Life, Socialdemocracy and everything - Aktuell: Clement, Kontaktverbot

Über dieses Blog
Hier geht es um Sozialdemokratie, das Leben im Allgemeinen und all die Dinge die sonst noch so passieren. Natürlich immer mit einem (kritischen) Blick nicht nur auf die SPD. Welche Themen mich am meisten interessieren könnt ihr ja beim Lesen herausfinden
Löschung der Gruppe "Beck muss weg"
Stefan Wagemann schrieb zu meinem Blogbeitrag "Beinahe schon skuril: Gruppe "Beck muss weg" bei meinespd.net":
Vielleicht solltest Du Dich in Deinem Blog mal dazu äussern, dass diese Gruppe durch die Admins im Auftrag des Parteivorstandes gelöscht wurde.
Das wundert mich wenig. Letztlich ist es doch logisch, das der Vorstand auf die Provokation reagiert, oder? Mensch kann darüber streiten ob die Löschung eine geschickte Maßnahme war - aber die Nutzungsbedingungen von meinespd.net und das Organisationsstatut der Partei sind hier letztlich auf der Seite des PV.
Stefan schrieb weiter:
Plakative Forderung, dem Stimme ich zu. Aber ist nicht jeder Anfang einer Kampagne plakativ?
Plakativ oder Provokativ? Und in wie weit ist eine Kampagne, deren Ziel der Rücktritt des eigenen Parteivorsitzenden ist, eigentlich noch im Sinne der Partei? Hätte die Gruppe "Gegen ein Bündnis mit der Linkspartei" oder von mir aus auch "Keine Zusammenarbeit mit Stasi-Bonzen und Mauerschützen" geheissen, ich wäre ihr auch nicht beigetreten - sie hätte sich aber nicht so direkt und offensiv gegen unseren Vorsitzenden gerichtet.
Stefan schrieb weiter:
Wo liegt der Unterschied zwischen "Runter mit den Steuern!", "BILD ist doof!" und "Beck muss weg!"?
Ersteres ist eine populistische Forderung, die wenig Sinn macht. Zweiteres ist eine richtige Aussage über eine große Boulevardzeitschrift. Und letzteres ist eine hart formulierte Rücktrittsforderung an unseren eigenen Parteivorsitzenden, und in dieser Form einfach nur unsachlich und unangemessen.
Stefan schrieb weiter:
Ach ja, ich vergaß, die Parteilinie. Ich bin übrigens in diese Gruppe eingetreten. Mein Hauptgrund war ein Zeichen gegen Zensur zu setzen.
Ich weiß ja nicht... Zensur... ja, sicher, mensch hätte mit der Gruppe auch anders verfahren können. Aber ein Grund dafür, mich mit den Leuten zu solidarisieren, die "Beck muss weg!" fordern ist das nicht.
Mir ist in der Debatte zum Thema Linkspartei aufgefallen, dass es vor allem die Gegner jeglicher Zusammenarbeit sind, die statt sachlicher Argumentation immer wieder persönliche Angriffe bevorzugen. Warum eigentlich?
Mehr zum Thema: www.meinespd.net/weblogs/beitrag/768
Kommentare (8)
Jochen Wiemken und Benjamin Mikfeld haben klar und nachvollziehbar die Löschung bekanntgemacht und vorgenommen. Warum? Die Selbstzerfleischungsshow sollten wir doch bestimmten Teilen der Medien überlassen und nicht auch noch selbst in der Öffentlichkeit betreiben. Jeder Blog hier ist öffentlich und jeder Betreiber hat eine Verantwortung für das, was in seinem Blog öffentlich gemacht wird. Der Blog von Martin Kunz und damit die Gruppe kann nicht im Interesse der SPD-Mitglieder sein.
Vorschlag einer Strafe für Martin Kunz analog dem Simpsons-Vorspann: Die Schultafel 100 mal mit folgendem Text vollschreiben:
http://www.spd.de/show/1737249 … .10.07.pdf
PS.: Ich stelle das bewußt hier in Sebastian Finsels Blog ein, damit der benannte Blog nicht noch weiter gepusht wird...
.
Naja, auch die Befürworter einer Zusammenarbeit fahren sehr gerne persönliche Angriffe, insbesondere auf Altkanzler und deren Vertraute, wollen wir mal nicht auf einem Auge blind sein. *g*
Dass die Gruppe gelöscht wurde, kann ich aber verstehen - die Plattform einer Partei für eine Kampagne gegen deren Vorsitzenden zu nutzen, ist nicht gerade die feine Art. Wenn Beck jetzt etwas total Untragbares gemacht hätte, das einem SPD-Chef Schande bereiten würde - aber das war einfach ein taktischer Fehler, sonst nichts.
@Hagen
Tendenziell gebe ich Dir Recht, dass in der Öffentlichkeit der Blogs auch eine gewisse Verantwortung begründet liegt. Daher stimme ich mit Euch überein, dass man im Bezug auf Blogs vorsichtig urteilen muss.
Gruppen sind meines Wissens nach nicht öffentlich. Also konnten Aussenstehende normalerweise nicht auf diese Gruppe zugreifen.
Daher stehe ich der gesamten Aktion sehr kritisch gegenüber. Die Eröffnung der Gruppe, der plakative Titel, aber auch eben die Reaktion des Parteivorstandes und die Zwangslöschung der Gruppe befremden mich sehr.
In diesem Sinne,
Stefan
Steht im Parteistatut, dass man nicht für einen Wechsel an der Parteispitze sein darf?
Oder nur, wenns grad in den Terminkalender passt?
Sehen die Nutzungsbedingungen hier vor, dass man nur Sachen schreiben darf, die grad mit der Parteilinie vereinbar sind?
Der Sinn und der Witz an dem gesamten Web 2.0 Prinzip (also der Möglichkeit für alle, Content zu erstellen und zu veröffentlichen) ist doch, dass jeder seine Meinung kundtun und zur Disposition stellen kann.
Und wenn dieser Blogschreiber nun mal der Ansicht ist, Beck müsse weg, und in einer Gruppe sich gleichgesinnte sammeln, die ihrem gemeinsamen Unmut untereinander Luft machen wollen, dann verstehe ich nicht, was daran verwerflich ist.
Ein guter Freund von mir pflegt zu sagen: Meinungen sind wie Ar...löcher: Jeder hat eins.
Und jeder muss seine Meinung frei äußern können, ohne Ansehen der inhaltlichen Qualität der Aussage.
Es ist schon skurill wenn Meinungen verboten werden, nur weil sie nicht gerade in die Parteilinie passen.
Wie oft gibt es Rücktrittsforderungen in der Politik? Wie oft werden diese auch von Sozialdemokraten ausgesprochen? ... Wenn man nicht mal innerparteilich sagen kann was man will, wozu macht es dann noch Sinn sich politisch zu engagieren. Dann kann Kurt Beck sich für mich in den Gemeinde-, Stadt- oder Kreistag setzen und alles so machen wie er will!
An der Basis merkt man meist zuerst wenn es vorne nicht mehr stimmt! Und das sollte und muss man auch so klar artikulieren!
Niko schrieb: "Wie oft gibt es Rücktrittsforderungen in der Politik? Wie oft werden diese auch von Sozialdemokraten ausgesprochen? ... Wenn man nicht mal innerparteilich sagen kann was man will, wozu macht es dann noch Sinn sich politisch zu engagieren"
Das Stichwort ist hier wohl "innerparteilich". Die Blogs sind öffentlich. Und das hat der Parteispitze wohl nicht gefallen.
Ich sage es noch mal: mich wundert die Entscheidung des PV nicht. Ich selbst wäre mit der Sache vielleicht anders umgegangen.
Statt "Beck muss weg!" hätte die Gruppe aber vielleicht auch tatsächlich einen sachlicheren Titel wählen können, wie es der Genosse Mikfeld ja vorgeschlagen hatte...
Liebe Freunde,
in Zeiten, wo der Wind von vorne bläßt; ist es besser die Diskussion nicht an Personen und Äußerlichkeiten festzumachen, sondern die Sache voranzutreiben, d.h. eine Regierung zu stande zu bekommen oder gleich den Rückzug anzutreten, bzw. unsere Ziele voranzutreiben.
Personalwechsel ad hoc durch geführt, bringt garnichts außer Verstimmung in der Partei. Ein Wechsel in der Führung bedarf einer konsequenten und zeitintensiven Vorbereitung. Köpfe auswechseln heißt noch lange nicht, Probleme zu lösen. Dieses darf ich aus der Erfahrung meiner fast 40 jährigen Parteizugehörigkeit mit aktiver Funktionärstätigkeit sagen.
Die Kritikfähigkeit auf dieser Plattform ist offenbar noch recht entwicklungsbedürftig.


