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Life, Socialdemocracy and everything - Aktuell: Hessen, Finanzkrise, SPD

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von Sebastian Finsel

Über dieses Blog

Hier geht es um Sozialdemokratie, das Leben im Allgemeinen und all die Dinge die sonst noch so passieren. Natürlich immer mit einem (kritischen) Blick nicht nur auf die SPD. Welche Themen mich am meisten interessieren könnt ihr ja beim Lesen herausfinden

Foto: Sebastian Finsel
von Sebastian Finsel | 09.09.2008 | 13:20 Uhr

Merkt ihr eigentlich...

... wie lächerlich ihr eure eigenen Argumente macht? Und zwar immer dann, wenn ihr von "der SED" oder "den Stasi-Spitzeln" oder "den Mauerschützen" sprecht? Und damit die Linkspartei meint?

Ich habe das in einem Beitrag schon mal geschrieben, für alle die es damals nicht mitbekommen haben: ich antworte auf Beiträge mit solchen Flachheiten grundsätzlich nicht. Wer also ernsthaft diskutieren möchte, lasse solche Formulierungen.

 

Danke für eure Aufmerksamkeit

Kommentare (15)

Foto: Christoph Brodhun
von Christoph Brodhun | 09.09.2008 | 13:38 Uhr

Lieber Sebastian,

wir Sozialdemokraten haben es nicht nötig die "Linkspartei" in ein gutes Licht zu rücken oder sie in irgendeiner Weise zu verteidigen. Das tun wir für die Union, FDP und andere auch nicht.

Zumal sich diese von dir genannten Bezeichnungen auch erklären lassen.


MfG

Christoph

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von Frank Kolb | 09.09.2008 | 13:40 Uhr

Diese Experten werden mir erklären müssen wie es kommt, dass im Saarland mehr Mauerschützen als Sozialdemokraten wählen gehen und - darauf freu ich mich schon - warum es in Bayern über 5 Prozent Stasimitarbeiter gibt, die wählen gehen.

Diejenigen, die heute noch von SED und Mauerschützen reden, das sind die vorgetäuschten Sozialdemokraten, die nicht an die Macht wollen und lieber den Hund von Merkel spielen mit Fahrbereitschaft und Reformpolitik - das sind die Nutzniesser der Schröder Jahre. Das sind die, die immer von angeblichen Leistungsträgern sprechen, die entlastet werden müssen, immer nur sich selbst meinen und die, die die Leistungen erbringen verlassen haben.

Die rote Socken Kampagne kam von der Union. Sie wollte damit verhindern, dass der SPD Optionen entstehen, die ihre eigenen neuen Wege mit den Grünen durchkreutzt. Leider gibt es in der SPD viele nützliche Idioten der Union, die diesen Unsinn nahezu ohnmächtig nachplappern während die Union keine Probleme hat im Osten mit den Linken zu paktieren und in Hamburg sogar mit Neonazis oder ähnlichem.

Der Kaiser ist nackt und bei Gasprom
gruss
Frank Kolb

Foto: Günther Gruchala
von Günther Gruchala | 09.09.2008 | 13:45 Uhr

Da sieht man, das einige wie Genosse Brodhun, es in Gedanken eher für FdP un CDU/CSU tun würden, er wünscht sich ja nichts sehnlicher als eine große Koalition
Freundschaft
günther

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von Christoph Brodhun | 09.09.2008 | 13:48 Uhr

Typisch Günther.

Foto: Christian Scholz
von Christian Scholz | 09.09.2008 | 14:28 Uhr

Stimmt schon. Ist wirklich lächerlich von Mauerschützen und Stasi-Spitzeln zu reden. Als wäre die DDR deshalb zusammengebrochen.

Viel schmerzhafter für die Linke wären Ausdrücke wie "Die No-Bananas" oder "Trabi-Neuaufleger".

Oh herrlicher Sarkasmus - Gegen Ernsthaftigkeit!

Gravatar von Martin
von Martin | 09.09.2008 | 14:46 Uhr

Das Problem ist doch: In dieser Partei herrscht wirklich ein - freundlich ausgedrückt - merkwürdiges Demokratieverständnis.

Eine Episode aus jüngster Vergangenheit: Da hat sich eine pro-israelische Gruppe innerhalb der Linkspartei gebildet. Die wurde dann mit dem Scheinargument "Antiimperialisten stehen grundsätzlich auf Seite der unterdrückten Palästinenser!" halbtotgemobbt.

Deswegen trifft auf die dortigen Antisemiten wohl noch am ehesten ein Kurt Schuhmacher-Zitat zu: "rot lackierte Faschisten". Ein Norman Paech würde auch zur NPD passen:

http://www.stern.de/politik/de … 21412.html

Und das ist der Unterschied: Der SPD ging es immer um den Menschen, den Kommunisten um krude Ideologien. Wer sich bei der Linkspartei anbiedern will, sollte auch genau wissen, wem er da den Wasserträger macht.

Gravatar von Willi karg
von Willi karg | 09.09.2008 | 14:47 Uhr

Hi,
zu der Aufstellung nach Farben (Parteizugehörigkeit) und deren Kampf dagegen. Das ist Euer großes Problem. Für uns als Wähler ist nicht so wichtig welcher Partei jemand angehört sondern wer die richtigen Antworten auf die heutigen Fragen hat. Zum Glück hat Ihr Kandidat Steinmeier  das erkannt (Sinntag ARD Anne Will).
Diese Arumente ziehen besser.
Gruß Willi Karg

Foto: Christian Castor
von Christian Castor | 09.09.2008 | 14:50 Uhr

Grundlage derartiger Diffamierung ist m.E. die Unfähigkeit sich auf Sachebene mit der Linkspartei auseinanderzusetzen.

Man holt ein möglichst groß beschriftetes Etikett und klebt es drauf. In der Hoffnung, dass damit auch jede weitere Diskussion beendet ist.

Ich stehe der Linkspartei durchaus kritisch gegenüber. Auf ein derartiges Niveau abzugleiten, halte ich aber  für ein intellektuelles Armutszeugnis.

Foto: Sebastian Finsel
von Sebastian Finsel | 09.09.2008 | 14:50 Uhr

Christoph Brodhun nimmt für sich in Anspruch, für die Sozialdemokratie an sich sprechen zu können. "Wir Sozialdemokraten" so schreibt er weiter oben, "haben es nicht nötig die "Linkspartei" in ein gutes Licht zu rücken."

Das ist sicherlich nicht unrichtig. Macht hier auch niemand. Es hier doch auch gar nicht darum, etwas in irgendein Licht zu rücken - es geht darum, das Menschen wie Christoph Brodhun nicht in der Lage sind, mit der Linkspartei auch nur sachlich umzugehen.

Zeig mir die Mauerschützen und SEDler in der West-Linkspartei, um die es ja insbesondere zu gehen scheint (denn mit der Linkspartei-Ost koalieren wir schon seit längerem). Wenn du meinst, diese Ausdrücke erklären zu können, warum tust du es nicht?

Weil du es nicht kannst. Deshalb.

Foto: Christian Scholz
von Christian Scholz | 09.09.2008 | 14:57 Uhr

Es ist schon ne berechtigte Frage, wie man zu der Vergangenheit der eigenen Partei steht und da gilt nunmal auch für Mitglieder der West-Linkspartei, wie man zu den Wurzeln steht, die ganz eindeutig bei dem Rest der SED/PDS liegen.

Dass man sie deshalb nicht als Mauerschützen bezeichen darf ist klar. Aber die inhaltliche Konfrontation ist erlaubt(und über die sollte man eigentlich diskutieren).

Das gilt natürlich unabhängig vom Flügel genauso für Mitglieder aller anderen Parteien. Nur ist eben die schwarze Vergangenheit der linken zeitlich noch am nächsten. Sry, dass ich dem dramatischen Vergleich ziehen muss, aber die heutigen NPD Mitglieder sind auch kaum noch SS Männer. Trotzdem muss darf man sie mit der Vergangenheit ihrer Gesinnung konfrontieren. Ich wüsste nicht inwiefern das lächerlich sein sollte.

Foto: Christian Castor
von Christian Castor | 09.09.2008 | 15:10 Uhr

Na, es geht ja gerade nicht darum inhaltlich auf die vergangenheit oder Ausrichtung der Mitglieder bezug zu nehmen.

Wäre das der Fall, müsste man sachlich bleiben und eben dies thematisieren. Also - warum gibt es eine kommunistische Plattform in der Linkspartei, warum wird diese Gruppe  vom Verfassungsschutz beobachtet und welchen Stellenwert hat sie?

Sucht man dann Informationen darüber, müsste man bald konstatieren, dass die kommunistische Plattform mit gerade einmal 1% der Delegiertenstimmen keineswegs prägend für die Linkspartei insgesamt ist. Ähnlich liegt der Fall mit ehemaligen Stasimitarbeitern und gar "Mauerschützen".

Insgesamt unterscheidet sich die Linkspartei in Ostdeutschland nicht mehr wesentlich von anderen Parteien, wie der CDU, was die Mitgliederzusammensetzung angeht. Daher hat die Linkspartei ja dort mittlerweile auch den Charakter einer Volkspartei angenommen. In Westdeutschland mag der Einschlag von kommunistischen Kleinstparteien noch größer sein, aber auch hier überwiegt der Anteil ehemaliger SPD-Mitglieder, Gewerkschaftler oder von Vertretern aus NGO's über die Zahl der Ewiggestrigen aus Honnies Zeiten.

Aber was soll es auch, Etiketten sind schnell gemalt und verteilt. Und nach diesem Akt des Labeling kann man sich entspannt zurücklehnen. Man hat ein "gutes Werk" getan, die Welt vor dem Kommunismus gerettet und braucht sich nicht mehr um eine inhaltliche Auseinandersetzung zu scheren.

Das gleichzeitig die Linkspartei in den Stammwählergruppen der SPD wildert - wer will das schon wissen?

Foto: Ulrich Loeben
von Ulrich Loeben | 09.09.2008 | 15:11 Uhr

Hurraaa
Nachdem ich mich in Foren zT über einige aufgeregt habe mal ein Blog, der dies thematisiert (Dank dafür).
Mich würde sehr interessieren, warum die so vehement gegen die Linke sind.
Versteht mich nicht falsch, ich bin sehr bewusst der SPD und eben NICHT der LINKEN beigetreten, wenn die ewigen Mauersänger aber keine sachlichen Argumente haben, frage ich mich, was sie in Foren wie >meinespd< suchen.
Da wäre doch eher die BILD das richtige Level.
MfG
Ulrich

Foto: Christoph Brodhun
von Christoph Brodhun | 09.09.2008 | 15:20 Uhr

Lieber Sebastian,

ich meine ja auch die Partei in Gänze. Nicht nur einzelne Landesverbände. Die Bundespartei besteht nicht nur aus dem Saarland, mein lieber Genosse.

Naja, denkt was ihr denken wollt. Die Gedanken sind frei.

Im Übrigen habe ich ja auch nicht per se etwas gegen Koalitionen mit der PDS im Osten, inhaltlich ist die ja ziemlich zahm vielerorts im Osten, gesagt. Ich habe auch lediglich darauf hingewiesen, dass die Begriffe, die du in deinem Eingangspladoyer genannt hast, sich erklären ließen. Es muss nur sichergestellt sein, dass da Leute in die Regierung kommen, die kein Blut an den Händen haben. Die West-PDS nehme ich nicht ernst. Braucht man wohl auch nicht. Ich nehme ja auch die Violetten und ähnliche Parteien nicht ernst. Obwohl die symphatischer rüberkommen.^^

Aber lasst uns weiter Pladoyers für unsere politischen Gegner schreiben ;-) Wer nimmt als nächstes die Grünen?


MfG

Christoph

Foto: Christian Scholz
von Christian Scholz | 09.09.2008 | 15:26 Uhr

Christian, du hast ja vollkommen recht. Diese Fragen müssten absolut sachlich angegangen werden. Daraus kann dann sogar ein Forderungenkatalog entstehen den man als SPD Mandatsträger heranziehen kann, wenn die Medien versuchen dich in diese gossenhafte Koalitionsdebatte hineinzuziehen.

Die Linke hat ja im Osten scheinbar tatsächlich den Charakter einer konservativen Volkspartei. Dann muss man sich dort aber auch entsprechend unterschiedlich behandeln, was die Sache natürlich ungemein verkompliziert, die Linke aber auch nicht unbedingt zum Nr.1 Koalitionspartner macht.

Meine persönliche Erfahrung mit bekennenden West-Linkspartei-mitgliedern(Erlangen) ist allerdings ziemlich krass. Da wird man schon munter zum Kriegstreiber deklariert, wenn man versehentlich äußert SPDler zu sein. Aber ich will das nicht pauschalisieren. Es gibt diese unsachliche Auseinandersetzung überall und man muss die Linke freilich an ihren Parlamentarischen Äußerungen und den Meinung der partei-demokratisch legitimierten Vertretern festnageln.
Das wage ich allerdings nicht ausführlich aus dem stegreif...

Findet diese inhaltliche Auseinandersetzung denn irgendwo in der SPD statt? Bei "Linken", wie bei "Rechte"? Ich hätte davon nichts mitbekommen...

Foto: Christian Castor
von Christian Castor | 09.09.2008 | 15:33 Uhr

@ Namensvetter

Bislang nur am Rande. Du kannst ja selbst ein entsprechendes Forum eröffnen.

Es ist aber schwierig, sich inhaltlich mit anderen Parteien auseinanderzusetzen, wenn man noch nicht einmal weiß, wohin die eigene Reise geht.

Deshalb halte ich einen inhaltlichen Klärungsprozesse für äußerst dringend angeraten.