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von Sebastian Finsel

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Hier geht es um Sozialdemokratie, das Leben im Allgemeinen und all die Dinge die sonst noch so passieren. Natürlich immer mit einem (kritischen) Blick nicht nur auf die SPD. Welche Themen mich am meisten interessieren könnt ihr ja beim Lesen herausfinden

Foto: Sebastian Finsel
von Sebastian Finsel | 16.01.2008 | 09:17 Uhr

Hartmut Mehdorn ist nicht mehr tragbar

"Wir müssen diese zusätzliche Belastung in Milliardenhöhe über den Planungszeitraum der nächsten fünf Jahre wieder auffangen"

Mit diesen Worten begründete Bahnchef Hartmut Mehdorn gestern geplante Entlassungen und Preiserhöhungen bei der Bahn. Grund ist natürlich der Tarifabschluss mit der GDL.

Nun mag mensch zur GDL stehen wie mensch will - aber wer sich hier gerade unmöglich verhält ist eben Hartmut Mehdorn. Wer am Wochenende ein Papier unterschreibt (Wolfgang Tiefensee präsentierte es stolz de Öffentlichkeit), nur um es einen Tag später als "weit über das erträgliche Maß" hinausgehend und "eine Niederlage nicht nur für die Bahn, sondern auch für den Standort Deutschland" zu bezeichnen, der sollte sich überlegen, warum er es unterschrieben hat und wer hier eigentlich für wen arbeitet.

Nur um nochmal darauf hinzuweisen: die Bahn gehört zu genau 100% dem Bund. Und der sollte zunächst einmal überlegen, ob ein Mensch wie Mehdorn noch ein geeigneter Bahnchef ist. Immerhin kritisiert er mal so ganz nebenbei mal wieder seinen "Chef": Wolfgang Tiefensee.

Letzterer weist nämlich ganz richtig darauf hin, das der jetzt erzielte Tarifabschluß wohl kaum so stark auf die Bahn wirkt, das Entlassungen, Preiserhöhungen und gar die Aufkündigung des Beschäftigungspaktes rechtfertigt.

Nein, Mehdorn ist nicht mehr tragbar. Erst recht nicht dann, wenn einmal die Bahnprivatisierung /zumindest in ihrer wirtschaftsliberalen Form) vom Tisch ist, und es darum geht eine tatsächlich volkswirtschaftlich sinnvolle Bahn zu betreiben.


Zum Thema auch ein interessantes Interview (mit vielen Zahlen und Fakten) von Tagesschau.de

Mehr zum Thema: www.tagesschau.de/wirtschaft/bahn402.html

Kommentare (3)

Foto:
von | 16.01.2008 | 11:06 Uhr

Mehdorn ist schon lange nicht mehr tragbar und gehört ausgetauscht, aber gegen wen ?

Das kann er doch erzählen wem er will.....die vereinbarten Lohnsteigerungen machen keine Milliarden aus.

"Setzen Mehdorn: Mathe 6"

Und über eines dürfte er sich dann trotzdem freuen, nämlich über seine satte Abfindung ......wohl von einigen Milliönchen.....

Foto: Maren Hasselbring
von Maren Hasselbring | 18.01.2008 | 03:02 Uhr

Genau, tragbar ist er aus vielerlei Gründen eigentlich schon lange nicht mehr....

Allein der Stil, was ein unsäglicher Bollerkopp... Ich schlage vor, Herrn Mehdorn und Herr Schell die "Waldorf-und-Statler"-Medaille erster Klasse zu verleihen.
(Das sind die beiden alles-immer-doof-findenden alten Säcke auf der Muppet-Show- Loge)

Nur- wir sind hier nicht bei der Muppet-Show.

Ich schlage vor, Margret Suckale macht den Job, die kann was! Respekt!

Ohne die hätte der Mehdorn noch viel schneller viel schlechter ausgesehen. Ewig musste sie seine haarsträubenden Alleingänge vertreten. Und das hat sie über die Maßen angestrengt. Ich sehe sowas, ist berufsbedingt.

Ich wette, seine öffentlichen Drohungen waren nicht im Ansatz mit dem Vorstand abgestimmt.

Herr Mehdorn ist - mit Verlaub - einfach angepisst, bockig und fühlt sich als Verlierer, und sowas geht ja gar nicht. Da muss mann (jedenfalls ein solchermaßen gehäkelter) schnell mal zurück pissen, am besten dann einmal in die Runde der Allgemeinheit:

So! Das habt Ihr nun davon! So!

Ich habe mal in die Suchfunktion Frau Suckales Namen eingegeben, da fand ich einen Eintrag. Einen sehr emotionalen, und aus den geschilderten Umständen heraus ist mir das auch nachvollziehbar.

http://www.meinespd.net/foren/ … intrag4435

Aber, mein Herr, seit wann können wir über Netto-Löhne solche Debatten führen. Ich bin auch Arbeitgeberin, und sag jetzt mal bewusst provokant:

Ich kann doch nichts für Deine Lohnsteuer-Klasse!

Ich tippe, das ist bei Dir die 1 ohne Kinder, also bekommst Du hochgerechnet brutto - und nichts anderes kann besprochen werden -  € 2000,00 ohne Überstunden

Das entspricht etwa dem, was unsere Mitarbeiter (in Niedersachsen) verdienen, ausgebildete Kfz-Mechaniker, im Übrigen branchenüblich. Variiert natürlich ein wenig, je nach Bundesland/Region ob städtisch oder eher ländlich geprägt. Wobei wir uns da an Hessen orientieren, Wolfsburg ist für norddeutsche Verhältnisse Hochlohn-Gebiet.

Entsprechend verhält es sich dann aber auch mit den Stunden-Verrechnungssätzen, sprich was unsere Kunden bereit sind für die Arbeit unserer Mitarbeiter zu bezahlen!!!!!

Unsere Mitarbeiter arbeiten dafür akzeptierte 42 Stunden die Woche (Regelarbeitszeit) und tragen auch eine nicht zu unterschätzende Verantwortung. Vergiss mal Schrauben am Bremssattel eines Motorrades festzuziehen, weil Du wegen Kundenberatungen mindestens drei, vier Mal bei der Arbeit unterbrochen wirst.

Unser Krankenstand ist übrigens so gut wie 0, wobei ich erwähnen möchte, dass wir als Unternehmer weder Porsche fahren, ein Eigenheim besitzen und/oder auf den Malediven Urlaub machen können. Unsere Regelarbeitszeit möchte ich gar nicht beziffern, weil wir uns ja nun mal für die Selbständigkeit entschieden haben.
Dass wir deutlich mehr Stunden arbeiten und auch der Urlaub (der einzige Luxus, den wir uns für die Familie bewusst gönnen) oder die Wochenenden da nicht ausgenommen sind, da können unsere Mitarbeiter ja nichts für.

Der gleiche Lohn würde bei Lohnsteuerklasse 1 netto etwa € 250,00 mehr ausmachen.

Was soll diese Betrachtung mir jetzt sagen?:

Ich sichere dem Mitarbeiter ein Netto-Einkommen zu, und wenn er sich scheiden lässt -  Muss ich dann das Brutto-Einkommen anheben...  ?

Das ist doch immerhin nicht mein Versäumnis, das die Ehe in die Brüche gegangen ist.

Und ich werde jetzt zu später Stunde noch fieser:

Dann zieh doch raus aus München, eine Dauerkarte für die Bahn (sic!) wird Dich sicher erheblich weniger kosten als das, was Du an Miete etc. einsparst.

Oder hör auf zu arbeiten, wenn das eh´ das gleiche wie Hartz iV ist,  das ist ein systemimmanenter Fehler. Aber das was in die umlagefinanzierten Sozialversicherungen eingezahlt wird, das fällt dann weitestgehend weg......

Einen hab ich noch: Meine Freundin ist alleinerziehend mit zwei Kindern und arbeitet als studierte Biologin 30 Stunden die Woche, die Kinder sind noch nicht so alt, als dass Vollzeit machbar wäre, 11 und 9. Außerdem würde das außer mehr Zeitaufwand auch nur Spuren im Geldbeutel hinterlassen.... Das ist netto in etwa € 200,00 mehr als das, was Du hast, für drei Personen!!!! und entsprechend Schulbücher, Klamotten, Lebensmittel, Sport, Musik....

Ich schliesse Dich in Zukunft in mein Nachtgebet ein.

Die Lohnsteuerklassen und Ihre Kriterien in unserem Land sind unzulänglich und an der Realität vorbei. Aber Netto-Löhne zu diskutieren ist auch in jedem anderen System völlig unbrauchbar.
Mit dem Lohnsteuer-System sollen bestimmte Lebensformen honoriert werden. Und es ist überfällig, dass das auf den Prüfstand kommt, weil es an unserer Realität vorbeigeht, und vor allem Alleinerziehende über die Maßen im Regen stehen lässt.

Oder wir vereinheitlichen das, und das einzige, was honoriert wird sind die Kinder, die erzogen werden.

Ich bin dabei.

Foto: Enrico Weigelt
von Enrico Weigelt | 07.04.2008 | 17:05 Uhr

Hallo Maren,

Du sprichst mir aus der Seele. Das Abgabensystem (besonders bei Angestellten) ist einfach abartig.

Als Selbstständiger lehne ich es ab, jemanden einzustellen - lieber beauftrage ich andere Selbstständige. Dafür ist mir das ganze System zu aufwendig und verschwenderisch.

Ich bin der Meinung, daß die sogenannten "Sozialkassen" heute alles andere als sozial sind.
Sozial wäre es, Menschen mit geringem Einkommen zu unterstützen, sodaß auch sie bequem ihren Lebensunterhalt (incl. Wohnung, Kinderbetreuung, Krankenversicherung, Altersrücklage, usw) bestreiten können. Das aktuelle System gewährleistet allerdings nicht - es gibt nur Almosen (deren Verwaltung exorbitant teuer ist) und entmündigt die Bürger Stück für Stück.

Als sozialer Mensch, als Unternehmer, und als vernünftig denkender Informatiker kann ich nur zu dem Schluß kommen, daß ein (bedingungsloses) Grundeinkommen notwendig ist.
Damit können sich (ausreichende Höhe vorrausgesetzt) alle Bürger die nötigen Dinge am Markt selbst beschaffen.
Praktisch alle anderen "Sozialsysteme" sind damit unmittelbar überflüssig.

Gruß