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Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen (ASJ)

Foto: Arne Schneider
 
von Arne Schneider

Über dieses Blog

Der ASJ gehören Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten an, die Rechtswissenschaft studieren bzw. studiert haben oder in sonstiger Weise Sachkunde auf einem Rechtsgebiet besitzen.

Foto: Arne Schneider
von Arne Schneider | 18.03.2008 | 18:14 Uhr

Neugestaltung der Juristenausbildung (Hamburger Modell)

Mit dem Vorschlag eines Hamburger Modells zur Neugestaltung der Juristenausbildung wollen die acht Hamburger Unterzeichner, unter ihnen der Vorsitzende des Hamburgischen Anwaltverein Gerd Uecker, der Präsident der Hanseatischen Notarkammer Heiko Zier und der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristinnen und Juristen-Hamburg Friedrich-Joachim Mehmel einen Weg zur Reform aufzeigen.

Dabei basiert der Vorschlag u.a. auf den Ergebnissen des Ersten und Zweiten Hamburger Symposiums zur Juristenausbildung, die unter Mitwirkung einer Reihe von Kooperationspartnern vom HAV und der AsJ Hamburg veranstaltet wurden.

Aus Sicht der Unterzeichner stellt dabei eine wichtige Weichenstellung für ein zukünftiges Modell der Juristenausbildung die Entscheidung dar, den Bachelor als eigenen berufsqualifizierenden Abschluss ohne staatliche Abschlussprüfung auszugestalten und das Staatsexamen als Aufnahmeprüfung für ein anschließendes Referendariat vorzusehen

Mehr zum Thema: www.reform-der-juristenausbildung.de/

Kommentare (1)

Gravatar von Daniel Brunkhorst
von Daniel Brunkhorst | 26.03.2008 | 10:34 Uhr

Im Vorwort der Langfassung stehen folgende Gründe für die vorgeschlagenen Änderungen:

"Deutlich über 50% der Studiengänge an deutschen Universitäten sind bisher schon auf Bachelor und Master umgestellt worden - mit steigender Tendenz,"

- Das mag ja sein. Hat aber schon mal jemand darüber nachgedacht wie die "Umgestellten" Studiengänge bzw. deren Dozierenden, Studierenden und Absolventen darüber denken? Es gibt insb. in den Geisteswissenschaftlichen Bereichen einen verstärkten Wunsch die nun bestehenden Strukturen in weiten Teilen zu verändern.

"· die Dauer der bisherigen juristischen Ausbildung mit mindestens sieben Jahren bleibt nach wie vor ein großes Manko,"

Schon heute schaffen es eine Reihe von Kommilitonen deutlich schneller(6 Semester bis zum ersten Examen sind gar nicht so selten). Diese haben dann aber auch die nötige ökonomische Grundlage und engagieren sich neben dem Studium weder für das eigene Wohl noch für gesellschaftliche Belange.  
Leider ist zu erwarten, dass die Lehrpläne eben nicht gestrafft werden, ergo wird es (wie in den allermeisten umgestellten Fächern) eine Verdichtung der Studieninhalte geben. Leider wird dass dazu führen, dass Kommilitonen ohne ausreichend ökonomischen Hintergrund die geforderte Leistung nicht mehr in der zur Verfügung stehenden Zeit leisten können, weil sie "nebenher" arbeiten müssen.
Das Engagement für sein eigenes Wohl mag wohl vernachlässigbar sein, dass aber mit dem BA/MA-System nahezu das komplette gesellschaftliche Engagement Studierender abgeschafft wird, ist sowohl fakt. Warum dass jetzt erstrebenswert ist, verstehe ich nicht. Passiert ist das aber in fast allen Universitäten und Hochschulen, eben weil die Studieninhalte nicht verringert sondern nur komprimiert werden.

"· die weiter steigende Überschwemmung des Anwaltsmarktes bedarf dringender denn je einer Antwort,"

Eigentlich ist das mein Lieblingsarguement. Es wird ja auch ab un zu wiederholt und scheintwirklich eine zentrale These zu sein.

Wo die "sozialdemokratische Handschrift" oder gar der Einfluss des Demokratischen Sozialismus in die Realpolitik ist, wenn mann gemeinsam mit bzw. als privilegierte Berufsgruppe selbst, plant wie man den Nachwuchs begrenzt, ist mir noch nicht ganz klar.

Geht es etwa darum, die Menschen vor sich selbst zu schützen? Nein, es geht mir scheinbar darum Privilegien zu sichern und Nachwuchs zu verhindern. Warum die AsJ Hamburg da mitspielt finde ich traurig.

"· die fiskalischen Interessen der Länder an einer Senkung der Ausbildungskosten gewinnen immer mehr an Gewicht."

Standard-Argument: Es ist halt nicht genügend Geld da. Dass kann man immer anwenden wenn man staatliche Leistungen einschränkt oder ganz abschafft. Die Frage sollte stattdessen lauten: Ist uns als Gesellschaft die Ausbildung der Juristen der Betrag XY Wert? Wenn nämlich alles zu teuer ist, landet man zum Schluss bei der FDP....