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Reflexion

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von Claus-Georg Nolte

Über dieses Blog

In diesem Blog möchte ich die aktuelle Politik kritisch unter die Lupe nehmen, auch die der eigenen Genossen.
Soll heißen ich werfe politische Themen mit einer Handvoll Witz, einer Prise Ironie und jede Menge Zynismus in einen Topf, rühre mit dem Löffel um und habe einen neuen Blog-Eintrag.

Foto: Claus-Georg Nolte
von Claus-Georg Nolte | 03.02.2008 | 11:16 Uhr

Diktat des Konsums

Jeder Cent entscheidet!

Viele fühlen sich angesichts der politischen und wirtschaftlichen Lage ohnmächtig, denn während Unsereins in Deutschland dem Überfluss frönt, sterben in den Ländern der 3. Welt mit jedem unserer Atemzüge Menschen an ihrer Armut. Einer Armut an der Wir nicht unschuldig sind, im Gegenteil: Wir sollten uns sogar sehr schuldig fühlen!


Seit 2001 haben auf den indischen "Killing Fields" über 4500 Bauern Selbstmord begangen, indem sie sich mit dem vergifteten, was sie im Kampf auf dem globalisierten Markt in der Ruin trieb: Pflanzenschutzmittel.*1

Aktuell sehen wir sie aufgrund des überstrengen Winters in China im Fernsehen: Die Sklaven des Kapitalismus, die zu niedrigst Löhnen in regelrechten Arbeitslagern schuften, damit wir unsere T-Shirts im 6er Pack für 4,99€ beim Discount-Markt kaufen können. Sie leben teilweise auf der Straße, schlafen in Baracken oder im Vorhof der Fabrik und bekommen nur einmal im Jahr einen spärlichen Urlaub um das mühsam Ersparte ihren Familien auf dem Land zu bringen.*2

Kinder die in Indien Teppiche knüpfen oder in Vietnam Turnschuhe nähen um die fiktiven Schulden abzuarbeiten, die ihrere Eltern beim Manufakturbesitzer haben.*3



*1: GEO 10/2007 S.: 109 ff

*2: GEO 10/2007 S.: 229 ff

*3: PM 9/2007 S.: 42 ff



Was ist ein Leben wert?

Grade einmal lächerliche 27 Cent pro T-Shirt würde es uns kosten, die Näherinnen in China gerecht zu bezahlen.*4 Dennoch verzichten wir darauf und kaufen lieber weiter Billigware und legitimieren so die Ausbeutung der Arbeitnehmer in Entwicklungsländern. Dabei ist dieser Egoismus das Kurzsichtigste, was wir eigentlich machen können! Dadurch, dass Produkte aus Billiglohn-Ländern eben erst in der westlichen Wohlstands-Gesellschaft akzeptiert werden, steigt der Anreiz den Arbeitern in der 3. Welt noch weniger zu zahlen (man möchte ja wirtschaftlich bleiben) und alle "einfachen" Arbeiten in eben jene Entwicklungsländer auszulagern. Aber dem Konsum nach zu Urteilen, wollen wir ja genau das, damit das T-Shirt auch morgen noch nur 1,99€ kostet.


*4: PM 9/2007 S.: 44



Wir entscheiden!

Mit jedem Einkauf besiegeln wir also das Schicksal, all jener, die wir so gerne bedauern, aufs Neue. Wir können noch so oft unser Gewissen mit Spendengalas oder Unterschriften-Aktionen reinkaufen, wenn wir die Ausbeutung weiterhin mit unserem Konsum gut heißen, werden all unsere Mühen die Welt zu verbessern umsonst sein. Dabei kaufen wir mit billigen Produkten aus der 3. Welt nicht nur miserable Arbeitsverhältnisse für die dortigen Arbeitnehmer ein, Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzungen gibt es immer im Sparpack dazu. Wollen wir das wirklich?

Nein! Denn wir haben die Wahl bei jedem unserer Einkäufe eine politische Entscheidung gegen diese Ausbeutung von Menschen und Natur zu machen, indem wir uns bewusst gegen jene Billigprodukte entscheiden und zum Beispiel auf Produkte mit dem "Fair Trade" Logo zurückgreifen. Was beim Einzelnen kaum ins Gewicht fällt, wird so zu einem starken, politischen Signal, wenn die Mehrheit in Zukunft bewusst einkauft ... wenn!

Mehr zum Thema: www.lonely-wolf.info/index.php?/archives/74-Diktat-des-Konsums.html

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