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Familienfeindlichkeit

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von Wendula Strube

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Warum wehren sich Familien nicht, gegen den Zustand in unserer Gesellschaft? Was können Familien tun, damit die finanziellen Mittel, die durch ihre Verbräuche und die dadurch eingenommene Mehrwertsteuer, besser an sie zurückverteilt werden?

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von Wendula Strube | 05.01.2008 | 19:49 Uhr

Eintrittsgeld

Für viele Familien bedeutet das Wort "Eintrittsgeld" in öffentliche Einrichtungen nur noch „Armut-Bleib-Draußen-Geld". Warum wird an Familien nicht das zurückgegeben, was sie der Gesellschaft geben? Anerkennung und Ehre, wem Ehre gebührt. Höhere Anerkennung und Gebühr gibt es jedoch nicht zu Gunsten der Familien, sondern zu Ungunsten derer, die dafür sorgen, dass unsere Gesellschaft fortbesteht.

Kommentare (6)

Foto: Wendula Strube
von Wendula Strube | 05.01.2008 | 19:50 Uhr

Kinder- und Familienfeindlichkeit in unserem Land, äußert sich auch an horrenden Eintrittspreisen in öffentlichen Anstalten. Als ich gestern mit meinen drei Kindern Baden ging, musste ich für zwei mal fünf Minuten (!!!) Wellenbad und ständigem Frieren während der einen Stunde Aufenthalt in der Schwimmhalle, rund 13,00 EUR bezahlen. Nach zwei Stunden musste ich mit den dreien wieder draußen sein, weil ich sonst nochmals rund 12,00 EUR nachbezahlen müsste.

In dem Ermäßigungspreis für Familien, den ich bezahlte, steht die Bedingung, dass die Familie spätestens um 13.00 Uhr in der Halle sein müsse, weil sie sonst nicht begünstigt würde. Ist das familienfreundlich? Ich behaupte nein, das ist familienfeindlich.

Menschen die ohnehin mehr Stress erfahren als Menschen ohne Kinder dürfen sich auch noch am Wochenende abplagen, pünktlich um spätestens 13.00 Uhr in der Halle zu sein. In der Woche, wenn sie arbeiten geht da gar nichts. Es sei denn, sie haben mal Urlaub.

Wohingegen die Menschen ohne Kinder kommen können wann immer sie wollen. Sie zahlen nur für sich selber und haben nicht den Stress den Familien sowieso immer haben. Warum wird nicht von ihnen verlangt bis um 13.00 Uhr in der Halle zu sein? Wenn sie sich von Kindern gestört fühlen, dann können sie von mir aus sowieso weg bleiben, dann haben sie den Sinn des Lebens nicht erkannt.

Unsere Kinder brauchen Bewegung und wir beklagen übergewichtige Kinder, aber wie soll das finanziert werden? Sollte bspw. eine alleinerziehende Frau von Hartz-IV leben, weil sie auf Grund ihrer Kinder keine Arbeit bekommt, dann kann sie das nicht bezahlen. Wer ihr dann vorwirft, sie könnte ja das Rauchen, Alkoholtrinken und Essen von Schokolade aufgeben, der weis nicht wovon er spricht. Auch diese Familien haben ein Recht darauf, für ihren Nervenkrieg, dem sie jeden Tag ausgesetzt sind, etwas entgegenzusetzen. Sicherlich sind Rauchen und Trinken keine Lösung, aber ich denke, dass ist die Realität von vielen. Wenn dann vielleicht auch noch behauptet wird, diese armen Familien sollten den Computer, das Fernsehgerät und am besten noch das Radio im Kaufhaus stehen lassen und den Kindern vom damit ersparten Geld Futter kaufen, dem möchte ich mitteilen, dass heutzutage all diese Geräte dazu dienen, Kinder später in Arbeit zu befördern. Ohne mediale Vernetzung läuft in naher Zukunft wahrscheinlich gar nichts mehr und viele Schulen können sich die Computerausstattung gar nicht leisten.

Ich finde es jedenfalls eine Schande, dass so schlecht mit den Stützpfeilern unserer Gesellschaft umgegangen wird. Ich hoffe auf eine rege Beteiligung aller und aller (potentieller) Eltern hier im Forum und auf baldige Änderung zu Gunsten der Familien in unserem Europäischen Staat.

Foto: Wendula Strube
von Wendula Strube | 08.01.2008 | 12:05 Uhr

Es soll noch schlimmer kommen!

Ich werde u. g. Schreiben an entsprechende Ämter in Berlin versenden und als Petition im Senat einreichen. Wer unterstützen kann und mag, dem sage ich hier auf diesem Wege meinen Dank voraus.

Ich möchte darauf hinweisen, dass Berlin von Rot-Rot regiert wird und im Bezirk Mitte, die SPD den Bürgermeister stellt. Außerdem ist ein sehr hoher Anteil von Migranten im Bezirk Mitte ansässig, er ist eines der ärmsten Bezirke von Berlin.

Ich bin stinke wütend und hoffe auf Einstellung des Verfahrens, das Schwimmbad Seestraße schließen zu wollen.

Offener Brief:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mich bei Ihnen über das Vorhaben, das Schwimmbad in der Seestraße schließen zu wollen, beschweren und lege klaren Protest dagegen ein.

Das einzige Erholungsmoment in unserem Bezirk für Familien und Kinder wird eingespart, damit ist die sportive Versorgung, in dem ohnehin sehr benachteiligten Gebiet, quasi nicht mehr vorhanden. Gerade in Zeiten, wo starke Kinderarmut und ein aggressiver Wahlkampf gegen Jugendliche gefahren werden, spottet diese Nachricht jedes sozialen Versuchs, den Kindern und Jugendlichen mehr Halt und Angebote zu machen. Ich protestiere daher auf das allerschärfste und verbiete mir diese Schließung.

Es stellt sich doch die Frage, wenn wir es zulassen, dass das Bad geschlossen wird, wo männliche Jugendliche mit ihrem Testosteronüberschuss in Zukunft hin sollen? In der Pubertät liegt die Höhe des Testosteronwertes bei ihnen um rund 700 % - 800 % über normalem Wert. Diese Überschüssige Kraft, die für Jugendliche sowieso schon  schwer begreiflich und schwer in den Griff zu bekommen ist, veranlasst sie zu ihrem Imponiergehabe und zu Mutproben, die u. U. auch zu Gewalttätigkeiten führen können. Ein Schwimmbad ist genau der richtige Ort, damit diese Kraft, im wahrsten Sinne des Wortes, in gute Bahnen gelenkt wird.

Ich habe keinerlei Verständnis dafür, dass sie es zulassen wollen, dieses Schwimmbad zu schließen. Schließen sie andere Orte, streichen sie andere Zuwendungen in Bereichen, wo es eben nicht die Ärmsten der Armen und die Familien trifft.

Mir fällt dazu ein, dass es in Berlin insgesamt drei Opernhäuser gibt, die nur von gutbetuchten Menschen aufgesucht werden können, weil ich mir und viele andere Familien einen Besuch dort gar nicht leisten kann. Das ist Überfluss am falschen Ort und führt gesundheitlich zu gar nichts.

Ich schlage vor, Sie setzen den Rotstift erst einmal bei sich selber an und treten endlich dafür ein, dass Beamte und –innen Beiträge für die Sozialversicherungen zahlen. Mit dem Gesparten für die Beamtenpensionen, ließe sich das Schwimmbad weiter finanzieren. Oder schließen sie zwei Opernhäuser, keine andere Stadt der Welt finanziert drei gleich funktionierende Orte für die Bourgeoisie.

Man könnte zwei Opernhäuser ohne Schwierigkeiten privatisieren, Protektionistinnen wird es bestimmt für die „gehobene“ Kunst sofort geben. Wenn  nicht, wäre das nicht weiter schlimm, da ein marginaler Teil der Bevölkerung ohnehin nur in den Genuss dieser Kunstrichtung kommt.

Schwimmen gehen anteilig viel mehr Menschen, warum wird Demokratie hier ausgeblendet? Es gibt keinen Minderheitenschutz in ihr, die Masse allein macht es aus. Weg mit den Opernhäusern, weg mit den durch uns finanzierten Beamtenpensionen, das macht Sinn.  

Ich bin wütend und mir reicht es, das immer bei Dingen gekürzt und gestrichen wird, die der Allgemeinheit dienen. Selbst in schlechtesten Zeiten, wie der Weimarer Zeit wurden Badeanstalten nicht geschlossen. In dieser Zeit gab es ebenfalls solche Einrichtungen und sie wurden in den sehr bewegten und armen Zeiten, für die körperliche Ertüchtigung aller Leute, als öffentliche Institution, auch dem Pöbel zur Verfügung gestellt.

Es reicht mit den Kürzungen im sozialen Bereich, den vor allem Familien mit Kindern tragen müssen. Kürzen Sie, wo immer sie wollen, aber nicht bei den Schwimmbädern, die wirklich gebraucht werden.

Mit sehr freundlichen Grüßen.                                              
Wendula Strube

Foto: Wendula Strube
von Wendula Strube | 08.01.2008 | 19:01 Uhr

Ich habe heute eine Petition und einen Einspruch weggeschickt. Die Petition an den Ausschuss: Abgeordnetenhaus von Berlin, Petitionsausschuss, 10111 Berlin-Mitte und den Einspruch an: Berliner Bäder-Betriebe AöR, Herrn Dr. Ing. Klaus Lipinsky und Herrn Michael Schenk Sachsendamm 2-4, 10829 Berlin. Ich möchte damit alle ermutigen, Gleiches zu tun. Ihr könnt gerne meinen Text s. o. benutzen.

Kämpfen lohnt sich immer. Sollte ich irgendein Ergebnis damit erzielen, werde ich es Euch allen mitteilen.

Ich fühle mich auf jeden Fall jetzt besser, da ich seit gestern Abend durch die angehende Bäderschließung ziemlich genervt war.  

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!!!

Foto: Wendula Strube
von Wendula Strube | 21.01.2008 | 20:13 Uhr

Hallo liebe Mitstreiter/-innen,

nachdem ich ca. 55 E-Mails an alle erdenklichen Genossen des Berliner Senats geschickt habe, wurde am 17. Januar 2008 durch den Innensenator verkündet, dass alle Schwimmbäder in Berlin erhalten bleiben, incl. das von mir erwähnte Schwimmbad! Das ist doch wunderbar und das an meinem Geburtstag!!!  Das hat mich rund fünf Stunden unbezahlte Arbeit gekostet, was allerdings nicht so toll ist. Ich stelle fest, dass ich einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Erhaltung der Schwimmbäder und meinem Schreiben sehe. Ob ich mir das einbilde? Nun ich glaube nicht, dennoch ist es nicht beweisbar. In jedem Falle freue ich mich sehr, vor allem für die Kinder und Jugendlichen die dieses Bad nutzen.

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.

Foto: johannes israel
von johannes israel | 22.01.2008 | 20:26 Uhr

Hallo liebe Wendula,
ich hatte mich neulich schon über Deine Vorfreude über  Nichtschließung
einer Schwimmhalle gewundert. Ich vermute mal Du meinst das Hallenbad an der Landsberger Allee.
Heute muß ich aber aus "Der Tagesspiegel" entnehmen, das die BBB GmbH
ab 2012 zusätzliches Geld ( Fünf Millionen €) benötigen, sonst müssen einige Schwimmhallen schließen.
Die Frei- und Sommerbäder sollen künftig ausschließlich von Vereinen oder privaten Pächtern betrieben werden.
Was dann geschehen könnte, brauche ich hier wohl nicht weiter erläutern.

Bis bald Johannes

Foto: Wendula Strube
von Wendula Strube | 29.01.2008 | 19:57 Uhr

Heute erreichte mich eine erfreuliche Mail, folgenden Wortlauts:

Sehr geehrte Frau Strube,

sicherlich haben Sie bereits gehört, dass die SPD Fraktion auf der
Klausursitzung in Hamburg über die Berliner Bäder ausführlich gesprochen haben und folgenden Beschluss beschlossen haben:

Wir haben uns nochmals für den Erhalt aller Hallenbäder, Sommerbäder und Freibäder in Berlin ausgesprochen. Weiter werden wir die baulichen
Unterhaltungsmittel für die Berliner Bäder ab dem nächsten Haushalt 2010 um jählrich 5 Mio. Euro erhöhen.

Das Wochenende war nicht nur für uns Sportpolitiker erfolgreich sondern
auch für die Berlinerinen und Berliner und das wenn ich sagen darf macht mich richtig stolz.

Sollten Sie Rückfragen haben stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit den besten Grüßen
XYZ - MdA

Meine Antwort hierzu:

Sehr geehrte/-r XYZ,

nein, ich hatte noch nichts von Hamburg gehört, da der Wahlkampf in Hessen mich förmlich verschlang. Daher danke ich Ihnen für die neuesten Nachrichten zu den Schwimmbädern. Vielleicht liegt es auch ein klein wenig an mir, dass die Schwimmbäder auf die Tagesordnung unserer Partei kamen und ich darf dann wohl auch stolz auf mich sein oder was meinen Sie, liebe/-r Parteigenosse/-in?

Mit sehr freundlichen Grüßen

Wendula Strube