (oder "Basta!") und eine verbindliche Wegweisung bekommen, die ihnen fürs Leben weiterhilft. Natürlich gibt es viele, die meinen, dass es gut sei, Kinder antiautoritär zu erziehen. In der Politik nennt man das dann wohl "Basisdemokratie", wo über alles von jedem abgestimmt wird, alles zerredet wird und sich jede mehrheitsfähige, aber utopische Meinung durchsetzen lässt. So scharrt man sicher viele (vor allem linke) Genossen hinter sich, aber gewinnt keine Wahlen, denn die Wähler haben sehr wohl ein Gespür dafür, was realisierbar ist. Und die Utopisten, die jedem populistischen Rattenfänger hinterherlaufen, wählen eh lieber gleich die LINKEN.

Schade, dass unser ehemaliger Vorsitzender über seine eigene Nachgiebigkeit (man könnte sie auch als Gutmütigkeit oder Harmoniebedürftigkeit, was ich gut verstehen kann, da ich selbst sehr harmoniebedürftig bin!) gestolpert ist. Die hämischen, meist unionsfreundlichen Medien nutzten diese Schwäche geschickt aus und trieben ihn vor sich her, bis er es wohl nicht mehr ertragen konnte, was ich gut verstehen kann.

Ich wünsche Kurt für die Zukunft alles Gute und Gottes Segen für seine Arbeit als Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz und im Bundesvorstand, wo er sich sicher auch weiterhin positiv einbringen wird.

Mit dem neuen Duo Steinmeier (als Kanzlerkandidat) und Müntefering (als Parteivorsitzedem) verbinde ich die Hoffnung, dass nun wieder jemand in der Partei sagt, wo es lang geht, und was realisierbar ist. Dass die jenigen, die sich ständig am linken Rand bewegen, merken, dass sie besser gleich zu den LINKEN gehen sollten, und dass unsere Partei durch eine neue spürbare Zuverlässigkeit auch wieder für Wähler der Mitte, die längs zur Union abgewandert sind, wählbar wird. Ich denke, dass wir den Verlust mancher Wähler an die LINKEN verkraften können, wenn wesentlich mehr Wähler aus der Mitte den Weg zur SPD zurück finden, weil diese wieder für realisierbare und zuverlässige soziale und ökologische Ziele steht. Auch die Grünen sehen das scheinbar ähnlich und halten eine Neuauflage der rotgrünen Regierung unter Frank-Walter Steinmeier für möglich. Und notfalls erwarte ich auch mal wieder ein "Basta!", bevor uns der Laden "basisdemokratisch" endgültig um die Ohren fliegt. Aber vor allem hoffe ich, dass unsere zerstrittene Partei wieder näher zusammenrückt und für das gemeinsame Ziel, den Wahlsieg 2009, kämpft.

In diesem Sinne bin ich sehr gespannt, wie sich alles weiterentwickelt und wünsche unserem Kanzlerkandidaten, dem zukünftigen Parteivorsitzendem, aber auch dem Reinland-Pfälzischem Ministerpräsidenten, von Herzen viel Erfolg und Gottes Segen.

Kommentare (3)

Gravatar von Thomas Krüger
von Thomas Krüger | 08.09.2008 | 00:25 Uhr

Hallo lieber Daniel,
danke erstmal für deinen Blog.
Ich finde es sehr wichtig,das man in einer Partei wie der unseren auch noch diskutieren darf!Wenn alle der gleichen Meinung sein müssten,.... na das hatten wir ja schon mal hier in in einem Teil unseres  Landes.
Deswegen muss ich dir hier leider wiedersprechen!
Den Fehler durch Ausgrenzen hat die SPD schon mal in den Siebzigern mit den Grünen versucht und ist grandios gescheitert!
30 Jahre später hatten wir einen hervorragenden Grünen-Aussenminister!Und Vizekanzler!
Man kann Fehler auch zweimal machen!
Die SPD ist eine "linke"  Partei und die Linkspartei glaube ich auch,nur eher so ideologisch.Mit der Partei kannste nichts reissen,mit Gisy vielleicht,aber mit Lafontain´s lieber Frau eher nicht!Das sind doch Utopien und keine Realpolitik!Daher bin ich eher der Meinung,man muss sie umarmen,solange,bis sie keine Luft mehr kriegen!
Das kann zwar ein paar Jahre dauern,aber bei der derzeitigen Aufstellung der SPD ist das ja eh egal.2009 wird schwarz-gelb,
oder rot-rot-grün!
Die Nominierung von Steinmeier als Kanzlerkanditat finde ich sehr gut,
weil es in der Bevölkerung kein Verständnis für diese Eiertänze aller Parteien um Spitzenämter gibt.Solln doch sagen,der macht es und gut.Nicht,wir entscheiden in 5,7 oder 10 Monaten,es wissen ja eh schon alle aus den Medien,wer´s wird!
Und dass Münte eine Partei führen kann ist ja eh klar.Alter Sauerländer!(Wie ich auch)
Und wenn jetzt noch jemand fragt,ob Andrea (Nahles) die Wahl zur Parteivorsitzenden,auf einem,in nicht zu ferner Zukunft,stattfindenden
Parteitag annimmt,dem kann ich heute auch nicht mehr helfen!
Ich hoffe sehr,das jetzt mal rechter und linker Parteiflügel,oder so ein
linker Agenda 2010 Befürworter wie ich,zusammenkommen und wir mit einer Stimme sprechen und unser Land nach vorne bringen.
Für die Menschen in Deutschland,für die Menschen der Welt,für Frieden und Menschenrechte und vor allem für Umweltschutz.
Dann brauchen wir die Grünen nicht,die Linken nicht und schon garnicht die Rechten!
Es tut mir sehr leid für Kurt,er wolle es ja nicht machen,er wusste ja warum!
Aber das er dann so abgeschossen wird, ist schon erniedrigend,-Feind-Erzfeind-Parteifreund!!
Kurt,Kopf hoch und weiter so in deinem Bundesland!
Leider ist dieser Blog nicht geeignet um so grundlegende Diskussionen über die Linie einer Partei zu führen,dafür braucht man viele Nächte und deshalb höre ich jetzt auch auf!
Thomas (45,aufgewachsen NRW,seit 17 Jahren in BW)

Foto: Manfred Michael Schwirske
von Manfred Michael Schwirske | 08.09.2008 | 00:41 Uhr

Sympathien für Kurt Beck ehren Dich, Genosse Daniel Leitner.
Doch diese Sympathie kommt zu spät.

Was bleibt ist der Versuch zu verstehen, was auf der Bühne abgelaufen ist, wobei wir Kurt Beck gerecht werden. Das, Genosse, wirst Du mit Deinen Worten nicht.

Foto: Rudolf Starosta
von Rudolf Starosta | 28.09.2008 | 14:00 Uhr

Ist es denn nicht gerade ein Vorteil der SPD, dass sie nicht stromlinienförmig auf den Vorsitzenden zugeschnitten ist? Wie weit kommt eine "Basta-Führung" in einer Welt, die sich ständig und ständig wandelt? Gestern noch hörte sich der 2010-Deregulierungs-Appell gut an, heute brechen große Banken zusammen und wollen von Deregulierung nichts mehr wissen und betteln darum verstaatlicht zu werden. Ist doch komisch, oder? Ich möchte keinen Panzer an unserer Spitze, der blind auf Ziele zusteuert, die sich in kurzer Zeit als Fata Morgana erweisen. Ich hätte Kurt B. gerne mehr Zeit gegeben.