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Life, Socialdemocracy and everything - Aktuell: Hessen, Finanzkrise, SPD

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von Sebastian Finsel

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Hier geht es um Sozialdemokratie, das Leben im Allgemeinen und all die Dinge die sonst noch so passieren. Natürlich immer mit einem (kritischen) Blick nicht nur auf die SPD. Welche Themen mich am meisten interessieren könnt ihr ja beim Lesen herausfinden

Foto: Sebastian Finsel
von Sebastian Finsel | 19.12.2007 | 20:45 Uhr

Klimaauflagen für Autohersteller: selbst Schuld!

Das Protestieren bei deutschen Autofabrikanten ist groß: gerade die von ihnen produzierten großen und leistungsstarken PKW würden durch die aktuellen EU-Klimaschutzbeschlüsse deutlich teurer.

Aber: ist dies nicht einfach nur die Konsequenz aus der seit Jahren anhaltenden Fixierung auf diese Verkehrs- und Klimatechnisch unsinnigen Fahrzeuge? Wer braucht denn wirklich diese Geländewagen für die City, den 2-Tonnen Benz für die Autobahn? Warum ist der heutige Polo größer als der Golf vor 15 Jahren? Und das, obwohl die Straßen und Innenstädte sowieso oft schon vollgestopft sind und Parkraum rar ist?

Anscheinend haben Autohersteller aus anderen Ländern dies eher festgestellt als die aus Deutschland. Und deshalb ist das Geschrei nun groß. Auch Sigmar Gabriel schreit mit. Und so sehr ich ihn sonst auch schätze, in diesem Fall kann ich ihm nur in einem Punkt Recht geben: Die neuen Regelungen werden die deutschen Autobauer mehr treffen als andere. Aber nur deshalb, weil mensch hierzulande viel zu lange auf große und schwere Spritschleudern gesetzt hat als auf leichte, moderne PKW für die Verkehrsbedürfnisse von heute.

Mehr zum Thema: www.tagesschau.de/wirtschaft/eukommission4.html

Kommentare (4)

Foto: Helmut Probst
von Helmut Probst | 20.12.2007 | 05:16 Uhr

Ich finde, in dieser Frage macht auch Sigmar Gabriel gegenwärtig  keine gute Figur, wie sich gestern bei seinem Auftritt im ZDF zeigte. Wer A sagt, muss auch B sagen, und die ganze Sache so darzustellen, als würde hier durch andere Länder ein unseriöser Wettbewerb geführt, entspricht doch nicht dem Ernst der Situation. Es geht doch einfach darum, dass der Autoverkehr seinen notwendigen Beitrag zur Verhinderung einer Klimakatastrophe leistet und um nichts anderes. Sich nun hinzustellen und zu fordern, dass aber auch die Autos mit schon geringem Verbrauch noch weiter gesenkt werden müssen, ist einfach unbillig. Vielleicht sollte man sich in Berlin auch im Umweltministerium einmal völlig klar darüber werden, dass Deutschland sich einfach keiine Sonderstellung in diesen Fragen erzwingen kann. Es gab ja schon einmal eine Forderung der EU nach einme Tempolimit auch in Deutschland. Dies wurde abgeblockt mit dem Verweis darauf, dass die Senkung des Karftstoffverbrauches durch neue Entwicklungen erreicht wird. Nun werden wir halt beim Wort genommen. Für die Folgen ist jedenfalls nicht die EU verantwortlich. Die Politik jedenfalls sollte hier entschlossen handeln, auch der Umweltminister, wenn die Bundeskanzlerin schon kneifen will.

Foto: Helmut Probst
von Helmut Probst | 21.12.2007 | 14:32 Uhr

Ich glaube, es ist an der Zeit, dass der Umweltminister mal klar macht, worum es in diesem Streit jetzt überhaupt geht. Man gewinnt den Eindruck, dass es in der EU  ein Hauen und Stechen gibt, um der deutschen Autoindustrie ein Bein zu stellen. Andere Länder führen einen unlauteren Konkurrenzkampf um bessere Positionnen auf den Märkten. Frankreichs Präsident gegen die Bundeskanzlerin, dann wieder beide zusammen gegen den EU-Präsidenten, dieser wieder einer gegen alle, usw. Welche Dinge auch hier mitspielen mögen, dass es hier darum gehen muss, den deutschen Beitrag gegen den Klimawandel weiter zu erhöhen, sollte nicht unter den Tisch gekehrt werden. Und nicht so zu tun, als sollten die anderen erst mal nachziehen, immerhin sei ja Deutschland Vorreiter. Ein solches Gehabe wird dem wirklichen Ernst der Situation nicht gerecht. Ich galube schon, die deutsche Politik, und hier auch der Umweltminister, täten gut daran, wenn sie den Druck auf die Autoindustrie erhöhen, um schneller messbare Ergebnisse bei der Reduzierung der Klimagase zu erreichen. Es sollte mit daran gedacht werden, dass ja der Großteil dieser Stinker aus deutschen Autofabriken irgendwohin in die Welr gelangen und dort demonstrieren, was die Deutschen wirklich tun gegen den Klimawandel. Manchmal habe ich den Eindruck, wir haben ja ein tolles Programm, nun macht mal nach und tut auch etwas. Das aber zieht nicht mehr, die vom Klimawandel jetzt bereits unmittelbar Betroffenen erwarten von den Industriestaaten einfach mehr. Auch da sollte Deutschland seiner Vorreiterrolle gerecht werden, auch und besonders im Rahmen der EU. Dann könnte der jetzige Streit einen
positiven Inhalt bekommen.

Foto: Dieter Köpf
von Dieter Köpf | 22.12.2007 | 13:34 Uhr

Guten Tag,

kann mich noch gut errinnern etwa schon vor 10-12 Jahren kam eine Diskussion auf über ein 3liter Fahrzeug schon damals sträubte sich die Autoindustrie die neue Technik einzuführen. Obwohl es die Technik schon gab, Ford wollte das 3 lieter Auto einführen aber VW bremste das Vorhaben aus. Aus einem Grund wie heute sie sahen die Felle davon Schwimmen um Geld und Macht zu erhalten.

Mit freundlichen Grüssen

Dieter

Foto: Enrico Weigelt
von Enrico Weigelt | 07.04.2008 | 16:50 Uhr

Hallo in die Runde,

was die EU hier treibt, möchte ich eigentlich nicht mehr weiter kommentieren - da gehts nur um Machtspielchen und Konzern-Lobbyismus. Wenn dabei ab und an etwas nützliches rauskommt, ist eher Zufall.

Auf die (Deutsche) Autoindustrie zu hauen, geht mE. am Problem vorbei. Die Industrie befriedigt letzenendes nur die Nachfrage. Man muß bei denen angreifen, die tatsächlich diese Nachfrage schaffen und die Spritschleudern kaufen.
Beispielsweise durch höhere Steuern verschwenderische Fahrzeuge bei Neuzulassung (-> Bestandsschutz für die alten).

Wer sich dann als Hersteller nicht bewegt, wird zwangsläufig Marktanteile verlieren.

Gruß