SPD e noi - Italienischer Wind weht in der SPD

Über dieses Blog
2005 haben Deutschland und Italien 50 Jahre Anwerbeabkommen gefeiert. Dieses Abkommen stellt den Startpunkt der heutigen Präsenz der ItalienerInnen in Deutschland dar. Von 1955 bis heute hat sich vieles geändert: Als Gastarbeiter angekommen, sind die ItalienerInnen heute ein fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft und haben einen wichtigen Beitrag zu ihrer wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Entwicklung erbracht. Nicht mehr Emigranten, sondern Bürger, die zu einem gemeinsamen Horizont blicken: Europa.
In dieser Gruppe sollen italienische und italieninteressierte Genossinen und Genossen zusammentreffen, um über Italien, Deutschland und über die aktuellen politischen und gesellschaftlichen Geschehnisse beider Länder zu diskutieren und sich auszutauschen.
Die Camorra? Ein europäisches Problem
Die Morde von Duisburg am 15. August letzten Jahres haben in Deutschland das Thema Mafia wieder auf die Tagesordnung gesetzt. Die öffentliche Meinung war schockiert. Dinge, die man bisher nur aus dem Fernsehen kannte, schienen im eigenen Wohnviertel Realität geworden zu sein. Während man an die Überraschung des einfachen Mannes glauben darf, so erscheint die Scheinheiligkeit der Medien viel weniger glaubhaft. Längst hatten die italienischen Behörden Deutschland über die Machenschaften der organisierten Kriminalität - Mafia, 'ndrangheta und Camorra - informiert, und auch der BND hatte mehrere Stapel an Akten und Berichten in seinen Archiven. Der Verdacht, dass gewisse Investitionen dubioser Gestalten, unter anderem in der Baubranche im Osten, einer allzu ausgeprägten Neugierde der Behörden entgegengewirkt haben können, ist wohl nicht zu weit hergeholt.
"Die Camorra ist ein europäisches Problem", sagt diesbezüglich Roberto Saviano, Autor des Bestsellers "Gomorrah". In seinem Reality-Roman erzählt der junge Schriftsteller aus Kampanien in eindrucksvoller Art und Weise den Alltag in der Region um Neapel, die Macht der Camorra und dessen Ausbreitung in Europa.
Weiter geht Rita Borsellino, Schwester des durch die sizilianische Mafia ermordeten Staatsanwaltes Paolo Borsellino. Die Cosa Nostra sei nicht mal mehr nur europäisch, sondern sogar ein internationales, globales Phänomen, behauptet die mittlerweile in der Politik aktiven sizilanische Frau.
"Ich glaube - führt Rita Borsellino aus - dass Europa vor allem dem 'Phänomen Mafia' mehr Aufmerksamkeit schenken und mehr Mittel bereitstellen sollte, um diese zu bekämpfen. Europa muss auf mehreren Ebenen agieren. Ziel muss sein, das Problem an der Wurzel zu packen, dort tätig zu werden, wo eine lokale Mafia ihren Ausgangspunkt nimmt, bevor sie sich zu einem internationalen Netzwerk bildet."
Mehr zum Thema: www.youtube.com/watch?v=_RXlTnK7afs&eurl=www.cafebabel.com/de/article.asp?T=T&Id=12571


