Life, Socialdemocracy and everything - Aktuell: Clement, Kontaktverbot

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Hier geht es um Sozialdemokratie, das Leben im Allgemeinen und all die Dinge die sonst noch so passieren. Natürlich immer mit einem (kritischen) Blick nicht nur auf die SPD. Welche Themen mich am meisten interessieren könnt ihr ja beim Lesen herausfinden
"Killerspiele": Medienkompetenz statt Gesetze!
Und einmal wieder wird die Sau durchs Dorf getrieben: Böse Killerspiele verrohen die Jugend und sind überhaupt an allem Schuld. Wie so oft bei Themen des Boulevards wird, und das auch von Menschen die es besser wissen sollten, die Vernunft vor Beginn der Debatte abgelegt.
Zunächst einmal: Was ist eigentlich ein Killerspiel? Der Begriff scheint nur sehr vage definiert zu sein. Es geht da ums Töten als Spielinhalt. Pedanten könnten schon jetzt darauf hinweisen, das in Computerspielen niemand getötet wird - keine der virtuellen Figuren hat schließlich je gelebt. Also definieren wir die Sache etwas umfassender: es wird also virtuell getötet.
Aber passiert das nicht auch Kinofilmen, im Fernsehen, ja sogar in Büchern? Wer fordert denn ein Verbot von Killerfilmen und Killerbüchern? Hier wird eben doch ganz klar mit zweierlei Maß gemessen.
Der Grund dafür: nur wenige Menschen, die heute über sowas entscheiden, kennen sich mit Computerspielen wirklich aus. Es herrscht oft ein diffuses Halbwissen über verschiedene Spiele und die Menschen die sie spielen vor. Und was mensch nicht kennt, das macht mensch eben Angst. Genauso erging es in der Vergangenheit übrigens auch Rockmusik und Comicheftchen...
Keine Frage, es gibt sinnvollere Freizeitbeschäftigungen als Computerspiele. Aber mit Sicherheit auch deutlich schlechtere. Mit Sicherheit ist es nicht schlimmer als Fernsehen.
Nun wird (zurecht) immer wieder kritisiert, das "Killerspiele" von Kindern gespielt werden. Dies ist aber kein Argument gegen solche Spiele, sondern ein Argument für mehr Medienkompetenz bei Eltern und im Handel. Denn: Spiele mit wirklich gewalttätigem Inhalt sind, genau wie entsprechende Filme erst ab 18 Jahren freigegeben. Genauso gibt es Freigaben "ab 16" und "ab 12". So lange aber keiner nachschaut, was die "lieben Kleinen" da zu Hause so daddeln, so lange der Einzelhandel ohne nachzuschauen verkauft, so lange werden eben Kinder Spiele spielen (und Filme anschauen) die für sie eventuell nicht wirklich geeignet sind. So lange Eltern ihren Kindern ohne Nachfrage ein Spiel mit Freigabe "ab 18" kaufen, weil es ja "sowieso nur so ein Computerdings ist", so lange werden die selben Menschen dann auf ein Totalverbot dieser Spiele drängen.
Nein, neue Gesetze werden nicht gebraucht. Nur umgesetzt werden müssen sie auch. Und dazu müssen sich die Eltern eben mit dem befassen, was ihre Kinder da so spielen. Aber nur zu gerne werden die "lieben Kleinen" eben einfach vor Fernseher und Computer geparkt - da sind sie immerhin mal ein paar Stunden ruhig...
Kommentare (9)
Ich stimme dir zu. Gerade die erstaunlichen Ähnlichkeiten zur "Hexenjagd" auf Comics und Rockmusik zeigen, dass die Angst vor "Killerspielen" in erster Linie durch Unwissenheit geschürt wird. Wenn sich die Killerspiel-Jäger dazu durchringen könnten, die Spiele einmal selbst zu spielen, würden sie wohl feststellen, dass die Spiele viele eigentlich offensichtliche gute Eigenschaften haben:
1. Es ist erwiesen, dass Videospiele die Hand-Augen-Koordination fördern.
2. "Online-Spiele" verbinden Menschen von der ganzen Welt und tragen zur internationalen Verständigung bei (wobei das durchaus einer der Gründe für konservative Politiker sein könnte, Computerspiele generell zu verurteilen).
Videospiele sind ein Teil unserer Kultur und es wird höchste Zeit, dass dies auch von älteren Generationen anerkannt wird.
Es sind keine Ähnlichkeiten zur Diskussion um Comics oder Rock'n'Roll, es ist dieselbe Diskussion. Dieselben Argumente, die selben Vorschläge, dieselbe Akteure.
Es sind zwei Probleme die dabei zusammen kommen:
1. Erwachsene verstehen das Medium nicht, die Sprache die das Medium spricht ist für sie unverständlich. Hinzu kommt der Unwille diese Sprache zu erlernen oder zumindest der Versuch sie zu verstehen.
2. Erwachsene sehen die Jugend nicht mit den Augen der heutigen Jugend, sondern durch die Brille der eigenen idealisierten Jugend.
Dazu die Diplomarbeit "Kriminalisierung von Jugendlichen durch Anti-Schund-Kampagnen" von Christian Vähling zum Thema:
http://www.loesje.de/maxfiles/ … dkampf.php
Es ist nicht ganz dieselbe Diskussion, da Computerspiele eine andere Erfahrung darstellen. Mit Comics ist das kaum vergleichbar (mit Rockmusik vielleicht, live).
Vielleicht lege ich auch den Sprachbegriff nicht weit genug aus, aber mir scheint es weiter zu gehen.
Durch die interaktive Natur von Computerspielen, dem realen Teilhaben an der Handlung (wenn auch in linearen Spielen nur der Frage, ob die Handlung weitergeht oder nicht) wirken da völlig neue "Kräfte" auf den Spieler, die man auch nicht unterschätzen sollte.
Richtig ist allerdings, das ständig neue Verbote kontraproduktiv sind und eine striktere Anwendung der bereits existirenden Gesetze ausreichend ist, um die Jugend zu schützen. Wohlgemerkt: die JUGEND schützen.
Generelle Verbote, insbesondere Herstellungsverbote, sind eine Anmaßung, die ganz dringend aufhören muss.
"Das Wort heißt 'NUKULAR'."
Außerdem geht es nicht um Medienkompetenz für die Kinder, sondern für Eltern und Politiker (auch ruhig für Lehrer, Polizisten und wer auch immer damit von Amts wegen konfrontiert wird).
"Gewaltspiele", werden, wie alle anderen Medien, von der Bundesprüfstelle bewertet und entsprechend freigegeben, bereits vorher gibt der Hersteller eine FSK Empfehlung ab.
Das diese Empfehlungen und Bewertungen auch eingehalten werden, ist Aufgabe der Eltern und der Verkäufer (wie mit dem Alkohol. Nur das Eltern Alkohol und seine Auswirkungen kennen, während für die meisten Computerspiele ein Buch mit 7 Siegeln sind, sobald die Komplexität von Solitär oder Spider überschritten wird).
Mit Horror-Zombie-Action-Splatter-etc. Filmen ist es das Gleiche.
Und ich will nunmal nicht auf gute und interessante Spiele, Filme, Medien verzichten müssen, schon garnicht für Kinder.
Ich will nicht vor mir selbst geschützt werden.
Und zum "Pedo-Spiel": Das Gesetz und die BpjM behandeln alle "Schriften" gleich. Kinderpornografie ist in jeder Form verboten, Foto, Video, Simulation.
<Zitat>Ich bitte dich, nicht schon wieder, diese scheiss Medienkompitez!!</Zitat>
Ach, ich liebe einfach diese qualifizierte Kritik... aber die bin ich von diesem Genossen inzwischen gewohnt... Ach ja, und es heißt KOMPETENZ!
<Zitat>Menschen töten ist in der Realen Welt und das letztere auch verboten, und so sollte es auch bei den Telespielen sein. oder wir haben bald wieder einen Amoklauf, an einer deutschen Schule. </Zitat>
Ja, genau. Deshalb gibt es bis heute auch keinerlei Beweis dafür, das sogenannte Killerspiele zu Gewalttaten im echten Leben führen. Aber bleib ruhig bei deinen Parolen, ich bin mir sicher, die dumpfdeutschen Stammtische sind voll auf deiner Linie...
Matthias fragt: "Es gibt keine beweise??"
Doch, schon. Und zwar welche, die gegen deine Position sprechen. Tja, das Leben ist eben eines der härtesten!
->http://www.heise.de/tp/r4/html … llerspiele
->http://www.heise.de/tp/r4/html … llerspiele
Ich mache das nicht, weil ich Zitate liebe, sondern weil ich auf Quellentexte verweise!
Matthias schließt mit den freundlichen Worten: "Mit unfreudlichen Grüssen"
Ist ja spannend, das ausgerechnet du immer wieder so schnell angefressen bist! Betreibst du doch immerhin Gruppen wie "Killt die Bild", die sprachlich wohl auch eher im Bereich Holzhammer anzusiedeln sind. Bist doch selbst auch ein Freund klarer Worte.
In diesem Sinne, mit freundlich-sozialistischem Gruß,
Sebastian
<Zitat>Die Bild gehört geKILLT? natürlich!</Zitat>
Aber "Killerspiele" willst du verbieten. Klasse. Du weißt schon, was killen heißt, ja? Ich will die BILD auch gerne abschaffen, aber nicht killen, also töten.
<Zitat>Weil sie, wie du auch mit andeutungen Rufschädigung begeht. "Stammtischparolen!"</Zitat>
Danke für das "Kompliment". Eine sachliche Diskussion ist mit dir anscheinend nicht möglich. Schade, ich habs versucht.
Es ist einfach so: alles was du in dieser Diskussion gemacht hast ist, anderen Argumenten als deinen die Glaubwürdigkeit oder Richtigkeit abzusprechen. Und das oft genug in der drastischsten und verallgemeinernden Wortwahl, die du mir vorwirfst. Und wenn du dann ein wenig von deiner eigenen Medizin zurückbekommst wirst du gleich dünnhäutig. Wer austeilt, lieber Genosse, sollte auch einstecken können!
Matthias, vieles was du hier so von dir gibst sind eben zumindest auch Dinge, die an Stammtischen ganz genau so gedacht und gesagt werden. Wenn du solche Meinungen vertrittst - und das ist dein gutes Recht - mußt du mit Kritik leben - so wie ich auch mit Kritik anderer lebe. Ich habe dich jetzt hier in verschiedenen Foren und Blogs erlebt, und das Muster deiner Beiträge ist immer gleich: Verallgemeinern und dann agressiv beleidigt sein, wenn jemand dir widerspricht.
Und noch eins zum Thema: Macht es dich nicht stutzig, das einer der Hauptverfechter des Killerspielverbots persönlich genau davon profitieren würde? Befasse dich mal mit Christian Pfeiffer, du wirst überrascht sein! Die Wertigkeit solcher Studien könnte ich genauso hinterfragen wie du es mit den Artikeln einer unabhängigen Quelle meinerseits getan hast. Ich verzichte aber darauf.
Gute Nacht!
Sebastian
Meine Meinung deckt sich ebenfalls größtenteils mit der des Bloggers.
Die sog. Killerspiele töten niemanden und es ist bis heute auch nicht bewiesen, dass irgendjemand dadurch aggressiver ist.
Ich arbeite nebenberuflich in einer der größten deutschen Gaming-Organisationen und wir haben gerade für Marketing- und Sponsorengespräche seit mehr als zwei Jahren Artikel und Studien über die Wirkung von Computerspielen gesammelt.
Es gibt (zumindest ist mir keine bekannt) keine Studie, die einen Zusammenhang von Computerspielen und der Gewaltbereitschaft von den Spielern nachweist!
Im Gegenteil ist es allerdings ein Fakt, dass inzwischen Computerspiele von einem Großteil der Jugend als elektronischer Sport betrieben wird (derzeit knapp 800.000 Mitglieder in der größten deutschen Liga).
Auch gibt es Strukturen, die durchaus mit dem traditionellen Ligensystem aus dem Fußball vergleichbar sind, es gibt mehrere Ligen und unter anderem eine Profiliga mit 170.000€ Preisgeld.
Sicherlich können PC Spiele Schaden anrichten, aber doch nur dann, wenn der Spieler sonst nichts mehr hat außer den Spielen. Hier kann man den Vergleich dann aber auch auf übermäßigen Fernsehkonsum oder das Hören von z.B. Death Metal beziehen.
Die Leute, die "Killerspiele" spielen, werden von Menschen als Killer abgestempelt, die zumeist keine Ahnung haben, über was sie reden und sich dabei noch auf nicht belegbare Argumente berufen.
Am extremsten treibt das derzeit natürlich die CSU, die Killerspieler ja mit Kinderschändern auf eine Stufe stellt (zumindest tut dies Herr Beckstein).
Spiele sind sinnvoll und können soziale Kompetenzen fördern, vor allem wenn sie in Ligen gespielt werden, wodurch Wettkampf zwischen Teams entsteht, müssen jedoch auf sinnvoll und in sinnvollem Maße gespielt werden - und hier sollte die Politik sinnvoll ansetzen!


