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Life, Socialdemocracy and everything - Aktuell: Landtagswahl in Bayern, Parteikurs, Hessen

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von Sebastian Finsel

Über dieses Blog

Hier geht es um Sozialdemokratie, das Leben im Allgemeinen und all die Dinge die sonst noch so passieren. Natürlich immer mit einem (kritischen) Blick nicht nur auf die SPD. Welche Themen mich am meisten interessieren könnt ihr ja beim Lesen herausfinden

Foto: Sebastian Finsel
von Sebastian Finsel | 26.02.2008 | 15:26 Uhr

Massenaustritte, Katastrophen...

In der Debatte um die mögliche Zusammenarbeit mit der Linkspartei höre ich immer wieder Stimmen, die beinahe panisch vor "historischen Katastrophen" und "Massenaustritten" warnen.

Ich kann nicht umhin, dazu anzumerken dass es genau die sind, die vor wenigen Jahren mit ihrer Agendapolitik für Massenaustritte gesorgt haben, die nun heute vor der Möglichkeit solcher warnen.

Kommentare (9)

Foto: Joachim Tonn
von Joachim Tonn | 26.02.2008 | 16:27 Uhr

So ist das, lieber Sebastian! Es kann ja nicht sein, dass wir uns auf immer und ewig in die babylonische Gefangenschaft der FDP begeben, weil wir eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei im Westen ausschließen. Oder weiter dieses Nullsummenspiel namens "Große Koalition" betreiben, wobei die große immer kleiner wird. Die Lockerungsübungen von Kurt sind da schon richtig, wobei der Zeitpunkt für seine Äußerung vielleicht nicht ganz glücklich war. Aber das hat er inzwischen selbst eingeräumt.

Foto: Jens Carl Hannig M.A.
von Jens Carl Hannig M.A. | 26.02.2008 | 17:36 Uhr

Wem kann man es verübeln aus einer Partei auszutreten, die auf dem richtigen Weg aus Machterhalt zurückrudert und dann zu allem Überfluss mit der SED, Alt-Kommunisten aus dem Westen und den Spaltern dieser Aushilfs-USPD zusammenarbeiten will?

Wenn es im Westen normal wird mit den ehem. SED´lern & Co zusammenzuarbeiten, dann muss man sogar austreten! Oder diese Damen und Herren, die dies aktiv betreiben aus der Partei ausschließen!

Foto: Sebastian Finsel
von Sebastian Finsel | 26.02.2008 | 18:34 Uhr

Nimmst du dich eigentlich noch selber ernst, Jens? Reg dich mal ab! Und jetzt zurück zu einem etwas sachlicheren Stil!

Foto: Frank Kolb
von Frank Kolb | 26.02.2008 | 18:45 Uhr

Machterhalt? *lach* Wenn die SPD mit den Linken IHR EIGENES Programm durchsetzt ist das Machterhalt und wenn sie sich in der Koalition mit der Union oder FDP bis zur Unkenntlichkeit verbiegt, nur um an der Regierung zu sein, das ist dann also der "richtige Weg"?

Haben wir da nicht etwas grundsätzlich verwechselt?

Ich möchte mal endlich die SED Leute sehen, die angeblich die Linke in Hessen bilden. Das sind alles alte SPD Leute und Gewerkschaftler, die noch Ehre im Leib haben und nicht Agenda verseucht sind.

vor 20 Jahren hat die Partei schon mal den Fehler gemacht eine neue Partei so zu behandeln. Das Ergebnis war: 16 Jahre (sechzehn) Opposition. Alles schon vergessen?

Und genau das wollen der Seeheimer Kreis, das Kaufmaul Clement, die Union und die bürgerliche Presse jetzt wieder von der SPD verlangen.
Zu meinem grossen Erstaunen gibt es tatsächlich Leute in der SPD, die das auch noch gut finden und sehr gerne mitmachen würden bei diesem Coup.

Foto: Klaus Filsinger
von Klaus Filsinger | 28.02.2008 | 12:01 Uhr

Wenn man so schamlos die Wähler betrügt und nun die "Linke" als Quasi-Koalitionspartner sucht, hat man alle Reputation verloren. Genau diese Handlungsweise wird von den Bürgern so verabscheut: "Politiker sind eben Lügner und Betrüger...." Da muß man sich über Politikverdrossenheit nicht wundern.

Man kann trefflich darüber streiten, ob es politisch opportun ist, mit der "Linke" zusammenzuarbeiten. Dann aber bitte offen und ehrlich und nicht auf diese erbärmliche Art und Weise, wie es Beck getan hat. Ja, auch ich bin der Meinung:  BECK MUSS WEG !!!

Foto: Peter Schulze
von Peter Schulze | 02.03.2008 | 12:15 Uhr

Aber mein bester Klaus, wenn also Lug und Betrug der Auslöser für Politikverdrossenheit, Wahlboykott und Parteiaustritt sind, dann müssen nach dieser Logik Schröder, Clement, Münte und Konsorten aber die Erfinder der oben genannten Disziplinen sein. Denn nie war ein größerer Anstieg bei Politikverdrossenheit, Parteiaustritten und Wahlboykott zu messen als zu der Zeit dieser "Herren". Zum Glück ist deren Zeit abgelaufen.

Schönen Sonntag

Peter Schulze

Gravatar von Susanne
von Susanne | 08.03.2008 | 19:14 Uhr

Als Katastrophe empfinde ich den aktuellen Stand der Dinge.
Wenn die Genossen untereinander schon uneins sind, dem Chef nicht folgen und sich dann auch noch öffentlich zu Emotionen hinreissen zu lassen - als Begründung für die Ablehnung... der sollte sich überlegen, ob er oder sie nicht besser in einer anderen Partei aufgehoben wäre! Loyalität sollte neu erfunden werden. Unglaublich was da los ist.
Auf Parteiinternes Tauziehen habe ich zumindest keine Lust!
Ja, sind wir denn im Kindergarten?

Gravatar von Enno
von Enno | 08.03.2008 | 19:35 Uhr

Schuld am Erstarken der Linkspartei hat in erster Linie die SPD selbst. In der irrigen Annahme, man gibt den Reichen und Besserverdienenden mehr, dann geht es auch den unteren Schichten besser (was erwiesener Maßen nicht funktioniert hat) wurde eine Umverteilung von unten nach oben durchgeführt, die es so selbst unter Kohl nicht gegeben hat.
Man hat nach dem Ende der DDR eine falsche Schlussfolgerung gezogen: Je uneingeschränkter der Kapitalismus, je größer die sozialen Unterschiede desto besser für das Allgemeinwohl. Das gab es schon einmal und hat auch in Deutschland zu Revolutionen geführt. Es gab dieses Gesellschaftssystem auch schon vor der BRD. Nach dem Krieg zog man daraus die Lehren und führte die soziale Marktwirtschaft ein, die ein Entarten des Wirtschaftssystems verhindern sollte. Davon verabschiedete man sich immer mehr unter Führung von Gerhard Schröder.
Die SPD wird sich weiter spalten, sie hat ihre Spaltung ja selbstverschuldet eingeleitet.
Ich bin kein Mitglied einer Partei, habe aber 30 Jahre unter Führung der SED gelebt. Dass diese Zeit zu Ende ist, ist  in Ordnung. Aber man sollte in den alten Bundesländern auch mal langsam mitbekommen, dass auch in der Bundesrepublik nicht alles ewig währt. Viele Politiker der Altparteien der alten Republik erinnern mich an die Betonköpfe im Politbüro der SED. Völlig weltfremd an irgendwelchen Dogmen festhaltend. Viele Ostdeutsche empfinden das Ausgrenzen der Linkspartei als undemokratisch, was es auch ist. Schließlich wählen im Osten ein Viertel bis ein Drittel der Menschen die Linkspartei!
Warum haben die Ostdeutschen weniger Probleme mit der Linkspartei? Ein Umdenken und Nachdenken der Bewohner der alten Bundesländer wäre langsam angebracht. Gewöhnt Euch nach fast 18 Jahren neue Bundesrepublik endlich mal daran, dass einiges anders geworden ist! Auch in den alten Bundesländern!

Foto: Karin Holzer
von Karin Holzer | 02.04.2008 | 19:29 Uhr

Seit wann ist es Wahlbetrug, wenn ich mir im Parlament die Mehrheit suche, die es ermöglicht, meine inhaltichen Ziele zu verwirklichen?
Wahlbetrug ist aber auf jeden Fall, auf die Umsetzung meiner Pläne zu verzichten, weil ich kleinkarierte Abgrenzungsdebatten für wichtiger erachte.
Jeder, der Beck und Ypsilanti Wortbruch vorwirft, muss selbst ein sauberes Gewissen haben. Ich musste in meinem Leben schon mehrfach einräumen:"Tut mir leid, aber ich kann ein Versprechen nicht einhalten, mir ist da etwas (der Wählerwille?) dazwischen gekommen.