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von Sebastian Finsel

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Hier geht es um Sozialdemokratie, das Leben im Allgemeinen und all die Dinge die sonst noch so passieren. Natürlich immer mit einem (kritischen) Blick nicht nur auf die SPD. Welche Themen mich am meisten interessieren könnt ihr ja beim Lesen herausfinden

Foto: Sebastian Finsel
von Sebastian Finsel | 25.02.2008 | 08:05 Uhr

Telepolis: Neue Farbenspiele in Deutschland

In Hamburg könnte es zur ersten schwarz-grünen Landeskoalition kommen, was auch bei der SPD Bündnisoptionen zu den Linken fördern könnte...

Mehr zum Thema: www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27360/1.html

Kommentare (8)

Foto: Christoph Brodhun
von Christoph Brodhun | 25.02.2008 | 11:48 Uhr

Schwarz/Grün würde dazu führen, dass die CDU sowie die Grünen große Teile ihrer Wähler verlieren wird. Die wähler der Grünen werden zur SPD wechseln, die der CDU vermutlich zur FDP. Das schwächt die Union auf Dauer erheblich, genau wie uns Koalitionen mit der West-"Linkspartei" schwächen würden. Das liegt doch auf der Hand.

Auf Dauer wird sich die FDP wieder der SPD annähern, wenn die CDU nicht mehr mit ihr spielen will. Sozial-liberal ist ja auch nicht das schlechteste, aber die FDP muss Abstand vom Wirtschaftsradikalismus nehmen.

Die "Linkspartei" sollte (im Bund und im Westen) kein ernstzunehmender Partner sein. Wartet nur ab, wenn die SPD wieder in der Opposition ist. Dann wird die "Linkspartei" einen Großteil ihrer wähler wieder an uns verlieren. Sie ist bundespolitisch ein vorübergehendes Phänomen. Während der ersten Großen Koalition war die NPD auch sehr stark, danach war sie politisch wieder verschwunden. So könnte es mit der "Linkspartei" im Westen auch passieren. Lasst uns die nicht bedeutender machen, als sie ist.

Im Osten wird sie jedoch eine regionale Volkspartei bleiben, ganz klar. Und da sollte sich die SPD, dort wo es sinnvoll ist, über Bündnisse Gedanken machen. Aber auch nur, wenn Inhalte überinstimmen, die "Linkspartei" von Pragmatikern und Leuten ohne Blut an den Händen geführt ist. Denn im Osten muss man sie akzeptieren.

Foto: Sebastian Finsel
von Sebastian Finsel | 25.02.2008 | 14:12 Uhr

Christoph schrieb: "Schwarz/Grün würde dazu führen, dass die CDU sowie die Grünen große Teile ihrer Wähler verlieren wird. Die wähler der Grünen werden zur SPD wechseln, die der CDU vermutlich zur FDP."

Interessante Idee. Aber wieso sollte ein Bündnis mit den Grünen die CDU tatsächlich entscheidend schwächen? Eine linke Partei sind die Grünen von der Wählerschaft her ja schon lange nicht mehr...

Christoph schrieb: "Auf Dauer wird sich die FDP wieder der SPD annähern, wenn die CDU nicht mehr mit ihr spielen will. "

Und warum sollte die CDU nicht mehr die FDP wollen? Sie ist und bleibt inhaltlich deren erster Ansprechpartner!


Christoph schrieb: "Die "Linkspartei" sollte (im Bund und im Westen) kein ernstzunehmender Partner sein. Wartet nur ab, wenn die SPD wieder in der Opposition ist."

Darauf soll ich warten? Nee, danke. Aber du darfst gerne darauf hoffen, Christoph. Damit dann dein Weltbild wieder stimmt. ;-)

Christoph schrieb weiter: "Dann wird die "Linkspartei" einen Großteil ihrer wähler wieder an uns verlieren. Sie ist bundespolitisch ein vorübergehendes Phänomen."

Aha. Ein vorübergehendes Phänomen. Sorry, aber das sehe ich leider anders. Die Linkspartei ist gekommen um zu bleiben - ob es einem nun passt oder nicht. Das Gegenteil zu behaupten ist Wunschdenken und hilft nicht weiter.

Christoph schrieb: "Während der ersten Großen Koalition war die NPD auch sehr stark, danach war sie politisch wieder verschwunden."

Ich erinnere mich, das die NPD sehr wohl auch während etwa der Rot-Grünen Bundesregierung immer wieder alarmierende Ergebnisse bei Wahlen erreicht hat!

Christoph sieht die Zusammenarbeit mit der Linken im Osten, wenn sie denn dort "von Pragmatikern und Leuten ohne Blut an den Händen geführt ist."

Letzteres kann ich zwar nachvollziehen, aber seit wann ist reiner Pragmatismus Kennzeichen fortschrittlicher Politik?

Foto: Gordon Mann
von Gordon Mann | 25.02.2008 | 14:30 Uhr

Ich sehe das genauso. Die Linke wird nicht mehr verschwinden! Sie wird noch stärker werden um so mehr Protestwähler dazu kommen umso stärker wird die neue Linke auch im Westen. In Hessen waren es 5,1 % in Hamburg sind es schon 6,x. Die Linke ist da und ein Phänomen sieht anders aus!

Es war vielleicht auch nicht der richtige Kurs die Linke immer gleich abzustoßen und vor der Wahl zu sagen `` mit Euch reden wir sowieso nicht``
Die Linke wurde vom Volk gewählt und Gysi hat leider Recht ``Die Linke ist nun in 10 von 16 Landtagen und ist von den Wählerstimmen die drittstärkste Kraft im Land`` nun auch nichtmer nur durch den Osten!

Man sollte die Linkspartei ernst nehmen, allerdings muss man dazu sagen dass durch die Vorzeitige Bekanntgabe die SPD in Hamburg Stimmen verlosren hat. Hätte man bis heute mit der Diskussion gewartet bin ich mir ziemlich sicher dass die SPD nun wieder in Hamburg mit den Grünen regieren würde.

Foto: Christoph Brodhun
von Christoph Brodhun | 25.02.2008 | 16:52 Uhr

"Interessante Idee. Aber wieso sollte ein Bündnis mit den Grünen die CDU tatsächlich entscheidend schwächen? Eine linke Partei sind die Grünen von der Wählerschaft her ja schon lange nicht mehr..."

Die Grünen-Wähler die ich kennen, können mit der CDU Null anfangen.

"Und warum sollte die CDU nicht mehr die FDP wollen? Sie ist und bleibt inhaltlich deren erster Ansprechpartner!"

Weil es passieren kann, dass die CDu dauerhaft Interesse an den Grünen kriegt. Ist natürlich hypothetisch.

"Darauf soll ich warten? Nee, danke. Aber du darfst gerne darauf hoffen, Christoph. Damit dann dein Weltbild wieder stimmt. ;-)"

Mein Weltbild passt. Aber die PDS wird sich auf Dauer nicht halten.

"Aha. Ein vorübergehendes Phänomen. Sorry, aber das sehe ich leider anders. Die Linkspartei ist gekommen um zu bleiben - ob es einem nun passt oder nicht. Das Gegenteil zu behaupten ist Wunschdenken und hilft nicht weiter."

5% in Hessen sind knapp. Bald wird der Trubel um die "Linken" vorbeisein.

"Ich erinnere mich, das die NPD sehr wohl auch während etwa der Rot-Grünen Bundesregierung immer wieder alarmierende Ergebnisse bei Wahlen erreicht hat!"

Da erinnerst du dich richtig. Aber 6% in Umfagen auf Bundesebene hatten sich nicht mal annähernd ...

"Letzteres kann ich zwar nachvollziehen, aber seit wann ist reiner Pragmatismus Kennzeichen fortschrittlicher Politik?"

Ohne Pragmatismus kannst du keine verantwortungsvolle Politik machen. Brandt war ein Pragmatiker. Als er die Ostgebiete aufgegeben hat, macht ihn das nicht unbedingt beliebter, aber es war ein pragmatischer Schritt in Richtung Entspannung.

Foto: Sebastian Finsel
von Sebastian Finsel | 25.02.2008 | 18:01 Uhr

Christoph bemerkte: "Die Grünen-Wähler die ich kennen, können mit der CDU Null anfangen."

Und wo hat das was mit meiner Frage zu tun, in wie weit ein solches Bündnis die Union schwächen würde?

Im übrigen: die Grünen sprechen besonders in Wirtschaftsfragen mittlerweile ein eher liberales Klientel an - und haben just dort inzwischen oftmals mehr Übereinstimmung mit der Union als wir.

Auch die Grünen sind in vielen Fragen inzwischen eine Besserverdienerpartei.

Foto: Manuel Haas
von Manuel Haas | 25.02.2008 | 18:24 Uhr

Mag sein, dass die Grünen-Wähler soziologisch mittlerweile gut zur CDU passen - aber kulturell eben überhaupt nicht, außer vielleicht in Oberschwaben, aber auch dort nur mit Einschränkung.
  Grünen-Wähler erinnern sich wahrscheinlich besser als Ole von Beust  an das Gezeter der Union aus den achtziger Jahren, als die SPD in Hessen zum ersten Mal mit den Grünen zusammenarbeitete...
  Nein, viele Grünen-Anhänger mögen mittlerweile zum Establishment gehören, aber ihre gegenkulturelle Vergangenheit haben sie nicht völlig verdrängt. Deshalb würde eine Koalition mit der Partei Schäubles und Kochs die Grünen zerreißen. Und das kann sich eine kleine Partei wie die Grünen nicht leisten.

   Und die CDU? Hätte halt auch gerne einen möglichen Koaltionspartner mehr. Würde also in dieser Hinsicht gestärkt werden. Die Konservativen in der Union würden sich allerdings schon ein wenig heimatlos fühlen - und der eine oder andere von ihnen würde zumindest zu Hause bleiben bei der nächsten Wahl.

Foto: Hagen Frey
von Hagen Frey | 25.02.2008 | 22:35 Uhr

zu Christoph Brodhun Eingangskommentar:

Ich kann leider tagsüber kaum politisch posten, das geht nur nach Feierabend. Trotzdem muss ich hier mal meinen Senf zugeben. Die Ansichten von Christoph kann so aber nicht teilen. Das die Grünen Wähler verlieren, dürfen wir schon hoffen. Es wird aber nicht nur die Union schwächen, auch die Grünen entzaubern sich und es sollte dann Politiker bei denen geben, die ihre politische Heimat auch bei uns wieder sehen. Ist so meine Hoffnung, dass die, die sich in den achtziger von uns abgewendet haben, wieder zurückkommen.

Nicht nur die FDP muss Abstand vom Marktradikalismus nehmen, auch Teile unserer eigenen Partei.

Die Linkspartei muss überall ernst genommen werden, im den Länder genauso wie im Bund. Christoph Brodhun: "Wartet nur ab, wenn die SPD wieder in der Opposition ist. Dann wird die "Linkspartei" einen Großteil ihrer Wähler wieder an uns verlieren." - das geht schief, auch in den alten Bundesländern. Hier im Osten ist sie leider fast zwanzig Jahre lang nicht ernst genommen worden. Das Ergebnis haben wir jetzt: der zugezogene "Altlinke" Ramelow wird MP-Kandidat der Linken bei uns in Thüringen und ein Teil von unseren Leuten (30% seit gestern urgewählt) wollte ihm dabei auch noch helfen.

Ich teile auch nicht die Ansicht, dass die Partei, die sich derzeit die Linke nennt, im Osten eine regionale Volkspartei ist. Sie ist auch das Ergebnis einer vielschichtigen und langjährigen Fehleinschätzung unserer eigenen Leute und einer nicht vorhandenen langfristigen Strategie zur Auseinandersetzung mit ihr. Es fing schon 1989/1990 an, als der damalige Kanzlerkandidat Lafodingsbums den Osten (so) nicht wollte, dann die Ostdeutschen die gemäßigten SEDler nicht wollten, usw., usw. Und als 2002 nur noch zwei PDS-Abgeordnete im Bundestag saßen, dachte manch einer, der Spuk ist vorbei. Dann kam aber Hartz IV und die Burschen witterten Morgenluft. Es ist endlich an der Zeit, dass wir uns der Frage stellen, wie wir mit der peinlichen Partei umgehen, die sich Linkspartei nennt, alles andere aber ist, nur nicht Links.

Hagen Frey

Gravatar von Manuel
von Manuel | 27.02.2008 | 23:36 Uhr

Hat eigentlich schon ein Verschwörungstheoretiker vermutet, die schwarz-grünen Avancen der Union seien nur ein Manöver um die Grünen zu schwächen oder gar zu vernichten? Die SPD erlebt schon lange, wie schwer es ist in einer Koalition mit der Union die eigene Strahlkraft zu bewahren. Wie sollte es dann den Grünen gelingen?
   Viele Grünen-Wähler würden sich also enttäuscht abwenden. Und bei der nächsten Wahl mehrheitlich gar nicht mehr wählen, weil sie mit der materialistischen SPD und der verkrusteten Linkspartei nichts anfangen können. Und schon könnte es vorbei sein mit der sogenannten linken Mehrheit, die die Union so beunruhigt...
   Kllingt gar nicht so unwahrscheinlich, oder? Dann könnte Ole von Beust jetzt sogar richtig großzügig sein, schließlich geht es um ein hehres Ziel.