Eien kritische Auseinandersetzungen mit der Demographie
Wir haben viel diskutiert. Viel aktuelles, viel existenzielles.
Ich muss mich fragen, wie weit ist diese Partei schon gekommen.
In manchen Kommunen sind wir inzwischen so weit, dass die entsprechenden Oberbürgermeisterkandidaten ohne SPD-Logo antreten sollen.
Schäm dich, du bist in der SPD.
Ein Parteiloser also, der zufälligerweise als Hobby Fraktionsvorsitzender der SPD in der Stadt ist.
Zufälle soll es ja geben in Deutschland.
Aber mal ernsthaft. Wo sind wir denn jetzt hingekommen.
Sicherlich ist son Oberbürgermeister nichts parteipolitisches. Also nicht zwangsläufig, aber eine reine Personenwahl ist diese Veranstaltung sicherlich auch nicht.
Sagen wir es doch mal so wie es ist. 30% dieser Stadt kennen den Namen des SPD-Oberbürgermeisterkandidaten, das heißt 30%, die diesen Mann kennen. Ungefähr 80% kennen dagegen die SPD und ihre Standpunkte. (Leider muss diese Zahl abzüglich des Proletariats der Stadt gesehen werden). So, stehen wir also vor der Wahl. Da sind ganz viele Kandidaten von den unterschiedlichen Parteien. Anzunehmen, dass sie ungefähr auch die Leitgedanken der Partei tragen.
Rein hypothetisch, hätt ich Landtagswahlen SPD gewählt, da denke ich mir doch jetzt, Mensch, die Partei fand ich schon immer super, dann wähle ich die doch jetzt auch. Aber heu, was fällt bei der Wahlpropaganda auf: Kein SPD-Schild.
Mensch Leute, wo sind wir denn angekommen, dass wir nicht mal mehr mit unserer Partei werben kann.
Nächste Geschichte. Ich möchte mich über keinen Bundespapi oder so aufregen, aber irgendwie hat sich da jemand janz dolle unbeliebt bei der Partei gemacht. Richtig unser Vorsitzender. Nicht, dass ich gegen ihn was hätte. Man nimmt Notsituationen halt, aber peinlich ist, wenn man versucht irgendeine Linie zu fahren, aber keine eigene zu besitzen. Un-Stringent, was soll ich denn dann nun glauben. Darf ich nun mit den Linken oder darf ich nicht.
Klare Aussagen fehlen manchmal in dieser Partei. Ach was sag ich, in allen.
Blöde, dass es dann da solch braunes gesocks gibt, die nun mal einen genauen Plan vom Leben und für Deutschland haben. Wäre ich ein bisschen naiver und gutgläubiger und dazu vielleicht ein Langzeitarbeitsloser (ohne jetzt böse zu klingen, aber man weiß ja, was der Staat so alles „gute“ den sozial Schwachen dieser Gesellschaft tut) vielleicht würde ich dann auch dem schwachsinnigen Gerede verfallen. Da hätte wenigstens jemand Ziel und Linie.
Ich wünsche mir keine Umbrüche, das steht mir nicht zu zusagen, aber ich möchte doch noch stolz auf diese Partei sein wollen und dürfen.
Auf Oberbürgermeisterwahlplakate der SPD gehören SPD-Logo. First one
Das nächste, stringente Haltungen sind manchmal im Leben was wirklich Gutes.
Drittens, Wahlversprechen sollten eingehalten werden und revidieren ist was ganz schlechtes.
Und noch was, liebe Parteien dieses Landes denkt auch mal in anderen Schematas, Schema F ist leider nicht mehr drinne.
Viel Spaß beim Mehrheiten scheffeln.
Kommentare (7)
Beck hätte sich von Anfang an zurückhalten sollen und seine Klappe halten sollen zu den Koalitionspräferenzen in den Ländern.
Und Steinbrück sollte generell nie wieder seine Klappe aufmachen! Was fällt dem ein, einen Tag vor ner Wahl den Vorsitzenden demontieren zu wollen?
Eine kritische Auseinandersetzungen mit der Demographie
Liebe Ann-Katrin,
Du sprichts vielen GewerkschaftskollegInnen aus der Seele. Wir, die die Wurzeln der Sozialdemokratie bilden, verstehen die Welt nicht mehr. Wir, die bei Wind und Wetter draußen stehen, um für unsere KollegInnen das Beste herauszuholen, die stolz auf Ihre Gewerkschaft sind, sollen nicht mehr die Fahne der SPD hochhalten?
Das stinkt nach 1930, als die SPD die Juden ausschloß!
Laß Dich nicht von den Kritikern, insbesondere in unseren Reihen, verunsichern. Wer rot will, will auch rot drinhaben und nicht rosa, lila oder orange.
Nur konsequente Personen, die zu ihren Idealen stehen, werden von den Bürgern gewählt. Umfaller oder Leute mit flatternden Fahnen oder 'Pappeln' verabscheut der Wähler.
Ich bin stolz auf meine 'Faust mit Rose', die ich von einem Franzosen erhielt, auf mein silbernes Partei- und Gewerkschaftsabzeichen. Auf meinen Namensschildern prankt das Signet der SPD und der IGM.
Ich stehe für meine Gesinnung und das sollten alle Parteimitglieder tun. Es darf keine weichgespülten Mitglieder, wie Herrn Kaars (Seeheimer Kreis/Hamburg-Mitte), geben.
Msg
Reinhold
Man muss aber auch zugeben: Es ist schwer, in diesen Tagen offen das SPD-Logo mit sich herumzutragen. *g*
Aber klar: Das mit den logo-losen Kandidaten ist natürlich peinlich. "Ich habe das SPD-Parteibuch - und das ist gut so!"
1930 WAS?!?!?!?
Lieber Reinhold, setze bitte nicht solche Gerüchte in die Welt!
@Sascha Voß | 02.08.2008 | 14:03 Uhr
Ich wollte zwar nicht mehr als Dozent auftreten, aber bei soviel Dummheit muß dem entgegengetreten werden.
In den dreißiger Jahren des vorangegangen Jahrhundert hat sich die SPD schon einmal selbst demontiert. Für jemanden, der sich mit Geschichte auch der eigenen Partei auseinandersetzt, brauch ich es nicht noch einmal aufzuführen.
Der Spaltpilz inklusive der Ausschluß ganzer Parteigruppen hat es den Nazis erst so leicht gemacht, die SPD Stimmen mäßig (Reichtagswahl 1933) und dann politisch zu besiegen und zwar durch Vernichtung.
Die Ausgrenzung ganzer Gruppen findet zur Zeit bereits statt und zwar durch Diffamierung der Führungsköpfe mit dem Ziel, daß mit dem Führungskopf auch der Rest der 'Bande' den Saal verläßt, z.B. WSAG.
Der nächste Schritt ist der Versuch des Ausschlusses wegen parteischädigenden Verhaltens. Die Kommentare hier im Internet dazu sprechen Bände. Es könnten Hugenbergs und Göbbels Schüler sein. So daneben sind die Kommentare, u.a. zu Ypsilanti.
Übrigens der Ausschluß der Juden aus der Partei verlief ähnlich.
MSG
Reinhold Nawratil
Ich hoffe, dass mit "soviel Dummheit" nicht ich gemeint bin.
Deinen Beobachtungen zur Selbstdemontage widerspreche ich auch kein bisschen, aber ich war einfach erschrocken zu lesen, dass die SPD 1930 "die Juden" ausgeschloßen haben soll. Da ich es nicht fundiert recherchieren kann und oberflächlich keinen Anhaltspunkt dafür finde, aber einige Biografien von jüdischen Personen dieser Zeit Mitgliedschaften bis 1933 (also bis zum Verbot) und darüber hinaus angeben, würde ich dich doch bitten, einen Quellenhinweis zu liefern.
@Sascha Voß | 17.09.2008 | 21:19 Uhr
Lieber Sascha,
auch Genossen sei es gestattet die Biblotheken der FES, Friedrich-Ebert-Stiftung, aufzusuchen.
In den Archiven unserer Partei findest Du genügend Material in dieser Angelegenheit. Jüdische Mitglieder sind gerne bereit Dir dabei zu helfen.
Frage dich mal wieso, es eine USPD gab und Willy Brandt ihr nahe stand.
Da wir aber nach vorne schauen, wären wir den Anfängen.
Mit sozialistischen Güßen
Reinhold Nawratil
www.mein-schlaegt-links.de





