Tobi's Blog - Ansichten, Kommentare, Lesenswertes

Über dieses Blog
Hier möchte ich außerhalb der Foren polit. und wirtschaftl. Ereignisse kommentieren - aus meiner sehr facettenreichen Sicht. ;-)
Hin und wieder werden noch einige persönliche Erlebnisse und Erwähnenswertes mit Bezug zu Polit. od. Wirtsch. eingestreut.
Kommentare sind natürlich erwünscht!
Mein Schulsystem
ich mag diese Schwarz-Weiß-Geschichten nicht (Jetziges Schulsystem oder DDR-Schulsystem); deshalb von mir ein ganz neuer Ansatz, der zwar nicht ohne erhebliche Kosten ablaufen wird, aber ziemlich gut ist, finde ich.
Erst mal soll die Grundschule nach meinem Vorschlag weiterhin 4 Jahre laufen. Von Fremdsprachen ab der 1. Klasse halte ich nichts. Die Kinder können da ja oft noch nicht mal richtiges Deutsch und wir sollten an die Kinder auch nicht mit diesem Humankapital-Gedanken herantreten, sondern mit einem weiter gefasstem Begriff des Rechtes auf freie Selbstentfaltung: Das Kind soll wenigstens die ersten 10 Jahre eine glückliche Kindheit haben und nicht sofort in die harte Welt des Kapitalismus hinausgestoßen werden (z.B. Vokabeln lernen schon mit 7?). Mehr oder weniger spielerisches Englisch ab der 3. oder 4. Klasse halte ich aber für vertretbar.
Danach sollte eine Gesamtschule folgen, eine Art Junior High School, die sich zwar leistungsbezogen intern schon etwas aufteilt in die verschiedenen Schulzweige, aber den Wechsel viel leichter macht.
Ab der 9. Klasse sollten Gymnasium und Realschule folgen. Die Hauptschule besteht zwar separat fort, wird aber in dem Realschul-Gebäude untergebracht, da es ja dann nur noch ein Jahr ist.
---------------------------------------
Allgemein:
Ich habe starke Zweifel an einer Gesamtschule bis zur 10. Klasse, da es einfach nicht individuell genug ist. Die Schwachen lernen zwar von den Starken, aber wer denkt an die Starken? Die werden gestoppt und ihre Motivation sowie ihre Begabungen gehen verloren, weil sie nicht gefordert werden. Die Erfahrung musste ich selbst machen.
In der Phase der "Junior High" sehe ich aber Probleme beim Übergang zwischen der Gymnasialgruppe und der Realschulgruppe, da ja viele Gymnasien schon 2 Fremdsprachen ab der 5. anbieten oder mehrere später dazukommen, während die Realschule nur Englisch hat. Das Kind müsste dann alles nachholen... :-/
Allgemein befürworte ich ab der Mittelschule oder der nächsten Schule eine Ganztagsschule, wo die Kinder den Großteil ihres Tages verbringen. Auf diesem Campus sollen auch die Lehrer wohnen und ihre eigenen Büros oder Klassenzimmer mit Sprechstunden haben, sodass Kinder mit Fragen und Problemen schnell Rat suchen können. Über die Schule soll es viel mehr Freizeitangebote geben; und vielleicht gibt es auch eine Möglichkeit, Musiklehrer (private wie bisher) einfach auch an die Schule zu holen, damit die Kinder auch Instrumente dort lernen.
Außerdem sollten die Schule nach Festlegung allgemeiner Standards größere Freiheiten in der Gestaltung ihres Profils und der Auswahl des Personals haben. Auch "Wissenschaftler", die nicht auf Lehramt studiert haben und vllt einige Jahre in der Forschung gearbeitet haben oder z.B. renommierte Geisteswissenschaftler (z.B. Schiller - Professur in Weimar) etc. sollten nach einer Pädagogik-Fortbildung den Lehrberuf annehmen können. Wurde hier übrigens auch schon von jemand anderem gefordert.
Allerdings befürchte ich, dass sich das mit dem dreigliedrigen Schulsystem beißen könnte. Und zumindest bis zur Mittelschule sollten Schüler wirklich allgemein gebildet werden, und zwar breiter als bisher, d.h. in Sport wird auch mal Judo/Karate gemacht oder geklettert, es gibt Ausflüge in die VWL und Projektarbeiten zur Führung eines Unternehmens oder z.B. in Kommunikationstechniken oder Flug- und Raumfahrttechnik: Die Kinder sollten im Laufe ihrer Schulausbildung in fast jeden Bereich hineingeschnuppert haben.
Was denkt ihr?
Kommentare (2)
Hallo Tobias,
das eigentlich schlimmste Problem liegt darin begründet, das Lehrerkollegen ihr vorgegebenes Lernziel am Ende des Schuljahres erreicht haben sollen. In der Mehrheit wird sich da auch konsequent dran gehalten und genau da ist das Problem. Das Stärkere Schüler die Schwächeren motivieren können, da gibt es keinen Zweifel. Aber solange die Kollegen daran festhalten müssen ein Ziel zu erreichen, solange fallen auch die Schwächeren mit höherem Prozentsatz unter den Tisch. Rückschulungen in Hauptschule oder gar in die Förderschulen haben immens zugenommen. Viele zurückgestellten Schüler sind dort gar komplett fehl am Platz - unterfordert und letztlich dann auch abgeschrieben, weil auch dort ein Lernziel pro Schuljahr vorgegeben ist und kaum ein Ausbrechen zulassen. Erst ab der 6. Klasse werden dort zb. auch andere Fächer benotet als Mathematik und Deutsch. Bis zur 5. Klasse werden Geschichte, Erdkunde und dergleichen zu tiefst vernachlässigt. Nicht gerade der Motivationsschub den sich viele Schüler vorstellten.
Themenschwerpunkte einzelner Fächer in den weiterführenden Schulen wie Realschule oder Hauptschule wären durchaus ebenfalls wünschenswert. i.e. Geschichte zb. das Thema Antike; Deutsch zb. Goethe's Faust. Das Tempo der Themen sollte nicht massgebend sein - auf den Content sollte jedoch verstärkt geachtet werden; auch wenn ein Thema vielleicht mal länger dauert.
Hi,
da ist meine Antwort auf "Mein Schulsystem":
http://www.laenger-gemeinsam-l … -bayern.de
Da die Hauptschulen immer mehr an Wert verlieren(mit HS-Abschluss kaum Chancen auf dem Ausbildungsmarkt), müssten Kinder länger gemeinsam lernen und ab frühestens 8 Klasse auf weiterführende Schulen verteilt werden. Die Hauptschule müsste abgeschafft werden. Ich habe die Website seit ca, einem Monat im Netz und muss leider über die gerade nicht euforische Reaktionen staunen müssen. Die Meisten wollen da garnicht viel ändern solange sie nicht persönlich betroffen sind und weil die Schulzeit schnell vorbei ist, werden die meisten Aktivisten Ihr Vorhaben irgendwann im Laufe der Zeit aufgeben.
Grüße
Heinrich Kornak




