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Es geht oft um Freiheit.
Manchmal geht es um Gerechtigkeit.
Solidarität kommt auch vor.

Vor allem aber geht es um den Unterschied zwischen Freisinn und Sinnfreiheit, meine Hoffnungen und Ziele für Deutschland und die SPD.

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von Sascha Voß | 02.03.2008 | 21:26 Uhr

Zu ehrlich für einen Politiker

Vor ein paar Tagen gab es einen Artikel bei Spiegel-Online, in dem es um einen Genossen ging, von dem einige markige Sprüche überliefert sind: Thilo Sarrazin. Mir als Nicht-Berliner war der Berliner Finanzsenator vorher nicht bekannt, aber ich werde ab jetzt Augen und Ohren offenhalten.

Wer den Berliner Haushalt so effektiv auf Vordermann bringt muss fachlich einiges auf dem Kasten haben (und sein Werdegang spricht ja auch für sich) und seine Sprüche mögen z.T. überzogen wirken, sind aber m.E. erfrischend und pointiert.

Zum umstrittenen "Hartz IV"-Musterplan äußere ich mich hier mal nicht, da wird genug gestritten...

Ein kurzer Satz versteckt sich in diesem Artikel, nach der Aussage Sarrazins, er sei ja fast schon froh, wenn ein Arbeitsloser Schwarzarbeite statt den ganzen Tag nur vor der Glotze zu hocken:

"Leider zu ehrliich für einen Politiker."

Nun ist Spiegel-Online sicher kein ernsthaft politisches Blatt (zumal es kein Blatt ist) und der Artikel auch etwas lockerer, fast schon beschwingt formuliert, aber ist es wirklich so schnell so weit gekommen?

Ein Interessenvertreter erhob natürlich bald Einspruch, ich finde den Artikel nicht mehr, aber es gab einen weiteren Artikel um eine Aussage Sarrazins, in dem ihm eine Genossin (ich glaube die Sozialpolitische Sprecherin der Senatsfraktion) parteischädigendes Verhalten vorgeworfen hat.

Ich hoffe, dass mehr Genossen sich ein Beispiel an Thilo Sarrazzin nehmen und weniger Blätter vor den Mund.

Außerdem hoffe ich, dass die Berichterstattung etwas ausgeglichener wird. "Skurrilsenator" wird dem Supersparsenator wirklich nicht gerecht und die (in der englischen "dumbest ideas of german politics"-Liste auf Spiegel online wiederholte) Verkürzung des Beamtenspruchs stoßen mir ganz übel auf (in der Kategorie: Aus dem Zusammenhang gerissen und falsch zitiert).

Das ALG II und seine Höhe sind grundlegende Themen, da sollte man den unkonventionellen, aber sehr deutlichen Ansatz eines Finanzsenators nicht nur in beschwingten Artikeln knapp über der Glosse behandeln...

Mehr zum Thema: www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,538574,00.html

Kommentare (2)

Gravatar von Reinhold Nawratil
von Reinhold Nawratil | 03.03.2008 | 01:32 Uhr

Lieber Sascha,
es mag Dich erschrecken, aber viele Bürger denken genauso.
Ich gehe davon aus, das dieser Satz mit einem Schuß herben Sarkasmus gefallen ist.
Es ist leichter einen Schwarzarbeiter-Job zu kriegen als reell zu arbeiten. Denn für viele Auftraggeber ist es zum Volkssport verkommen, die Sozialversicherungsträger und das Finanzamt zu bescheißen.
mit roten Grüßen
Reinhold

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von Sascha Voß | 03.03.2008 | 18:54 Uhr

Es erschreckt mich überhaupt nicht.
Und wenn ich hin und wieder gewisse Reportagen im Privatfernsehen oder Schlagzeilen in der Springer-Presse sehe, dann weiß ich auch, warum das eine beliebte Meinung ist.