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Die Benzinpreise steigen und steigen und haben mittlerweile ein Rekordhoch erreicht!
Das Forum ist für alle gedacht die sich zu diesem Thema äußern wollen.
Was können wir tun oder sind wir wirklich den Konzernen ausgesetzt?
wie lange reicht noch das Erdöl?
Kommentare (9)
Erdöl ist meines Erachtens noch ausreichend "in der Erde" vorhanden. Die derzeit erschlossenen Vorräte werden nur langsam, aber sicher knapp. Bisher wurden die anderen Quellen noch nicht angezapft, weil es zu teuer ist. In Zukunft wird uns daher weniger Erdölknappheit plagen, sondern eher ein immenser Preisanstieg, wenn die restlichen Erdölquellen unter - derzeit - unverhältnismäßig hohen Kosten erschlossen werden.
Wie lange das Erdöl reicht, ist heute sicherlich nicht abzusehen. Abzusehen ist aber, wie sich unsere Gesellschaft angesichts immer weiter steigender Preise für Benzin verändern wird. Pendeln zum Arbeitsplatz wird zu teuer werden. Einkaufszentren auf der Wiese sind nicht mehr erreichbar. Es werden Geschäfte im Nahbereich - "Tante Emma Läden" - wieder wettbewerbsfähiger werden.Kann die Globalisierung angesichts steigender Transportkosten so weitergehen wie bisher oder werden wir unsere Hosen wieder in einheimischen Fabriken schneidern und die dazugehörigen Stoffe mit Wolle und Flachs heimischer Produktion weben. Fragen dieser Art drängen sich mir auf.
Das Öl reicht mit Sicherheit nicht mehr besonders lange, zumindest nicht länger als die jetzigen Schätzungen besagen.
1930 sagte man: Es reich noch für 30 Jahre, 1970 sagte man es reicht noch für ca. 40 Jahre und heute sagt man noch immer eine Reichweite von 40 Jahre voraus. Wer mitdenkt merkt: Klar irgendetwas passt hier nicht, das Öl hätte schon längst zwei Mal ausgehen müssen. Doch was war passiert? Es wurden immer wieder neue Elefantenfelder gefunden. In Saudi-Arabien, Russland und anders wo. Doch das ereignete sich vor ca. 30-40 Jahren. Diese Quellen haben inzwischen ihren Förderungszenit erreicht und es ist zu erwarten, dass von nun an immer weniger aus Ihnen zu fördern sein wird. Was also tun? Neue Quellen finden?!? Letztens freute man sich noch einen neuen Elefanten bei Vietnam gefunden zu haben, also alles gut?!? Nein, inzwischen ist wohl raus gekommen, dass es wohl ehr ein kleiner Hamster war. Die großen Reserven gehen uns ganz klar aus.
Zu Kanada bzw. den Ölsänden oder den Ölschiefer ist zu sagen, dass sie Potenziell haben, da der Ölpreis steigt und es wird lukrativ sie zu fördern. Doch die Ausbeute wird wohl nie der Nachfrage hinterher kommen können. Zusätzlich werden sie bei der Förderung Unmengen an Energie und Wasser verbrauchen. Klar findet man noch immer neue kleine Ölfelder, doch die stehen in keiner Relation zur jetzigen Förderungsmenge oder zum zukünftigen Verbrauch.
Bleibt also nur die Hoffnung doch noch was zu finden, denn das hat ja schon paar Mal funktioniert und der Menschheit den Hals gerettet. Doch ehrlich, wie wahrscheinlich ist das?
Zusätzlich muss man die weitere dynamische Entwicklung des Verbrauchs bedenken. Wenn die jährliche Zuwachsrate an Ölförderung sich nur um wenige weitere Prozentpunkte erhöht, ist doch klar das sich die Reichweite schnell um ein drittel oder um die Hälfte verkürzen wird. Ich wage mal zu versprechen, dass das passierten wird. Wenn wir es nicht schaffen, dann die Chinesen oder Inder, die einen Wohlstand anstreben, wie wir ihn haben. Gleichzeitig werden sie ihre billigeren Autos, in die ganze Welt exportieren, die sich mehr Entwicklungsländern leisten können. Wer glaubt da nicht an einen rasanten Anstieg des Verbrauchs.
Was ich hier abschließen noch sagen möchte ist, das ich hier nur vom Öl gesprochen habe. Ich frage mich aber warum keiner davon redet, dass man auch aus Kohle Öl gewinnen kann, wie in Deutschland im 2. Weltkrieg geschehen. Natürlich auch furchtbar teuer und bestimmt sau dreckig und nicht so leistungsfähig wie Öl, aber Kohle haben wir ausreichend, da sagen die Schätzungen mehrere Jahrhunderte voraus.
Ach ja, es gibt noch so vieles: Experten gehen davon aus, dass die Ölreserven heute wohl ehr überschätzt als unterschätzt werden. Dies liegt z.B. an der Förderquotenvergabe der OPEC. Die Fördervolumina der Mitglieder orientieren sich teilweise an den eigenen Reserven. Daher geben viele mehr an als sie haben, um natürlich um mehr fördern zu dürfen.
Was wir dann machen? Gute Frage. Stellt sich wahrscheinlich nicht, weil wegen des Preisdrucks andere Alternativen langsam heranwachsen. Apropos heranwachsen: Treibstoff aus Pflanzen herzustellen, das finde ich noch brutaler als die Ölreserven einfach auszubeuten. Regenwaldkiller Nummer eins: "Nachwachsende Rohstoffe". Das ist der letzte Mist.
Ich fand ganz niedlich diese Umstellungen auf Gas (weil es ja angeblich billiger ist..) Gas gibt es ja aber auch nur solange, wie es Öl gibt, oder? Das ist, würde meine Oma sagen, gedacht "von Zwölf bis Mittag".
Nein, wir werden in Solar und in Wasserstoff machen, Wirschaftskreisläufe und Verlehrströme regionalisieren oder Wachstum verlangsamen und qualitativ verbessern, das werden wir nicht, das sehe ich nicht. Ganz ehrlich: Wer von den hier anwesende Sozen lebt schon ökologisch? Nein, ich glaub nicht, dass wir da was umkehren können. Trotzdem werd ich mich dafür einsetzen.
Vorsicht vor der Wasserstoff-Euphorie, Wasserstoff ist eben kein Primärenergieträger wie Erdöl oder Kohle, sondern ein Sekundärenergieträger wie elektrischer Strom, er wird aus anderen Energieträgern hergestellt, z. B. aus Atomstrom.
Nahrungsmittel zu Treibstoff zu verarbeiten ist einfach inhuman und sollte für uns nicht diskutabel sein.
Bleibt also Solarenergie, Windkraft, Erdwärme und die Nutzung landwirtschaftlicher Abfallstoffe, wobei vor allem die letzte Alternative für die Betankung von Fahrzeugen in Frage kommt, und da ist ist noch viel Forschung nötig, denn die heutigen Verfahren taugen noch nicht viel. Wenn man mehr als 4 Tonnen Trockenmasse benötigt, um eine Tonne Treibstoff herzustellen, gibt's da wohl noch einiges zu tun.
Und dann gibt es da noch das Mengenproblem, es fallen einfach nicht genügend große Mengen an, um alle Fahrzeuge zu versorgen, es geht wohl nichts daran vorbei, den Durchschnittsverbrauch deutlich zu senken, und dazu müssen vor allem die Fahrzeuge wieder leichter werden, in den letzten Jahren ging's in die falsche Richtung.
Letztendlich ist es doch egal, wie lange das Erdöl noch reicht. Wenn wir dafür sorgen wollen, dass die Menschen auch weiterhin mobil sein können und Energie für den gewohnten Lebensstandard zur Verfügung steht, dann müssen wir jetzt schon auf andere Energieträger setzten und neue Techniken fördern.
Ich denke auch ein Umdenken beim Umgang mit Energie und Umweltschutz muss Teil einer umfassenden Energiewende sein. Vielleicht sollten wir über Umweltschutz als Bestandteil der schulischen Bildung nachdenken. Letztlich werden wir es nicht schaffen, dass die Bevölkerung der westlichen Länder freiwillig auf Teile es gewohnten Lebensstandard verzichten wird. Daher müssen wir Antworten finden, wie wir kurzfristig mehr Effizienz aus den vorhandenen Energieträgern ziehen und langfristig neue Energieträger für Mobilität und Energieversorgung erschließen, die gleichzeitig keine weiteren klimaschädlichen Auswirkungen haben.
Ich meine das Problem wird sich von selbst lösen, denn die Technik entwickelt sich immer wenn es nötig ist.
Es ist schon überraschend, dass bei einer solch sensiblen Thematik, die ja letztlich nichts anderes bedeutet, als unseren Lebensstil im vollen Umfang in Frage zu stellen, ein Begriff fast überhaupt nicht auftaucht - Bescheidenheit.
Die Menschheit aast in der Natur seit Menschengedenken. Ob es in der Steinzeit Jäger waren, die ganze Herden in Schluchten stürzen und verfaulen liessen, ob es Griechen und Römer oder später die Spanier waren, die die Wälder für Flottenbauten u.ä. vernichteten oder eben die Industrie"kultur" (ein absoluter Witz dieser Begriff!), die unter unglaublichen Schädigungen mit ihrem masslosen Raubbau die heutige Situation "verschuldet" hat.
Es war offensichtlich zu keiner Zeit "en vogue", sich in seinen Ansprüchen zu bescheiden und (Augen)Mass zu halten.
Auch heute, wo die Zeichen der Zeit ganz eindeutig auf elementarer Umwälzung stehen, gibt es Unerschütterliche, die glauben, der heutige Lebensstandard und -"stil" (dito:Industrie"kultur") sei nicht nur im eigenen Lande aufrecht zu erhalten, sondern auch noch den übrigen Schwellen- und Entwicklungsländern zuzugestehen und umzusetzen?!?
Es ist völlig gleichgültig, ob der "Oil peak" bereits erreicht ist oder erst in 20 Jahren - das ist doch ungefähr so, als hätte man seinen gesundheitlichen Zenit überschritten und sich nachhaltig Schädigungen mit dementsprechenden Beeinträchtigungen geholt durch exzessive Lebensweise und glaubte immer noch an das ewige Leben ohne Einschränkungen!
Ohne eine grundlegende Veränderung unserer gesamten Lebensführung verkürzt sich die Lebensdauer unseres Systems drastisch.
Begründung:
Die Gesetze der so genannten "Freien" Marktwirtschaft bedingen, dass die Schere zwischen verfügbarem Einkommen und dessen Wert, sowie der Verteuerung verknappender Rohstoffe und deren Kontrolle durch undemokratische Oligarchen sich exponentiell öffnen wird.
Gleichzeitig stehen aber nicht wirklich in vergleichbarem Umfang alternative Energien zur Verfügung, bzw. sie werden erst zu spät zur Verfügung stehen.
Im Klartext heisst dies: 90% der Bevölkerung werden sich ihren heutigen Lebensstil schlicht aus rein finanziellen Gründen nicht mehr leisten können - da brauche ich weder eine moralische Keule noch die Klimakatastrophe o.ä. hervor zu ziehen.
Bevor uns die Energiemittel ausgehen, geht uns das Geld aus!
Und dies nicht nur uns als Privatkonsumenten, sondern ganzen Staaten.
Und wenn gleichzeitig der Förderer der Rohstoffe in seiner Finanzierung vom Konsumenten (Staat - Bürger) abhängig ist, bedeutet auch dies das Aus für ihn im Fördergeschäft!
BHP Billiton oder die Rio Tinto Group, zwei der grössten Förderkonzerne der Welt, schöpfen ihre Finanzkraft zum grössten Teil aus ihren Börsennotierungen. Wenn deren Umsätze qua mangelnder Finanzierbarkeit durch Konsumenten einbricht, bricht auch deren Aktie ein. Und wer zahlt das Ganze dann noch? (Mal ganz zu schweigen von der weltweit drohenden Finanzkrise durch Überspekulation, kaschierter Hyperinflation und Abkoppelung der Finanzkapitalmärkte von Realwerten!)
So. Ich hole jetzt meinen verstaubten Fahrraddynamo aus den 70er Jahren aus dem Keller und schmier schon mal die Kette...
Nick schrieb:
"Gleichzeitig stehen aber nicht wirklich in vergleichbarem Umfang alternative Energien zur Verfügung, bzw. sie werden erst zu spät zur Verfügung stehen."
Aber das ist doch beeinflussbar, und kein Naturgesetz. Natürlich werden in Zukunft nicht mehr so viel Ressourcen für reine Verschwendung zur Verfügung stehen, weil Energie einfach teurer sein wird. Aber alles andere ist zu einem hohen Grad einfach eine Frage des Preises, viele konventionelle und alternative Energieformen kommen zur Zeit nur deshalb nicht zum Zuge, weil sie (noch) zu teuer sind im Vergleich zum Erdöl. Zum Beispiel bräuchten wir in Deutschland die Kohlebergwerke nicht dicht zu machen, wenn der Weltmarktpreis für Kohle höher wäre. Insofern ist es sehr gut, dass die SPD durchgesetzt hat, dass vor der endgültigen Schließung der Zechen in einigen Jahren noch einmal eine Prüfung vorgenommen wird.
Und das gilt für viele Alternativen auch, sie sind halt zur Zeit noch zu teuer.




