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Christen in der SPD

Foto: Daniel Leitner
 
von Daniel Leitner

Über dieses Blog

Für überzeugte und praktizierende Christen in der SPD, die sich untereinander kennenlernen wollen

Foto: Daniel Leitner
von Daniel Leitner | 24.05.2009 | 22:05 Uhr

Herzlichen Glückwunsch, Herr Köhler !!!

Als Sozialdemokrat war man ja gestern in der Zwickmühle, wenn man, wie ich, und ich bin sicher nicht der einzige in der SPD, Horst Köhler für einen guten Bundespräsidenten hält. Einerseits will man die Partei unterstützen, andererseits hat man von Anfang an nicht verstanden, warum die Partei, obwohl sie selbst Zufriedenheit mit Horst Köhler signalisiert hat, eine Gegenkandidatin aufstellt.

Ich habe nichts gegen Gesine Schwan, halte sie sogar für eine ausgezeichnete Kandidatin. Aber man kann doch nicht allen ernstes mehr Mitbestimmung des Volkes fordern, und dann versuchen, gegen den Mehrheitswillen, nicht nur in der Bundesversammlung, sondern auch gegen das Volk, dass bei mehr Mitbestimmung Herrn Köhler direkt gewählt hätte, eine Gegenkandidatin durch zu drücken. Ich hoffe nur, dass jetzt nicht bei SPD und Grünen, ähnlich wie im Falle Ypsilanti, eine Hetze auf die Leute beginnt, die bei der Bundesversammlung ihrem Gewissen, und nicht dem Parteiwillen gefolgt sind.

Ich wünsche Gesine Schwan von Herzen alles Gute. Und unserer Partei wünsche ich, dass uns die Wähler den Versuch, gegen die Mehrheit, auch der sozialdemokratischen Wähler, eine Gegenkandidatin durchzudrücken, nicht so verübeln, dass wir das bei den nächsten Wahlen merken werden. Dann wäre das ganze wahrhaftig nach hinten losgegangen.

Und Horst Köhler wünsche ich für seine zweite Amtszeit das, was er bei seiner Rede nach seiner Wiederwahl unserem Staat gewünscht hat: Gottes Segen. Schön, zu wissen, das jemand an der Spitze des Staates steht, dem daran gelegen ist. Schade, dass er in der falschen Partei ist.

Kommentare (5)

Foto: Manfred Michael Schwirske
von Manfred Michael Schwirske | 24.05.2009 | 23:44 Uhr

Ein Hochgesang auf den Deregulierer Köhler? Auf den Mahner und Einpeitscher, der jahrelang nach mehr vom selben rief, was uns die Krise bescherte?    

Genosse, diese Art von Sozialdemokratismus treibt mich in den Wahnsinn. Kennst Du dich nicht aus, in aktueller Politik?

Und was soll es, Gesine Schwan nun alles Gute zu wünschen?  Tu das privat.  Hier gings um Politik: um einen fälligen Politikwechsel. Um Glaubwürdigkeit und neue Hoffnung.  

Gesine Schwan hätte Präsidentin werden sollen.

Foto: Daniel Müller
von Daniel Müller | 25.05.2009 | 00:29 Uhr

Da hast du schon irgendwo Recht, ging mir ähnlich als ich von Freunden gefragt worden bin, was denn jetzt so schlimm an Köhler ist und warum Gesine Schwan hier besser wäre. Schön wäre ihr Wahlsieg trotzdem gewesen ;)

Der Teil mit Gottes Segen ist allerdings etwas, was mir persönlich etwas sauer aufstößt, aber das ist ein anderes Thema.

@Manfred:
Politisch ist er wirklich kein Sozialdemokrat, aber als Bundespräsident hat er meiner Meinung nach keinen allzu schlechten Job gemacht, ergo: gibt Schlimmeres.

Foto: Kai Empacher
von Kai Empacher | 25.05.2009 | 08:12 Uhr

ob man horst köhler gut findet oder nicht oder ob gesine schwan eine bessere präsidentin geworden wäre ist jetzt nach köhlers wiederwahl relativ unerheblich für mich. er ist wiedergewählt worden, hat seine 2. amtsperiode und wir können nichts dagegen machen.

ich kann mir persönlich nicht erklären, warum köhler so beliebt ist, ich finde ihn schlecht. es ist schon seltsam, dass jemand der ifw präsident war sich in afrika hinstellt und feststellt, dass der kapitalismus dem afrikanischen kontinent sehr geschadet hat und nicht gut für die dort lebenden menschen ist, gleichzeitig jahre zuvor von den ländern selbst als iwf präsident die öffnung ihrer märkte verlangte, damit sie kredite vom iwf bekommen. sowas kann man nicht mehr als ironie oder ähnliches bezeichnen, ich persönlich finde das mehr als unwürdig (ich weiß persönlich nicht, wie groß der einfluss des iwf präsidenten ist, jedoch kann seine stellung nicht so unbedeutend sein...).

jedoch sollte weder meine meinung, noch die des volkes eine rolle spielen bei einer freien und geheimen wahl! es ist so, dass wahlmänner den präsidenten wählen, sie sollen frei sein bei ihrer wahl und nach dem gewissen/wissen wählen; nicht erst ein forschungsinstitut befragen, wer jetzt beliebter ist.

Foto: Klaus Neumann
von Klaus Neumann | 25.05.2009 | 09:20 Uhr

>andererseits hat man von Anfang an nicht verstanden, warum die Partei, obwohl sie selbst Zufriedenheit mit Horst Köhler signalisiert hat, eine Gegenkandidatin aufstellt.

Das gehört zur Demokratie. Wäre ja noch schöner, wenn Parteien jetzt keine eigenen KandidatInnen mehr aufstellen dürften, sobald irgendeine Meinungsumfrage behauptet, dass sie die Wahlen ohnehin verlieren würden. Klar gehört zur Demokratie auch, dass man Mehrheitsentscheidungen akzeptiert - aber eben NACH der Wahl.

Foto: Guido Wenzel
von Guido Wenzel | 30.05.2009 | 11:02 Uhr

1. Gottes Segen zu wünschen ist ja nett, trifft aber einen beachtlichen Teil der Bevölkerung nicht. Wenn Köhler der Präsident aller Deutschen sein will, kann er nicht mit Floskeln kommen, die klar an der Weltauffassung vieler Deutscher vorbeigehen.

2. Was ist das für eine Partei, die regelmäßig ihre eigenen Leute (mehrheitlich Frauen!) nicht wählt?

3. Beliebtheit ist kein Zeichen von Kompetenz. Wenn es nach Beliebtheit geht, dann gute Nacht SPD!

4. Eine Demokratie, in der es keine GegenkandidatInnen gibt, ist fragwürdig. Eine Demokratie, in der es anstößig ist, eine/n Gegenkandidatin/en aufzustellen, ist keine Demokratie.